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Landesflagge Libyen / Libysch-Arabische Dschamahirija
Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Libyen und Deutschland haben sich konsolidiert. Eine Intensivierung insbesondere durch hochrangige Besuchskontakte war dank der Entschädigung für die deutschen Opfer des Attentats auf die Berliner Diskothek "La Belle" (1986) möglich geworden. Am 3. September 2004 unterzeichneten die Gaddafi-Stiftung für Wohltätigkeitsorganisationen und die Anwälte von 168 Opfern in Tripolis eine Entschädigungsvereinbarung. Auf dieser Grundlage haben die Opfer eine Entschädigung von insgesamt 35 Millionen US-Dollar erhalten.

Der Besuch von Bundeskanzler Schröder in Libyen am 14./15.10.2004 markierte den Beginn des Ausbaus der bilateralen Beziehungen. Bundesaußenminister Steinmeier besuchte Libyen nach 2006 erneut im ersten Halbjahr 2007, während der deutschen EU-Präsidentschaft. Deutschland hatte sich mit großem Nachdruck für die Freilassung der von Libyen jahrelang inhaftierten bulgarischen Krankenschwestern eingesetzt, die kurz nach dem Ende der deutschen EU-Präsidentschaft im Juli 2007 gelang.

Wirtschaftliche Beziehungen

Im April 2009 hielt sich Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg zu einem offiziellen Besuch in Tripolis auf und eröffnete zusammen mit seinem libyschen Amtskollegen das diesjährige Deutsch-Libysche Wirtschaftstreffen für Unternehmer aus beiden Ländern.

Libyen ist Deutschlands drittwichtigster Erdöllieferant. Die deutschen Investitionen in Libyen fließen hauptsächlich in den Ölsektor, die Exporte konzentrieren sich auf Maschinen, Industrieanlagen, Elektrotechnik, Fahrzeuge und Nahrungsmittel. Als Abnehmer für libysches Erdöl steht Deutschland an zweiter Stelle nach Italien. Unter den Ländern, aus denen Libyen Waren importiert, nimmt Deutschland gleichfalls die zweite Stelle ein. Im Tourismussektor gibt es eine Reihe erfolgreicher deutscher Anbieter von Reisen zu archäologischen Stätten und in die Wüste.

Der Besuch deutscher Wirtschaftsdelegationen, das jährliche deutsch-libysche Wirtschaftstreffen und die im Jahr 2000 wieder aufgenommene deutsche Beteiligung an der Internationalen Messe Tripolis Anfang April jeden Jahres unterstreichen die Bedeutung des libyschen Markts.

Ein bilateraler Vertrag zur Förderung und zum gegenseitigen Schutz von Investitionen wurde von Deutschland 2009 ratifiziert. Der Austausch der Ratifikationsurkunden und damit das Inkrafttreten des Vertrages stehen bevor.

Handelsaustausch 2008: Deutsche Exporte 1,04 Mrd. Euro (plus 56 Prozent), Importe aus Libyen 5,5 Mrd. Euro (plus 31 Prozent).

Kulturelle Beziehungen

Etwa 250 Libyer studieren an deutschen Universitäten, eine große Zahl davon Medizin. Eine kleine deutsche Schule mit Kindergarten in Tripolis ist neben der Deutschen Botschaft die einzige deutsche Einrichtung in Libyen. In der Archäologie wird von beiden Seiten eine engere Zusammenarbeit angestrebt; dabei wurden seit 2007 praktische Fortschritte erzielt. Bis 1972 bestand in Tripolis ein Goethe-Institut. Seit 2008 gibt es in Tripolis wieder ein Goethe-Sprachlernzentrum, das zunächst an eine libysche Bildungseinrichtung angegliedert ist und von einer Sprachexpertin des Goethe-Instituts geleitet wird. Die kulturelle Zusammenarbeit beschränkt sich ansonsten bislang auf einzelne Veranstaltungen.

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