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Landesflagge Malta
Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2010

Die deutsch-maltesischen Beziehungen sind vielschichtig und spiegeln sowohl das politische und wirtschaftliche Geschehen als auch die Rollen beider Länder innerhalb der Europäischen Union wieder. Darüberhinaus haben über die Jahre viele persönliche Kontakte und hat auch der Tourismus dazu beigetragen, dass zwischen beiden Ländern trotz der geographischen Entfernung ein lebendiges Interesse und ein regelmäßiger Austausch besteht.

Politische Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Malta wurden 1965, kurz nach der Unabhängigkeit Maltas aufgenommen. Seit dem Beitritt Maltas zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 sind die traditionell engen und freundschaftlichen Kontakte noch intensiver geworden. Gegenseitige Besuche auf hochrangiger Regierungsebene unterstreichen dies. Zuletzt besuchte Premierminister Gonzi im Januar 2009 auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel Deutschland. 

Malta hat sich einen Ruf als zuverlässiges Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft erworben und bringt eigene Projekte und Beiträge in internationale Gremien ein. 

Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt Malta bei der Bewältigung der Flüchtlingsproblematik. Im Rahmen der Frontex-Mission „Nautilus“ unterstützten 2007, 2008 und 2009 deutsche Hubschrauber mit Besatzung vor der Küste Maltas das Land bei Such- und Rettungsaufgaben. 

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Maltas. In Malta sind zurzeit rund 100 deutsche Unternehmen registriert. Das Volumen des bilateralen Warenhandels Maltas mit Deutschland sank 2009 bei Importen um 1 Prozent auf 258,5 Millionen Euro und bei Exporten aus Malta um rund 19 Prozent auf 216,6 Millionen Euro. Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen betrug Ende 2007 24,45 Milliarden Euro (Deutsche Bundesbank). Damit nimmt Malta weltweit den 10. Rang ein.

Zwischen Malta und Deutschland bestehen folgende Wirtschaftsabkommen:

  • Investitionsschutzabkommen, in Kraft seit 17.12.1975

  • Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 27.12.2001

  • Luftverkehrsabkommen von 1994 (seit März 1997 in Kraft)

Malta ist ein bei Deutschen beliebtes Reiseziel: Die Insel kann neben einem umfangreichen Kulturangebot auch im Winter angenehme Temperaturen bieten und ist schnell und zuverlässig mit dem Flugzeug von Deutschland aus ereichbar. Aufgrund seiner Lage im Mittelmeer ist Malta auch für Kreuzfahrten attraktiv, schon die Einfahrt in den „Grand Habour“ ist mit einer spektakulären Aussicht verbunden. Deutsche Touristen sind auf Malta gerne gesehen, sie gelten als Qualitätstouristen, d.h. sie zeigen Interesse an Geschichte, Kultur, Natur und Sprache. Auch die vielen englischen Sprachschulen auf Malta werden rege von deutschen Schülern genutzt. 

In 2009 ist die Zahl der deutschen Touristen zwar um 18,6 Prozent (auf ca. 123.000) gesunken, trotzdem stellt Deutschland nach Großbritannien und Italien immer noch die drittgrößte Besuchergruppe dar. Die Zahl der deutschen Kreuzfahrttouristen ist zudem im gleichen Zeitraum um ca. 20 Prozent auf 68.000 gestiegen.

Kulturelle Beziehungen

Auch kulturell sind die Beziehungen zwischen Malta und Deutschland eng. Seit 1962 existiert der "Deutsch-Maltesische Zirkel", der Aufgaben des auf Malta nicht vertretenen Goethe Institutes wahrnimmt. Vom "Deutsch-Maltesischen Zirkel" werden nicht nur Sprachkurse angeboten, sondern auch Ausstellungen und Filmvorführungen. In Deutschland existiert als Gegenstück die Deutsch-Maltesische Gesellschaft.

Zum Wintersemester 2008/2009 wurde ein eigenständiger Germanistik-Studiengang an der Universität von Malta eingerichtet. Zudem hat die Bundesregierung seit Herbst 2009 für zunächst 3 Jahre einen deutschen Lehrstuhl zur „Friedens- und Konfliktforschung im Mittelmeer-Raum“ an der renomierten Mittelmeerakademie Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) geschaffen. Seit Herbst 2009 unterstützt das Fraunhofer-Institut in einem durch die EU finanzierten Projekt die maltesische Berufsbildungsakademie MCAST bei der Weiterbildung von Lehrkräften und ist beim Aufbau neuer Ausbildungsgänge behilflich.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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