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Landesflagge Korea (Republik Korea, Südkorea)
Wirtschaft

Stand: Januar 2010

Aktuelle Wirtschaftslage

Noch in den 1960er Jahren war die Republik Korea eines der ärmsten Länder der Welt. Der erbittert geführte Koreakrieg 1950 bis 1953 hatte das Land weitgehend zerstört. Nach 40 Jahren rasanter und erfolgreicher Wirtschaftsentwicklung zählt Korea heute zu den entwickelten Industrieländern. Das Pro-Kopf-Einkommen stieg von 525 USD 1970 auf 19.231 USD 2008 an. 1996 trat Korea der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bei. Gemessen am Bruttosozialprodukt liegt die koreanische Wirtschaft heute auf dem 15. Rang weltweit; gleichzeitig ist Korea die 9. größte Exportnation. Große koreanische Unternehmen wie Samsung, Hyundai, LG und andere behaupten im Automobilsektor, im Schiffbau und in der Informations- und Telekommunikationstechnik Spitzenstellungen.

Korea mit seiner von Exporten und den internationalen Märkten abhängigen Volkswirtschaft (Exportanteil am BIP rund 40%) wurde, wie viele andere Länder auch, stark von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise getroffen. Dennoch dürfte Korea 2009 nach Schätzungen des koreanischen Finanzministeriums insgesamt ein positives Wachstum von 0,2% erzielen.Für 2010 werden Wachstumsraten um 5% erwartet. Damit wird Korea weiter an der Spitze der OECD-Mitgliedsländer liegen.

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die koreanische Regierung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität des Finanzmarktes sicherzustellen und die Konjunktur am Laufen zu halten. Ein großes Konjunkturpaket vom Januar 2009, der sog. „Green New Deal“, hat ein Volumen von 50 Bio. KRW (ca. 30 Mrd. Euro) und zielt einerseits auf Infrastruktur-maßnahmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen, andererseits fügt er sich in die allgemeine Ausrichtung der „grünen“ Wirtschaftspolitik der Regierung ein. Auch auf den Finanzmärkten hat sich die Lage nicht zuletzt aufgrund der umfassenden Maßnahmen der Bank of Korea und der Regierung (internationale SWAP-Vereinbarungen zur Sicherung der Fremdwährungsliquidität, expansiver Geldpolitik, Rekapitalisierungsfonds für Banken u.a.) entspannt.

Die Exporte konnten sich 2009 leicht erholen. Im 1. Halbjahr 2009 verzeichnete Korea noch einen Exportrückgang von 22,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im November 2009 wurde zum ersten Mal ein positives Export- und Importwachstum erzielt (+18,8% Exporte, +4,7% Importe, jeweils im Vergleich mit dem Vorjahresmonat). Damit erreichte Korea im zehnten Monat in Folge einen Handelsüberschuss, der sich zum Jahresende auf ein Rekordhoch von 41 Mrd. USD belaufen dürfte. Eine Ursache für den glimpflichen Verlauf der Entwicklung der für die koranische Volkswirtschaft so essentiellen Exporte sieht die Regierung in deren ausgeprägter Diversifizierung, sowohl nach Warengruppen als auch nach Zielregionen. Für 2010 liegen die Erwartungen für das Exportwachstum bereits wieder im zweistelligen Bereich.

Die Inflationsrate der Verbraucherpreise lag 2009 bei 2,9%. Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung und der voraussichtlich steigenden Rohstoffpreise wird für 2010 allerdings ein Anstieg des Inflationsdruckes erwartet.

Die Staatsverschuldung lag Ende 2009 aufgrund der expansiven Fiskalpolitik zur Stützung der Volkswirtschaft bei 35,6% des BIP und damit deutlich über dem Wert von 2008 (30,1%). Gleichzeitig stiegen aber die koreanischen Devisenreserven im November auf ein Rekordergebnis von 270 Mrd. USD an, da ein schwacher Dollarkurs die in Euro und Yen bezeichneten koreanischen Aktienbestände aufwertete.

Trotz der zunehmenden Anzeichen einer schnellen wirtschaftlichen Erholung zeigen die Arbeitslosenzahlen eine negative Entwicklung. Die Arbeitslosenquote stieg allein von November bis Dezember 2009 von 3,3% auf 3,5%. Dabei liegt nach Angaben des Koreanischen Statistikbüros die tatsächliche Anzahl von Arbeitlosen deutlich höher, wenn man auch jene Personen einschließt, die sich etwa in Job-Training-Programmen befinden oder die einer Arbeit nachgehen, die weniger als 18 Stunden pro Woche einnimmt. Diese sind nicht in den offiziellen Arbeitslosendaten enthalten, die nur jene einbeziehen, die einer Arbeit nachgehen wollen, aber keine Beschäftigung finden. Die Schaffung von Arbeitsplätzen gehört auch weiterhin zu den erklärten Prioritäten der Regierung, um eine Dämpfung der aufkeimenden Erholung des Inlandsverbrauchs zu vermeiden.

Konsequente Reformpolitik

Korea hat seinen Wiederaufschwung nach der "Asien-Krise" 1997/1998 vor allem mit einer konsequenten Reformpolitik erreicht. Die Asienkrise hatte die Schwächen der koreanischen Wirtschaft nach einem Wachstum auf überdimensionierter Kreditbasis aufgedeckt. Sie löste spektakuläre Unternehmenszusammenbrüche aus und machte ein Hilfsersuchen an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nötig, der eine Unterstützungszusage über 53 Mrd. USD abgab.

Das Restrukturierungsprogramm im Finanz- und Unternehmenssektor wurde weitgehend erfolgreich durchgeführt und die Wirtschaft auf einen offenen, marktwirtschaftlichen Kurs getrimmt.

Die koreanische Regierung setzt - wie schon die Vorgängerregierungen - beim Wirtschaftswachstum vor allem auf den Export. Neben einem allgemeinen Bekenntnis zu den multilateralen Welthandelsgesprächen verfolgt sie in den letzten Jahren systematisch den Abschluss von Freihandelsabkommen (FHA). FHAs mit Singapur, der EFTA, Chile, den ASEAN-Staaten und Indien sind in Kraft.

Die Ratifizierung des am 1.4.07 unterzeichneten KOR-US-Freihandelsabkommens steht sowohl in Washington als auch in Seoul weiterhin aus. Das Freihandelsabkommen zwischen Korea und der EU wurde Mitte Oktober 2009 paraphiert; die Unterzeichnung wird im 1. Halbjahr 2010 erwartet. Verhandlungen mit Kanada, Mexiko und dem Golfkooperationsrat sowie Australien, Neuseeland, Peru und Kolumbien laufen. Weiterer möglicher Kandidat ist die Türkei. Zu einem FHA mit China wird zur Zeit eine Studie erstellt. Die 2004 auf Eis gelegten Verhandlungen mit Japan konnten bislang nicht wiederbelebt werden.

Außenwirtschaft

Das Gesamthandelsvolumen betrug 2009 ca. 687 Mrd. USD, was einen Abfall gegenüber dem Vorjahr um 19,8% bedeutet. China (ohne Hongkong) mit 138 Mrd. USD vor der EU mit 79 Mrd. USD, Japan mit 71 Mrd. USD und den USA mit 67 Mrd USD wichtigster Handelspartner.

Wichtigste Ausfuhrgüter waren 2008 Ölprodukte, Schiffe, Mobiltelefone, Autos, Halbleiter, Flüssigkristall-Produkte und Autoteile; wichtigste Einfuhrgüter Erdöl, Halbleiter, Erdgas, öÖprodukte, Stahl, Kohle, Halbleiterprodukte, Mobiltelefone und Eisenerz.

Im Dezember 2009 unterzeichneten Korea, China, Japan und 10 ASEAN-Mitgliedstaaten ein 120-Mrd.-USD-Währungsswap-Abkommen. Das Abkommen, bekannt unter dem Namen „Chiang Mai Initiative Multilateralization“, tritt damit am 24. März 2010 in Kraft. Das neue CMIM erlaubt allen ASEAN-Mitgliedstaaten an dem multilateralen Währungsswap-Abkommen im Wert von 120 Mrd. USD zu partizipieren.

Im Vergleich zu 2008 fielen die angemeldeten ausländischen Direktinvestitionen 2009 um 1,9% auf 11,5 Mrd. USD.Insgesamt liegt die Anzahl der in Korea operierenden ausländischen Firmen bei ca. 7.500. Wichtigste Investoren waren 2009 die EU (ca. 5,3 Mrd. USD; an der Spitze die Niederlande und Deutschland) und die USA (ca. 1,49 Mrd. USD).

Der Investitionsstandort Korea sieht sich in den letzten Jahren mit Konkurrenz durch die steigende Attraktivität benachbarter Niedriglohnländer wie China konfrontiert. Durch den Ausbau zum Dienstleistungs- und Handelszentrum in Nordostasien, die Fokussierung auf die konkurrenzfähigen Hochtechnologiebereiche und die Verbesserung der Investitionsbedingungen, insbesondere die Beseitigung von regulativen Hürden, bemüht sich die Regierung, Auslandsinvestoren anzuziehen.

Klimaschutz

Korea hat das Kyoto-Protokoll unterzeichnet, gehört aber nicht zu den Annex-1-Ländern und ist daher nicht zu CO2-Reduzierungen verpflichtet. Nach 13 Jahren Status als Industrieland seit dem OECD-Beitritt 1996 sieht sich Korea nun aber großen internationalen Erwartungen ausgesetzt, sich zu verbindlichen Klimaschutzzielen zu verpflichten. Korea hatam 17. November 2009 ein (freiwilliges) mittelfristiges Reduktionsziel für CO2-Emissionen angekündigt: Danach sollen bis 2020 die Treibhausgasemissionen um 30% gegenüber „business as usual“ reduziert werden. Dieses Ziel wurde anfang Januar 2010 den Vereinten Nationen notifiziert.

Wichtige Elemente der von Präsident Lee Myung-bak verkündeten Vision „ Low Carb, Green Growth“ sind u.a. die deutliche Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der gesamten Energieproduktion von gegenwärtig 2% auf 11% bis 2030 und auf 20% bis 2050, erhebliche öffentliche und private Investitionen in klimafreundliche Forschung und Entwicklung (FuE) und die Einführung eines Emissionshandelssystems.

Korea zählt zu den 75 Gründungsmitgliedern der am 26.1.2009 in Bonn auf deutscher Initiative entstandenen Internationalen Agentur für erneuerbare Energien IRENA.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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Claudia Schmitz
Tel.: (0082) 2 / 748 41 14
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