Mongolei
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Kultur- und Bildungsbereich
Wie in anderen ehemals sozialistischen Ländern kam dem Kultur- und Ausbildungsbereich auch in der Mongolei in der Vergangenheit hohe Priorität zu. Er erhielt daher auch überdurchschnittliche Subventionsleistungen. Umso einschneidender wirkten sich die wirtschaftlichen Zwänge der Transformation aus, vor allem im Sekundarschulsystem und im Berufsbildungssektor. Die Netto-Einschulungsrate im Primärschulbereich ist von 95,9% (1997) auf 91,4% (2006) gesunken. Das Millenniums-Entwicklungsziel, allen Kindern eine Grundschul-Ausbildung zu ermöglichen, wird voraussichtlich bis 2015 verfehlt.
Die Regierung war in den letzten Jahren sehr bemüht, die Reform des Bildungssektors voranzubringen und Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren. Beleg dafür ist die im Mai 2004 verabschiedete Novellierung der Bildungsgesetzgebung für Bereiche wie Grund- und Sekundarbildung, Hochschulbildung und Berufsbildung. Bis die damit angestrebten internationalen Standards erreicht sein werden, bedarf es indes noch weiterer Reformen und vieler Jahre konsequenter Umsetzungsanstrengungen.
In Umsetzung der neuen Bildungsgesetzgebung wurde mit dem Schuljahr 2005/2006 ein elftes Schuljahr eingeführt. In diesem Zusammenhang wurde die allgemeine Schulpflicht von acht auf neun Jahre angehoben, die Hochschulreife wird jetzt nach elf Jahren erteilt. Für das Schuljahr 2008/2009 ist die Einführung eines zwölften Schuljahrs geplant. Das Einschulungsalter wurde von derzeit sieben auf dann sechs Jahre herabgesetzt. Eine kürzlich von UNICEF und dem mongolischen Bildungsministerium gemeinsam durchgeführte Studie stellte bei den Schülern im Sekundarschulbereich deutliche Schwächen z.B. im Leseverstehen und in bestimmten Bereichen der Mathematik fest.
Der Hochschulbereich mit mehr als 160 staatlichen und privaten Universitäten, Hochschulen und Colleges bedarf völliger Reorganisation, der Unterricht und die Zeugnisvergabe bedürfen verstärkter staatlicher Aufsicht und Regelung. Im Rahmen eines zweistufigen Akkreditierungsverfahren soll die Qualität der Hochschulausbildung verbessert und das Vertrauen in das eigene Bildungssystem insgesamt erhöht werden.
An 742 Sekundarschulen gab es im Schuljahr 2006/07 insgesamt 542.500 Schüler und 22.900 Lehrer. An den mongolischen Hochschulen und Universitäten studierten im gleichen Zeitraum insgesamt 166.800 Studenten, davon knapp ein Drittel an privaten Bildungseinrichtungen. Die Zahl der Hochschullehrer betrug 6.800.
Staat und Religionen
Mit der Demokratisierung ist der unter kommunistischer Herrschaft unterdrückte Buddhismus wieder aufgelebt. Die Verfassung sieht Trennung von Religion und Staat vor; dementsprechend entwickeln sich die religiösen Aktivitäten vornehmlich auf der Grundlage von privaten und kirchlichen Spenden aus dem In- und Ausland. Inzwischen sind über 150 Klöster und ca. 3000 Lamas wieder im Lande aktiv.
Hinweis
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