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Landesflagge Libanon
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Libanon hat eine lange Tradition als Handelsnation. Dabei kommt dem Land eine liberale Wirtschaftsordnung ebenso zustatten wie die vielfältigen Verbindungen ins Ausland – vor allem aufgrund der zahlreichen Auslandslibanesen. Der Bürgerkrieg hat erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht und die Rolle des Landes als Drehscheibe für Handel und Dienstleistungen im Nahen Osten nachhaltig beeinträchtigt. Die Nachkriegswirtschaft (seit 1991) stand ganz im Zeichen des Wiederaufbaus, wobei insbesondere die Innenstadt von Beirut so wieder hergestellt wurde, dass heute Kriegszerstörungen kaum noch sichtbar sind. Noch nicht gelungen ist es, eine gleichmäßige und störungsfreie Stromversorgung im ganzen Land sicherzustellen. 

2008 wuchs das BIP nach Angaben der Zentralbank um 8,5 Prozent; auch 2009 wird der Libanon trotz der globalen Wirtschaftskrise nach Schätzungen ein Wirtschaftswachstum von 3 bis 7 Prozent erzielen, unter anderem weil die Tourismussaison 2009 die Erwartungen übertraf. Das Wirtschaftswachstum wird durch politische Faktoren, insbesondere die schleppende Regierungsbildung und die nachlassende Kreditvergabe durch den Bankensektor belastet. Ausländische Investitionen fließen hauptsächlich in Immobilien (vornehmlich Investoren aus den Golfstaaten) und in den Erwerb von Anleihen und Wertpapieren.

Haushalt

Eines der größten Probleme für die Wirtschaft des Landes ist die Staatsverschuldung, die Ende 2008 einen Umfang von rund 47 Mrd. US-Dollar erreicht hat. Davon sind knapp die Hälfte Auslands-, der Rest Inlandsschulden. Die Regierung plant für 2009 einen Staatshaushalt von 10,87 Mrd. USD, wovon allein 4,03 Mrd. USD auf den Schuldendienst entfallen. Der libanesische Staat hat gegenwärtig keine Probleme, seine Schulden zu refinanzieren. So konnte zuletzt ein Eurobond über 500 Mio. Euro platziert werden.

2002 wurde zur Erhöhung der Einnahmen eine Mehrwertsteuer von 10 Prozent eingeführt. Bemühungen um höhere Effizienz beim Steuereinzug, und um Personalabbau im Öffentlichen Dienst konnten das Haushaltsdefizit bisher nicht reduzieren. Mehrfach angekündigte Privatisierungen, deren Erlös ausschließlich zum Schuldenabbau eingesetzt werden soll - in erster Linie in den Bereichen Telekommunikation und Elektrizität - wurden immer wieder verschoben. Eine Sanierung des Stromversorgers EDL, der seit Jahren den Staatshaushalt durch Transferzahlungen erheblich belastet, ist weiterhin nicht abzusehen.

Die Pariser Gläubigerkonferenz hatte im Dezember 2002 zum Zufluss öffentlichen und privaten Kapitals in erheblichem Umfang, zu einer Verbesserung der Bonität des libanesischen Staates und einem starken Rückgang der Zinsen sowie zu einer weitgehenden Umstrukturierung der Staatsschulden, einer spürbaren Erleichterung des Schuldendienstes und einem Rekordstand an Devisenreserven bei der Zentralbank geführt.

Außenhandel

Libanon erzielt seit Jahren hohe Handelsbilanzdefizite, eine Änderung ist auch 2009 und 2010 nicht zu erwarten. Das Handelsbilanzdefizit betrug im Jahr 2007 9,0 Mrd. USD, im Jahr 2008 12,66 Mrd. USD. Die Exporte stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 2,82 Mrd. USD (2007) auf 3,48 Mrd. USD (2008) (plus 23,5 Prozent). Die Einfuhren stiegen von 11,82 Mrd. USD (2007) auf 16,14 Mrd. USD (2008) (plus 36,5 Prozent). Wichtigste Einfuhrgüter sind Öl, Maschinen, Chemikalien und Kraftfahrzeuge; exportiert werden vor allem Vorprodukte der Schmuckindustrie.

Wichtigste Lieferanten sind USA, Frankreich, China, Italien und Deutschland. Zu den wichtigsten Abnehmerländern zählen die Schweiz, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi Arabien und Irak.

Neben Kapitalzuflüssen spielt der Tourismussektor eine entscheidende Rolle beim Ausgleich des Handelsbilanzdefizits, so dass Libanon 2009 einen Zahlungsbilanzüberschuss erzielen dürfte.

Die libanesische Währung (Libanesisches Pfund, LBP) ist seit 1994 in einem unveränderten Austauschverhältnis an den US-Dollar gekoppelt (derzeit 1.507,50 LBP pro USD). Libanesische Geschäftsleute spielen eine bedeutende Rolle im Binnen- und Außenhandel anderer arabischer und afrikanischer Staaten.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Aktuelles

Nahost-Konflikt

Die Kämpfe im Sommer 2006, UNIFIL-Mission und Hilfe zum Wiederaufbau

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Beirut

Irene Plank
Tel.: (00961) 4-929 600
Fax: (00961) 4-929 616 eMail
www.beirut.diplo.de

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