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Landesflagge Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik
Wirtschaft

*VN-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Der Staatenname ist zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung umstritten. Es laufen zur Zeit Vermittlungsbemühungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Stand: August 2009

Wirtschaftslage

Die ehemalige jugoslawische Republik (EJR) Mazedonien hat seit der Unabhängigkeit 1991 in seinem Transformationsprozess erhebliche Anstrengungen unternommen. Bereits jetzt muss die EJR Mazedonien im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit der EU Zollsenkungen vornehmen und sich einem verstärkten Wettbewerb stellen.

2008 stieg das BIP voraussichtlich nur um rund fünf Prozent. Für einen echten Aufholprozess müssten die Wachstumsraten nach Einschätzung von internationalen Experten deutlich höher liegen. Hauptziel der Regierung unter Premierminister Gruevski ist neben der Förderung von Auslandsinvestitionen daher die möglichst schnelle Steigerung des Wirtschaftswachstums auf 6 bis 9 Prozent, unter anderem durch Steuersenkungen und zahlreiche Reformmaßnahmen sowie die Bekämpfung der Korruption und den Abbau von Bürokratie.

Die Arbeitslosenquote in der EJR Mazedonien ist im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hoch und lag 2008 bei rund 34 Prozent. Die Quote der unfreiwillig Nichtbeschäftigten dürfte tatsächlich jedoch niedriger liegen, da die informelle Wirtschaft nach Expertenschätzungen rund 40 Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung erbringt.

Das Durchschnittsnettogehalt eines Berufstätigen lag im Dezember 2008 nach Angaben des Statistischen Amtes bei umgerechnet rund 280 Euro im Monat, das BIP pro Kopf lag 2008 bei geschätzten 4.375 US-Dollar.

Der sprunghafte Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise weltweit hat dazu geführt, dass die Inflationsrate im Jahr 2008 auf durchschnittlich etwa 8,3 Prozent gestiegen ist. In den letzten Monaten hat sich die Lage wieder beruhigt, die Inflationsrate lag zu Anfang Februar 2009 bei 1,7 Prozent.

Außenhandel

Die EJR Mazedonien kann als klassisches Beispiel einer kleinen offenen Volkswirtschaft angesehen werden. Bei einem begrenzten Markt von zwei Mio. Menschen mit geringer Kaufkraft lohnt eine eigenständige Produktion in vielen Bereichen nicht.

Aufgrund der hohen Abhängigkeit des Landes und der Wirtschaft von Importgütern, die sich praktisch über das gesamte Bedarfsspektrum erstrecken, weist das Außenhandelssaldo seit Jahren ein Defizit auf. Hauptimportgüter sind Ölprodukte und Energierohstoffe, Fahrzeuge und Maschinen aller Art, Metalle und Elektroenergie. Mazedonische Hauptexportprodukte sind Ferronickel und Ferrosilizium, Buntmetalle und Buntmetallprodukte sowie Eisen und Stahl verschiedener Verarbeitungsstufen, Textilien aller Art, Erdölprodukte und Derivate, Tabak und Wein.

Das Handelsbilanzdefizit erreichte Angaben des mazedonischen Statistikamts zufolge Ende Dezember 2008 einen Rekordwert von 3,8 Mrd. US-Dollar. Zwar stieg das Handelsvolumen mit 11,1 Mrd. US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr um 30,2 Prozent, die Ausfuhren erreichten jedoch nur 56,8 Prozent des Werts der Importe.

Die EU lag im Jahr 2008 sowohl bei den Ausfuhren (59,5 Prozent), als auch bei den Einfuhren (48,1 Prozent) erneut an führender Position. Deutschland zählt neben Serbien zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern der EJR Mazedonien. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das Handelsvolumen im Jahr 2008 um 11,9 Prozent auf ca. 935 Mio Euro (deutsche Importe aus der EJR Mazedonien ca. 461 Mio Euro, deutsche Exporte in die EJR Mazedonien ca. 474 Mio Euro). Bedingt durch die Wirtschaftskrise verlangsamte sich zwar der Anstieg, generell bestätigte sich jedoch der Trend der Jahre 2005 und 2006, wo jeweils ein Anstieg von ca. 20 Prozent gegenüber den Vorjahren erreicht wurde. Außer Deutschland und dem Nachbarland Griechenland tritt unter den westeuropäischen Staaten nur Italien als wichtiger Handelspartner in Erscheinung.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die Land- und Forstwirtschaft ist weiterhin ein Schlüsselsektor der mazedonischen Wirtschaft. Als landwirtschaftliche Nutzfläche werden 1,32 Mio Hektar (51Prozent der Gesamtfläche) angesehen. Der Anteil der Landwirtschaft an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung lag im Jahr 2006 bei 11 Prozent.

Etwa 22 Prozent der Gesamtbeschäftigung erfolgt in der Landwirtschaft. Beinahe 40 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum und betreiben Landwirtschaft häufig zur Eigenversorgung.

Industrie und Bergbau haben seit 1991 nahezu kontinuierlich an Bedeutung verloren. Machte 1991 der Anteil dieses Bereichs noch 38,7 Prozent der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung aus, so  trug der Industriesektor 2006 mit 15,8 Prozent und der Bergbau mit 0,6 Prozent zur BIP-Entstehung bei. Auch im neuen Jahrtausend ist es trotz sehr niedrigen Lohnniveaus nicht gelungen, im verarbeitenden Bereich nennenswerte ausländische Direktinvestitionen anzuziehen. 

Der Industriebereich, der sich dank der niedrigen Lohnkosten bisher am Besten behaupten konnte, ist die Textil- und Bekleidungsindustrie. Hier arbeiteten im Jahr 2005 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 25 Prozent der im Industriebereich Beschäftigten. Der Bergbau, die Stahlerzeugung und die Metallver- und - bearbeitung profitieren seit 2005 von der weltweiten Rohstoffhausse. So nahm auf niedriger Basis die Produktion des Bergbaubereich im Jahr 2005 um 40 Prozent zu. Auch im Jahr 2006 konnte ein weiterer Anstieg von 26,8 Prozent realisiert werden.

Eisen und Stahl sowie Bekleidung bildeten auch im Jahr 2007 die Hauptexportgüter mit einem Anteil von zusammen fast 55Prozent an den Gesamtexporten.

Der Anteil des Dienstleistungsbereichs an der BIP-Entstehung ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und lag im Jahr 2006 bei 13,4 Prozent. Im Bereich touristischer Dienstleistungen wird der EJR Mazedonien international ein großes Wachstumspotenzial bescheinigt, allerdings fehlt es bisher an einer Gesamtstrategie. Das Wirtschaftsministerium arbeitet an Plänen, die die Entwicklung eines „Nischentourismus“ für die EJR Mazedonien vorsehen.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2009 sieht Gesamteinnahmen von umgerechnet 2,49 Mrd Euro und Ausgaben von 2,68 Mrd. Euro vor. Das Defizit beträgt 188 Mio.Euro oder 2,8 Prozent des geplanten BIP für 2009. Die geplanten Ausgaben schlüsseln sich wie folgt auf:

  • Wirtschaftliche Angelegenheiten (Arbeit, Landwirtschaft,Industrie,Bergbau, Treibstoffe,Energie,Transport, Kommunikationen, übrige Industrien) – 20,29 Prozent

  • Sozialschutz - 14 Prozent

  • Bildung - 13,8 Prozent

  • Verteidigung - 12 Prozent

  • Öffentliche Ordnung und Frieden – 8,8 Prozent

  • Allgemeine öffentliche Dienste – 10 Prozent

  • Wohnungswesen und Entwicklung der Gemeinschaft – 1,36 Prozent

  • Gesundheitswesen – 1,27 Prozent

  • Sport,Kultur und Religion – 2,5 Prozent

  • Umweltschutz – 0,70 Prozent

Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Zugehörigkeit zu regionalen (Wirtschafts-)Gruppierungen: Southeast European Cooperation Pact (SEECP), Central European Initiative (CEI). Freihandelsabkommen bestehen mit den Staaten der Region: Kroatien, Serbien und Montenegro, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Türkei, Ukraine, Albanien, Ungarn und Rumänien und den EFTA-Staaten. Im August 2006 erfolgte der Beitritt zum Zentraleuropäischen Freihandelsabkommen (CEFTA), das zum 1. Janur 2007 in Kraft trat.

Die EJR Mazedonien wurde im April 2003 146. Mitglied der WTO (Welthandelsorganisation).

Die Weltbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) unterstützen durch Kredite die infrastrukturelle und wirtschaftliche Entwicklung.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Skopje
Thomas Strieder
Tel.: (00389) 2 309 39 00
Fax: (00389) 2 309 38 99 eMail
www.skopje.diplo.de

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