Kongo (Republik Kongo)
Beziehungen zwischen der Republik Kongo und Deutschland
Stand: Juni 2006
Politische Beziehungen
Die diplomatischen Beziehungen zur Republik Kongo werden seit September 2004 von Kinshasa aus wahrgenommen. Der deutsche Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo (ehem. Zaire) ist in der Republik Kongo nebenakkreditiert. Die Schließung der Botschaft in Brazzaville war i. J. 1997 erfolgt, nachdem in Folge des Ausbruchs des Bürgerkriegs – der den gewählten Präsidenten Lissouba zum Verlassen des Landes zwang – die deutsche Botschaft und die GTZ-Liegenschaften geplündert worden waren.
Im Rahmen der Besuchsdiplomatie kam Außenminister Adada im Dezember 2003 nach Berlin und führte Gespräche mit Frau Staatsministerin Kerstin Müller im Auswärtigen Amt und der parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Frau Dr. Uschi Eid. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, reiste im April 2006 zu einem Gespräch mit Außenminister Adada nach Brazzaville.
Wirtschaftliche Beziehungen
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Kongo sind nicht besonders ausgeprägt. Nur wenige deutsche Investoren sind in der Republik Kongo tätig. Das schwierige Investitionsklima dürfte dafür ein nicht unwesentlicher Grund sein. Deutschland importiert Rohöl und Holz und liefert Maschinen, Fahrzeuge, Eisen- und Haushaltswaren sowie chemische Erzeugnisse. Wichtige, die Wirtschaftsbeziehungen betreffende Abkommen:
- Wirtschaftsabkommen (1962)
- Protokoll über Schifffahrts- und Luftfahrtsbeziehungen (1962)
- Investitionsförderungsvertrag und Kapitalschutzvertrag (beide in Kraft seit 1967)
Deutschland hat 2005 einer umfassenden bilateralen Umschuldung zugestimmt (Volumen rund 127 Mio. EUR) und somit seine Zusage aus dem Pariser Club vom Dezember 2004 umgesetzt. Auf Grund der Umsetzung der Entscheidungen des Pariser Clubs konnte die Republik Kongo im März 2006 den Entscheidungspunkt der in Köln 1999 beschlossenen HIPC-Schuldeninitiative erreichen.
Deutschland unterhält mit der Republik Kongo seit den Bürgerkriegsunruhen 1997 keine bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mehr. 2004 wurde jedoch ein PPP-Projekt (Public Private Partnership) mit einem Forstunternehmen durchgeführt, um die Erstellung eines umweltgerechten Bewirtschaftungsplanes zu flankieren. Über den Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) werden die Bereiche Makroökonomie, Straßenbau und Aufbau des Rechtsstaates unterstützt.
Kulturelle Beziehungen
Nachdem 1997 wegen des Bürgerkriegs die Botschaft geschlossen wurde, verblieb für eine kulturelle Zusammenarbeit nur wenig Spielraum. In begrenztem Umfang erfolgt eine Nachbetreuung ehemaliger Stipendiaten und die Beratung von Studenten, die in Deutschland studieren möchten. Nach den Plünderungen während der Bürgerkriegswirren ist auch die Hanns-Seidel-Stiftung vor Ort nicht mehr vertreten.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.