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Landesflagge Libanon
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2009

Kulturpolitik

Stärker als in jedem anderen Land des Nahen Ostens mischen sich in Libanon Elemente orientalischer und europäischer Kulturen und verschiedener Religionen. Als Standort für Kultur- und Bildungseinrichtungen hat das Land eine lange Tradition. Der 15 Jahre dauernde Bürgerkrieg (1975-1990) bedeutete einen tiefen Einschnitt für das soziale Gefüge der libanesischen Gesellschaft. Die libanesische Regierung unternimmt heute große Anstrengungen, die Wiederbelebung des kulturellen Lebens voranzutreiben und die Rolle des Landes als Drehscheibe für kulturellen und akademischen Austausch im Nahen Osten zu erhalten. Anstöße für die Wiederbelebung kommen aus allen Bereichen der Gesellschaft, vor allem auch aus dem privaten und akademischen Bereich. 

Die Bildung einer nationalen Einheitsregierung im Jahr 2008 hat auch das kulturelle Umfeld nachhaltig belebt. Der Sommer 2009 erlebte einen wahren Festival- und Tourismusboom.

Seit 1998 finden jährlich (mit Ausnahme von 2006 und 2007) wieder das renommierte Internationale Baalbek-Festival sowie die bekannten Festivals von Byblos und Beiteddine mit internationaler Beteiligung statt, zudem mehrere kleinere Festivals. Im Jahr 1999 war Beirut die "Kulturhauptstadt der arabischen Welt". Die erfolgreiche Ausrichtung des Frankophoniegipfels im Herbst 2002 in Beirut hat dazu beigetragen, das Land kulturell und politisch noch tiefer im internationalen Bewusstsein zu verankern. Der Libanon konnte sich als einer der Ehrengäste der "Arabischen Welt" auf der Frankfurter Buchmesse 2004 mit einem herausragenden Kulturprogramm präsentieren.

Beirut ist noch immer der wichtigste Verlagsstandort der arabischen Welt und wurde zur "Welthauptstadt des Buches 2009" gewählt. Aus diesem Anlass findet von April 2009 bis April 2010 ein vielfältiges Programm statt, das von Lesungen über öffentliche Bücherspenden hin zu Workshops reicht.

Im Herbst 2009 richtet Beirut erneut den Gipfel der Frankophonie aus.

Universitäten

An insgesamt über 40 Universitäten und Hochschulen in Libanon sind rund 120.000 Studenten eingeschrieben, davon über die Hälfte an den 13 Fakultäten der staatlichen Université Libanaise. Die anderen Studenten verteilen sich auf die immer zahlreicher werdenden Privatuniversitäten. Die bekanntesten sind die 1866 gegründete American University of Beirut, die Lebanese American University; die Université Saint Joseph, die Université Saint Esprit de Kaslik, die Beirut Arab University und die Université Balamand. Die libanesischen Studienabschlüsse (Licence bzw. Bachelor sowie Maitrise bzw. Master) werden im Ausland im Allgemeinen anerkannt. Promotionsstudiengänge gibt es nur vereinzelt.

Fremdsprachen

Neben der arabischen Sprache beherrschen viele Libanesen auch die französische und/oder englische Sprache, oft auf sehr hohem Niveau. Vor allem mit Frankreich besteht eine enge kultur- und bildungspolitische Zusammenarbeit. Bei jungen Libanesen zeichnet sich zunehmend ein Trend zum angelsächsischen Kultur- und Sprachraum ab. Großes Interesse libanesischer Studenten und Wissenschaftler besteht auch an Studien- und Kooperationsmöglichkeiten mit Deutschland. Im Hoch- und Fachschulbereich sowie im Bereich der dualen Berufsausbildung gibt es diverse bilaterale Projekte.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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