Kuba
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Bildungswesen
Dem Bildungswesen galt - neben dem Gesundheitswesen - von Anfang an die besondere Aufmerksamkeit der kubanischen Revolution. Es besteht allgemeine Schulpflicht bis zur 9. Klasse. Die Alphabetisierungsquote betrug im Jahr 2002/3 nach offiziellen Angaben 98% der über 15-jährigen. Durch die Abwanderung von Lehrern in lukrativere Wirtschaftsbereiche, die verstärkte Entsendung von Lehrkräften ins Ausland und knappe Budgets für Bauunterhalt und Betriebsmittel hat die Qualität des Bildungssystems in den letzten Jahren allerdings deutlich gelitten.
An den Universitäten und Hochschulen sind rund 510.000 Studierende eingeschrieben, davon die meisten in berufsbegleitendem Abendstudium. Rund 6% der Bevölkerung haben einen Hochschulabschluss.
Fremdsprachen werden überwiegend erst an Universitäten und Hochschulen unterrichtet. Vorherrschende Fremdsprache ist Englisch. Das Interesse an Deutsch und Französisch steigt, insbesondere im Gefolge des Tourismus. Im Fernsehen gibt es seit dem Jahr 2000 ein umfassendes Bildungsprogramm ("Universität für alle"), in dessen Rahmen bisher u.a. Englisch- und Französisch-Kurse und seit November 2005 auch ein Deutsch-Kurs ausgestrahlt werden.
Kultur
Das kubanische Kulturleben ist unter Berücksichtigung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr vielfältig und umfangreich. Tanz (einschließlich klassisches und modernes Ballett), Film, Musik, bildende Kunst und Literatur haben vielfach hohes, weltweit anerkanntes Niveau. Während Medien und Literatur einer staatlichen Zensur unterliegen (viele bedeutende kubanische Schriftsteller leben im Exil), haben Film, Tanz und Theater, darstellende und bildende Künste größere Freiräume. Das Kulturleben unterliegt aber auch Beschränkungen, die sich aus der seit 1990 schwierigeren Wirtschaftslage ergeben.
Jenseits des staatlich gelenkten Kulturangebotes gibt es eine interessante, privat organisierte Kulturszene (Lesungen, private Ausstellungen, Zirkulation von durch die staatlichen Träger boykottierten Film-, Musik- und Wortproduktionen per DVD, CD-ROM und Internet).
Die kubanische auswärtige Kulturpolitik widmet sich mit Erfolg u.a. der Intensivierung der Beziehungen zu Lateinamerika (lateinamerikanische Filmwochen, Lateinamerikanische Filmhochschule, Kulturzentrum "Casa de las Américas", diverse internationale Festivals). Auch die internationale kubanische Buchmesse, das Internationale Ballettfestival und die Kunstbiennale sind weit über Kubas Grenzen hinaus bekannt.
Ein bilaterales Kulturabkommen wird zur Zeit verhandelt. Es beinhaltet die Einrichtung eines Goethe-Instituts in Havanna.
Hinweis
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