Malta
Wirtschaft
Stand: März 2010
Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur
Malta hat eine sehr offene im- und exportabhängige Marktwirtschaft. Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat mit 17 Prozent der Immobiliensektor, es folgen das produzierende Gewerbe mit 15,6 Prozent und der Groß- und Einzelhandel mit 11,5 Prozent (Zahlen für 2008). Der Warenimport Maltas betrug im Jahr 2009 2,77 Milliarden Euro (minus 19 Prozent), der Export sank um 21 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro.
Das BIP betrug im Jahr 2008 5,7 Milliarden Euro und stieg damit im Vergleich zu 2007 um real 1,6 Prozent. Das BIP je Einwohner betrug somit in 2008 ca. 13.750 Euro. Den größten Anteil am Wachstum hatte der Immobiliensektor. Gemäß Eurostat betrug die Arbeitslosenquote im Dezember 2009 7,2 Prozent. Im Vergleich mit den anderen EU-Mitgliedstaaten hat Malta mit 37,3 Prozent (2009) die mit Abstand niedrigste Frauenerwerbsquote aller EU Mitgliedsstaaten (EU-Durchschnitt: 58,8 Prozent). Im Dezember 2009 betrug die jährliche Inflationsrate in Malta minus 0,4 Prozent. Seit 2008 ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Malta.
Fremdenverkehr
Gemäß Schätzungen sind etwa 28 Prozent der Arbeitsplätze in Malta vom Tourismus abhängig. In 2009 sind die Besucherzahlen um 8,4 Prozent auf 1,18 Mio gefallen. Deutsche Touristen stellten, nach den Urlaubern aus Großbritannien und Italien, mit 122.795 Maltaurlaubern (minus 18,6 Prozent) in 2009 die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrttouristen ist im gleichen Zeitraum um ca. 20 Prozent auf 68.000 gestiegen.
Die zentrale Fremdenverkehrsbehörde „Malta Tourism Authority“ unterhält auch ein Büro in Frankfurt/M. Informationen zum Urlaubsland Malta finden sich in verschiedenen Sprachen auf der Internetseite der Maltesischen Tourismuszentrale (s. Linkliste rechts).
Finanzdienstleistungen
Die „Malta Financial Services Authority“ ist die Aufsichtsbehörde für den Finanzdienstleistungssektor und unterhält außerdem das Handelsregister. Die bedeutendsten Universalbanken vor Ort sind die HSBC (Zentrale in Großbritannien) und die Bank of Valletta. Auch zahlreiche internationale Großunternehmen haben in Malta Tochtergesellschaften im Finanzdienstleistungsbereich gegründet. Gemäß Regierungsangaben ist dieser Sektor im Zeitraum September 2008/2009 um 22 Prozent gewachsen.
Schifffahrtssektor
Malta ist nach Griechenland innerhalb der EU mit 31,3 BRZ (Bruttoraumzahl) der zweitgrößte Flaggenstaat. Weltweit belegt Malta Platz 8 (LR-Fairplay). Der Container-Freihafen in Malta spielt eine wichtige Rolle als Umschlagplatz im Zentrum des Mittelmeers.
Öffentlicher Dienst
In den letzten Jahren sank nicht nur der Anteil der im öffentlichen Dienst Vollzeitbeschäftigten an der Gesamtbeschäftigung, sondern auch absolut ging die Zahl zurück. Allerdings ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst immer noch hoch und es besteht eine ausgeprägte Konkurrenz zur Privatwirtschaft als Arbeitgeber. Insbesondere ist ein Überhang in den Lohngruppen mit geringer Qualifikation zu verzeichnen. Die weiterhin andauernde Umstrukturierung verschiedener Ministerien und sonstiger Behörden sowie die interne Nachbesetzung frei werdender oder neuer Stellen sollen Abhilfe schaffen. Mit dem Beitritt zur EU wurden gleichzeitig qualifizierte Kräfte für neu aufzubauende Behörden benötigt.
Öffentlicher Haushalt
Für 2010 wird von einem Haushalsdefizit von 3,9 Prozent ausgegangen. Gem. Vorgaben der EU-KOM muss die 3 Prozent-Marke bereits in 2010 wieder erreicht werden. Probleme verursachen generell die steigenden Kosten im Gesundheitssektor und die steigenden Rentenausgaben mit wachsender Zahl der Rentenempfänger. Gegenwärtig wirkt sich auch die globale Wirtschaftskrise auf Malta aus, die neben einer verhältnismäßig geringen Abnahme des Bruttoinlandsprodukts, zu sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Haushaltsausgaben führt.
Investorenwerbung
Die staatliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft „MaltaEnterprise“ ist generell für Unternehmensansiedlungen zuständig. Die im Mai 2007 von der Regierung und Privatwirtschaft neu gegründete Stiftung „Finance Malta“ hat den Auftrag, Malta als Finanzzentrum weiter auszubauen. Die „Lotteries & Gaming Authority“ ist für die Standortwerbung für Unternehmen aus dem Bereich Online-Glücksspiele verantwortlich.
Als Standortvorteile werden angeführt: EU-Mitgliedschaft und Euro als gesetzliches Zahlungsmittel, Potential an guten und qualifizierten Arbeitskräften, Lohnniveau (Bruttodurchschnittslohn 2009 ca. 13.800 Euro; 2008 ca. 13.300 Euro), Englisch als zweite Amtssprache, Doppelbesteuerungsabkommen mit zahlreichen Ländern, Unternehmensbesteuerung, schneller Zugang zu Entscheidungsträgern.
Wirtschaftsentwicklung
Weltwirtschaftliche Entwicklungen sind in Malta aufgrund der Offenheit und der Kleinheit der Volkswirtschaft besonders spürbar. Seit den Anfängen ausländischer Direktinvestitionen in den 60er Jahren in Malta erlebt die maltesische Wirtschaft einen kontinuierlichen Strukturwandel. Anfänglich oft nur verlängerte Werkbank, hat sich Maltas Wirtschaft immer weiter in die Bereiche hochwertige Produktion und Dienstleistung entwickelt. Zu nennen wären derzeit insbesondere Finanzdienstleistungen, Onlineglücksspiele, pharmazeutische Industrie und Flugzeugwartung. Die globale Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf Malta aus. Nachdem in den ersten 9 Monaten 2009 das BIP gesunken ist, wird für 2010 wird mit einem leichten Anstieg um 0,6 bis 1 Prozent gerechnet.
EU-Fördermittel spielen bei der Modernisierung des Landes eine wichtige Rolle. Für den Zeitraum 2007 bis 2013 rechnet Malta mit insgesamt 1.158,9 Millionen Euro.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.