Malaysia
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Kulturpolitik
Die vier großen malaysischen Bevölkerungsgruppen – Malaien, Chinesen, Inder und indigene Völker – sorgen für kulturelle Vielfalt. Vor allem in Kuala Lumpur trifft man auf eine lebendige Tanz-, Theater-, Musik- und Kunstszene, die oftmals Traditionelles gekonnt mit modernen – auch westlichen – Elementen verbindet. Allerdings setzt die zunehmende Islamisierung, die immer weitere Bereiche des Alltagslebens erfasst, dem bunten Treiben immer engere Grenzen. So wurden zum Beispiel einzelne traditionelle Tanz- und Musikformen der Ureinwohner, aber auch bestimmte malaiische Kulturpraktiken mit Aufführungsverboten belegt. Für Filme und Theaterstücke gelten strenge Zensurvorschriften.
Bildungssystem
Die Regierung misst dem Erziehungssektor hohe Priorität bei. So flossen in den vergangenen Jahren regelmäßig bis zu 30% der Staatsausgaben in das Erziehungswesen (inklusive Infrastruktur- sowie Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen). Diese Politik wird auch im aktuellen 9. Fünfjahresplan fortgesetzt und zahlt sich aus: Die Analphabetenrate liegt bei 6 %, primäre und sekundäre Schulbildung werden flächendeckend gewährleistet (97% Einschulungsrate). Die staatlichen und zahlreichen privaten Hochschulen des Landes bieten den rund 600.000 Studenten vor allem in den technischen Studiengängen gute Studienbedingungen.
Allerdings wirkt sich die Bumiputra-Politik der Regierung – Begünstigungen für die malaiische sowie die indigene Bevölkerungsgruppe – im Bildungswesen deutlich aus. Der Zugang zu staatlichen Hochschulen und Stipendien wird speziell Malaien erleichtert. Chinesen und Inder sind in höherem Maße auf kostspielige private Hochschulen oder ein Studium im Ausland angewiesen. Das Ministerium für Höhere Bildung hat jedoch angekündigt, die Vergabe von Stipendien und Studienplätze zunehmend an Leistungskriterien knüpfen zu wollen.
Medien
Sowohl Fernsehen und Radio als auch die Printmedien unterliegen einer strengen staatlichen Zensur beziehungsweise einer durch staatlichen Druck erzeugten Selbstzensur. Die Presse- und Meinungsfreiheit – obwohl in der Verfassung garantiert – wird faktisch durch mehrere Gesetze zum Schutz der nationalen Sicherheit und der öffentlichen Ordnung untergraben. Die wichtigsten Medien befinden sich im Eigentum der Regierungsparteien oder ihnen eng verbundenen Kreisen. Online-Angebote sind eine Alternative; so bietet zum Beispiel die Internetzeitung "Malaysiakini" verlässliche, auch regierungskritische Informationen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.