Kuwait
Kultur-, Bildungspolitik und Medien
Stand: März 2010
Kultur- und Bildungspolitik
In Kuwait besteht Schulpflicht für die vierjährige Grundschule. Knapp die Hälfte der Kuwaitis befindet sich in der Ausbildung an öffentlichen Einrichtungen, davon die überwältigende Mehrheit im Primär- und Sekundärbereich. Die öffentlichen Schulen nehmen nur Kuwaitis auf, während ausländische Kinder auf Privatschulen angewiesen sind.
Die 1962 gegründete Universität Kuwait hat derzeit rund 20.000 Studierende, davon 70 Prozent Frauen.
Der Staat ermöglicht begabten Kuwaitis das Studium im Ausland. Jährlich werden bis zu 250 neue Vollstipendien, zum ganz überwiegenden Teil zum Studium in den USA und in Großbritannien, vergeben. Seit 2009 werden auch Stipendien zum Studium in Deutschland vergeben.
Die kuwaitische Regierung sieht die zunehmende Verbreiterung der Berufsmöglichkeiten für Jugendliche als Voraussetzung für die angestrebte Verminderung der Abhängigkeit Kuwaits von ausländischen Arbeitskräften ("Kuwaitisierung") und bemüht sich, zusätzliche technische Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Die von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) seit 1992 im Rahmen eines Drittgeschäfts mit der kuwaitischen "Public Authority for Applied Education and Training (PAAET)" betreute dreijährige berufliche Aus- und Fortbildung nach dem Vorbild des deutschen dualen Systems findet große Anerkennung. Insgesamt werden an vier Standorten 14 unterschiedliche Ausbildungen angeboten.
Medien
Meinungs- und Pressefreiheit sind in der Verfassung garantiert. Rundfunk (Radio Kuwait), Fernsehen (Kuwait Television, KTV) und die Nachrichtenagentur KUNA (Kuwait News Agency) stellen die regierungsamtliche Informationspolitik dar. KUNA unterhält Büros in 23 Hauptstädten und hat einen Korrespondenten in Berlin. Daneben gibt es zwei private Fernsehstationen (Al-Rai, Watan TV).
Kuwait verfügt über eine vielgestaltige, das gesamte politische Spektrum reflektierende, im Privateigentum befindliche Presse. Die Printmedien umfassen eine Vielzahl von Tages-, Wochen- und (zumeist soziokulturellen) Monatszeitungen und -zeitschriften mit Meinungsvielfalt, die von islamisch-fundamentalistisch über nationalistisch und konservativ bis liberal reicht. Als wichtigste Tageszeitungen sind die arabischsprachigen Tageszeitungen "Al-Qabas", "Al-Rai", "Al Aam", "Al-Seyassah" und "Al-Watan" sowie die drei englischsprachigen Tageszeitungen "Arab Times", "Kuwait Times" und "Al Watan Daily" zu nennen. Deren Berichterstattung ist – auch zu innenpolitisch umstrittenen Themen – überaus lebhaft und spiegelt, ohne die politisch Verantwortlichen in der Regierung zu schonen, die politische Auseinandersetzung im Parlament wider. Die Pressefreiheit findet nur insofern eine Einschränkung, als Kritik an der Person des Emirs und der Herrscherfamilie, die Beleidigung der Grundwerte der monotheistischen Religionen sowie die Verletzung der öffentlichen Moral untersagt sind. Importierte Zeitungen und Zeitschriften, Bücher, Videos und Filme unterliegen hinsichtlich deren Übereinstimmung mit den islamischen Traditionen und den moralischen Standards der Zensur durch das Informationsministerium.
(Arabic and English Service), Voice of America (VoA), und RFI werden in Kuwait auf UKW ausgestrahlt. Über Satellit können ausländische Radio- und TV-Programme, darunter auch deutsche Sender (ARD, ZDF, RTL, RTL 2, Deutsche Welle, ARTE) empfangen werden.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.