Marokko
Beziehungen zu Deutschland
Stand: November 2009
Politische Beziehungen und Besucheraustausch
Die Bundesrepublik Deutschland unterhält mit Marokko seit seiner erneuten Unabhängigkeit im Jahre 1956 diplomatische Beziehungen. Der dichter werdende gegenseitige Besucheraustausch spiegelt das wachsende gegenseitige Interesse. Zu den deutschen Besuchern Marokkos zählten in jüngster Vergangenheit die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Wieczorek-Zeul (September 2006), Bundesaußenminister Steinmeier (November 2006), Bundeswirtschaftsminister Glos (April 2008) und Bundesumweltminister Gabriel (Februar 2009 sowie neben Bundestagspräsident Lammert (November 2006) zahlreiche weitere Bundestagsabgeordnete. Zahlreiche hochrangige marokkanische Politiker besuchen Deutschland regelmäßig, darunter Energie- und Umweltministerin Benkhadra (Januar 2009), Wirtschaftsminister Baraka und Landwirtschaftsminister Akhennouch (Mai 2009) sowie Parlamentspräsident Mansouri (Dezember 2008).
In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung. Viele von ihnen haben die deutsche wie die marokkanische Staatsangehörigkeit. 22.000 Kinder nehmen am Muttersprachenprogramm in Deutschland teil.
Deutschland setzt sich für eine friedliche Lösung des Westsahara-Konfliktes ein und unterstützt die Bemühungen der Vereinten Nationen aktiv.
Wirtschaftsbeziehungen
In der Rangfolge der Handelspartner Deutschlands belegt Marokko bei den Einfuhren Rang 70 und bei den Ausfuhren Rang 58. Als Handelspartner Marokkos liegt Deutschland auf dem 8. Rang. Die Exporte nach Marokko stiegen 2008 von 1,28 Mrd. Euro auf 1,48 Mrd. Euro (plus 15,5 Prozent), die marokkanischen Exporte nach Deutschland betrugen 2008 533 Mio Euro nach 501 Mio. Euro im Vorjahr (plus 6,4 Prozent). Damit ist der deutsche Handelsbilanzüberschuss gegenüber Marokko von 780 Mio. Euro auf 946 Mio. Euro angestiegen.
Wichtigste deutsche Exportgüter nach Marokko waren PKW, LKW, Maschinen und elektrotechnische Erzeugnisse.
Aus Marokko bezog Deutschland hauptsächlich, jedoch mit rückläufiger Tendenz, Textilien, Schuhe und Nahrungsmittel.
Die vorstehenden Daten beschreiben jedoch nicht die ganze Wirklichkeit der deutsch-marokkanischen. Wirtschaftsbeziehungen, da eine Reihe von deutschen Unternehmen im marokkanischen Markt über Filialen in Frankreich und Spanien präsent sind und deren Aktivitäten in die jeweiligen bilateralen Statistiken einfließen.
Am 12.4.2008 ist das deutsch-marokkanische Investitionsförderungs- und -schutzabkommen in Kraft getreten. Im November 2008 wurden Verhandlungen zwischen Deutschland und Marokko über eine Novellierung des bilateralen Doppelbesteuerungsabkommens aufgenommen.
Sind deutsche Unternehmen bislang vor allem im Bereich Lohnveredelung tätig, so bieten sich jetzt neue Chancen in den Bereichen Infrastruktur (Straße, Schienen, Häfen und deren Verknüpfung), Energie (Erneuerbare Energien, Energietransport, Energieeinsparung, Gaskraftwerke) und hochwertige Bauausstattung. Die mar. Regierung entwickelt im Auftrag des Königs insbesondere den lange vernachlässigten Norden und Osten des Landes entlang der 500km langen Mittelmeerküste (Hafenausbau, Straßen- und Eisenbahnbau, Tourismusanlagen, Technologieparks).
Entwicklungszusammenarbeit
Bei den letzten Regierungsverhandlungen über Entwicklungszusammenarbeit, die am 14. und 15. Juli 2008 in Bonn stattfanden, hat die Bundesregierung Marokko für die Jahre 2008 und 2009 insgesamt 98,5 Mio. Euro bereitgestellt. Davon entfielen 83,5 Mio. Euro auf die finanzielle Zusammenarbeit (davon 35,5 Mio. Euro Haushaltsmittel, überwiegend als Kredite zu vergünstigten Konditionen, die im Rahmen von Verbundfinanzierung durch marktübliche Finanzierungen in Höhe von 57,5 Mio. Euro ergänzt werden) und 15,0 Mio. Euro auf die technische Zusammenarbeit (als Zuschuss).
Die Neuzusagen beinhalten Maßnahmen in den Schwerpunktbereichen der deutsch-marokkanischen Entwicklungszusammenarbeit (Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung; Umwelt und Klimawandel; Trinkwasser, Wassermanagement, Abwasser-/Abfallentsorgung ).
Im Rahmen der Ende Juni 2007 zu Ende gegangenen EU-Präsidentschaft konnte Deutschland wir die Diskussion über eine Harmonisierung der Ansätze und Arbeitsteilung zwischen den verschiedenen in Marokko vertretenen Geber mit dem Ziel der Steigerung der Effizienz der geleisteten Unterstützung voran bringen.
Kulturelle Beziehungen
Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und eröffnete 2004 einen Dialogpunkt für Deutsch in Marrakesch. Ein weiterer Dialogpunkt Deutsch wurde im November 2007 in Tanger eröffnet.
Eine deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigung gibt es in Tanger.
Im Hochschulbereich bestehen 12 Kooperationen mit marokkanischen Universitäten in fünf Städten des Landes, eine Partnerschaft der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRS) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Eine entsandte DAAD-Lektorin unterrichtet in Rabat.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.