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Landesflagge Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik
Kultur- und Bildungspolitik

*VN-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Der Staatsname ist zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung umstritten. Es laufen zur Zeit Vermittlungsbemühungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.

Stand: Oktober 2008

Bildungspolitik

Das mazedonische Bildungswesen ist flächendeckend und mehrstufig ausgebaut, jedoch erkennbar unterfinanziert. Das Schulsystem gliedert sich seit dem Schuljahr 2007/08 in eine neunjährige Grundschul- und eine vierjährige Sekundarschulzeit. Seitdem besteht erstmals auch Sekundarschulpflicht. Außerdem wurde Englischunterricht ab Klasse 1 verpflichtend eingeführt. Im Mai 2008 wurde eine Abiturprüfung eingeführt. Die Regierung forciert die Ausstattung von Schulen mit PCs und Computerunterricht. Seit der Dezentralisierung von Kompetenzen seit Sommer 2005 haben die Gemeinden auch im Schulbereich größere Verantwortung.

Es gibt keine deutsche Schule. Zwei Schulen in Skopje bieten englischsprachige Ausbildung und in den USA anerkannte Abschlüsse an. An einem Gymnasium kann das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz erworben werden (sechs Wochenstunden Deutsch; für Muttersprachler nicht geeignet). An zwei Skopjer Grundschulen wird Deutschunterricht ab der 1. Klasse angeboten. Deutsch ist nach Englisch bei Schülern und Eltern die beliebteste Fremdsprache, wird aber bisher seltener unterrichtet als Französisch.

Vier staatliche Universitäten in Skopje, Bitola ,Tetovo und Stip, fünf Berufs- und Technikschulen bieten ein breites Spektrum von Bildungsmöglichkeiten auf Hochschulebene an. Im Oktober 2001 begann die Südosteuropa-Universität in Tetovo ihren Lehrbetrieb. Ihr Gründungsauftrag ist es, eine Hochschulausbildung in albanischer Sprache zu ermöglichen und einen Beitrag zur interethnischen Verständigung zu leisten. Hinzu kommen verschiedene staatlich akkreditierte Privathochschulen, darunter Filialen auswärtiger Institutionen. Die ehemalige jugoslawische Republik (EJR) Mazedonien ist um die Umsetzung des Bologna-Prozesses bemüht. Der DAAD und die Robert-Bosch-Stiftung sind mit je einem Lektorat präsent.

Kultur

Die EJR Mazedonien verfügt trotz begrenzter öffentlicher Mittel über ein traditionell reiches Kulturleben sowie über ein reiches architektonisches Erbe, insbesondere aus osmanischer Zeit. Die mittelalterliche Stadt Ohrid gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Kultur und Geschichte werden (mitunter unreflektiert) als wesentliche Teile nationaler Identität begriffen.

Kulturelles Zentrum ist die Hauptstadt Skopje mit Oper und Ballett, Theatern, Konzertsaal, Museen, Nationalbibliothek mit Deutschem Lesesaal und Verlagen. In Bitola besteht ein Nationaltheater. Das Kulturministerium betreibt die Errichtung eines weiteren Nationaltheaters im albanisch geprägten Tetovo. Kommunale Kultureinrichtungen treten vielerorts kaum in Erscheinung. Neben dem staatlich alimentierten Kulturbetrieb gibt es nicht nur in Skopje eine beachtliche Vielfalt von Alternativkultur aller Art. Zu den bedeutendsten Kulturereignissen gehören die Sommerfestivals in Skopje und Ohrid,das Jazzfestival in Skopje und sonstige Festivals. Überregionale Bedeutung kommen u.a. dem Festival der klassischen Musik "Interfest" Bitola, dem Kamerafilmfestival "Manaki Brothers" in Bitola und Skopje und dem Young Open Theatre "MOT" zu.

Seit Juli 2007 betreut ein Verbindungsbüro die Aufgaben des Goethe-Instituts in der EJR Mazedonien. Am Skopjer Kulturzentrum Tochka ist eine Kulturmanagerin der Robert-Bosch-Stiftung präsent. Deutsche Kultur wie bspw. die stets im Oktober von Goethe Institut und Botschaft veranstaltete Filmwoche stößt auf reges Publikumsinteresse. Im Mittelpunkt der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik im Land steht die Förderung von zwischenethnischem und grenzüberschreitendem Dialog.



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