Luxemburg
Bildungs- und Kulturpolitik
Stand: Oktober 2009
Bildung
Luxemburg hat ein dreistufiges Schulsystem (Kindergarten, Grundschule, Oberschule), das vor allem auch für eine gute Integration der Kinder der ins Land eingewanderten Arbeitnehmer aus südlichen Ländern sorgen muss. Eine umfassende Bildungsreform trat zum Schuljahr 2009/10 in Kraft: die Schulen erhalten dadurch mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum.
Der Aufbau der landeseigenen Universität, die 2003 gegründet wurde, schreitet voran. Das frühere "Centre Universitaire" hatte lediglich für einige Fachbereiche (darunter Sprachen, Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften, Physik und Chemie) das erste Studienjahr anbieten können. Weitere Studienmöglichkeiten bestehen am Lehrerseminar und Konservatorium (Musik und Schauspiel). Die rund 7800 Luxemburger Studierenden erwerben ihre akademischen Abschlüsse zurzeit noch großenteils im Ausland (1.308 in Frankreich, 1.404 in Luxemburg, 1.623 in Belgien, 1.768 in Deutschland). Die Studierenden an deutschen Hochschulen sind überwiegend in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben.
Kultur
Luxemburg war 2007 Kulturhauptstadt Europas, und zwar gemeinsam mit der gesamten Großregion Saar-Lor-Lux-Wallonien. Mit aufwändigen Neubauten (Philharmonie, Museum für moderne Kunst) und Renovierungen bestehender Bauten (Stadttheater, Abtei Neumünster mit Kulturzentrum) hatte sich die Hauptstadt des Großherzogtums in den vergangenen Jahren auf dieses Ereignis vorbereitet. 1994 hatte die UNESCO die Luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erklärt. 2008 beantragte Luxemburg die Aufnahme der Echternacher Springprozession als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Eine Entscheidung sollte Mitte 2009 fallen, wurde aber wegen eines Formfehlers bei der Kandidatur auf 2010 vertagt.
Neben der staatlichen und kommunalen Kulturförderung gibt es in Luxemburg eine Vielzahl privater und institutioneller Mäzene (insbesondere Banken) für die bildenden und darstellenden Künste. Die Konzertreihe von Schloss Burglinster, die Musikfestspiele von Echternach und die Theaterfestwochen von Esch und Wiltz sind international bekannt. In der Stadt Luxemburg bestehen vier Theater.
Das auch international bekannte RTL-Symphonieorchester, das seit 1995 als Luxemburger Philharmonisches Orchester weiter besteht, verfügt mit der im Juni 2005 fertig gestellten neuen Philharmonie über eine repräsentative Heimstätte. Das von dem chinesisch-amerikanischen Stararchitekten Pei erbaute und im Sommer 2006 eröffnete Museum für moderne Kunst zeigt ambitiöse Ausstellungen moderner Malerei und Plastik.
Daneben ist das volkstümliche Kulturleben ebenfalls reichhaltig. Jede größere Gemeinde hat ihr Blasorchester, ausländische Kulturvereine pflegen ihr heimisches Brauchtum. Literatur- und Kunstpreise fördern junge Talente in Literatur und bildender Kunst, auch wenn die Autoren und Maler kaum über Luxemburg hinaus bekannt sind.
Der international bekannteste Künstler Luxemburgs ist der Maler und Fotograf Edward Steichen; seine Ausstellung "Family of Man" hat nach erheblichen Restaurierungs- und Umbauarbeiten 1994 im Schloss von Clervaux eine endgültige Bleibe gefunden. Seit 2003 ist die Ausstellung als "Weltdokumentenerbe" bei der UNESCO gelistet. Der Theaterregisseur Frank Hofmann hat auch in Deutschland einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Das luxemburgische Nationaltheater und die Ruhrfestspiele Recklinghausen/Europäisches Festival arbeiten eng zusammen.
Hinweis
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