Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Komoren
Wirtschaft

Stand: Januar 2010

(Die Angaben beruhen zum Teil auf Schätzungen)

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2009 real um ca. 1,0 Prozent und erreichte rund 525 Millionen US-Dollar, das BIP pro Einwohner lag 2009 bei rund 788 US-Dollar. Überweisungen von Auslandskomorern, überwiegend aus Frankreich, machen ca. 20 Prozent des BIP aus.

2009 betrug das Leistungsbilanzdefizit 8 Prozent des BIP (2007: -11,2 Prozent).

Die Inflation belief sich 2009 auf 4,8 Prozent (2007: 4,8 Prozent).

Die Außenverschuldung lag Ende 2008 bei etwa 260 Millionen US-Dollar. Die größten Gläubiger sind die Weltbank, die Afrikanische Entwicklungsbank und die „Arab Bank for Economic Development in Africa“. Es sind Um- und Entschuldungsabkommen in Verhandlung.

Das Hauptproblem der komorischen Wirtschaft sind die schwachen Privatinvestitionen, der desolate Zustand der Infrastruktur und eine inhärente Strukturschwäche. Ohne nennenswerte Mineralien und Rohstoffe, mit einer hohen Bevölkerungsdichte und nur einer begrenzten Verfügbarkeit an Land, beruht der Exportsektor hauptsächlich auf Vanille und Ylang-Ylang, die weniger als 10 Millionen an Exporteinnahmen erzielen, da der Weltmarkt für diese Produkte gesättigt ist. Der Tourismus ist noch wenig entwickelt und deshalb kaum konkurrenzfähig. Im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Reisezielen sind die Komoren weit entfernt und touristisch unerschlossen.

Die sektoriellen Beiträge zum Bruttoinlandsprodukt lagen 2008 bei 45 Prozent für die Landwirtschaft, bei knapp 12 Prozent für die Industrie, und der Dienstleistungssektor lieferte 44 Prozent.

Außenhandel

Die Komoren exportierten im Jahr 2009 Güter (hauptsächlich Vanille, Gewürznelken und der Parfüm-Grundstoff Ylang-Ylang) im Gesamtwert von rund 10,8 Millionen US-Dollar (2008: 12,7 Millionen US-Dollar) . Der Import (Erdölprodukte, Reis, Fleisch) betrug 2009 135,9 Millionen US-Dollar (2008: 153,0 Millionen US-Dollar).

2009 exportierten die Komoren für rund 0,57 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: rund 0,98 Millionen Euro) Waren nach Deutschland (hauptsächlich landwirtschftliche Erzeugnisse wie Vanille) und importierten von dort Waren, überwiegend Maschinen, im Wert von 0,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 2,2 Millionen Euro). Die wichtigsten Abnehmerländer komorischer Waren sind Frankreich, die Türkei, Griechenland und Singapur. Die wichtigsten Bezugsländer Frankreich, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Südafrika und Italien.

Strukturreformen

Das 1991 mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank begonnene Anpassungsprogramm ist bisher nur langsam vorangekommen. Im Oktober 2005 wurde ein vorläufiges Strategiepapier zur Armutsbekämpfung (DSRP) fertig gestellt. Darin werden sieben Schwerpunktelemente zur Armutsbekämpfung genannt: Schaffung der Voraussetzungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum, Förderung der Privatwirtschaft, Stärkung des Justizwesens und gute Regierungsführung, Förderung des Gesundheits- und Bildungswesens sowie der Umwelt und Stärkung der öffentlichen Sicherheit. Nach Wiederaufnahme der Beziehungen zum IWF wurde das DSRP bis September 2009 fortgeschrieben und aktualisiert. Das im Dezember 2008 vom IWF bewilligte sog. Post-Konflikt-Programm, an dem sich mehrere internationale Partner (China, Frankreich, Kuweit, AfDB, EU) beteiligten, hat im zurückliegenden Jahr allerdings positive Wirkungen entfaltet. Auf Grundlage dieser Fortschritte hat der IWF mit der Union der Komoren im Herbst 2009 die Einrichtung einer Armutsverringerungs- und Wachstumsfaszilität vereinbart, welches dem Land weitere strukturelle Fortschritte bringen und dazu beitragen dürfte, den Entscheidungspunkt der HIPC-Entschuldungsinitiative (HIPC- Heavily Indebted Poor Countries) im Jahr 2010 zu erreichen.

Entwicklungszusammenarbeit

In der Entwicklungszusammenarbeit ist Frankreich vor der Europäischen Union und der Weltbank das Hauptgeberland.

Die Mittel Frankreichs für die Komoren im Zeitraum 2006 - 2010 betragen 88 Millionen Euro und sehen Maßnahmen in den Bereichen Regierungsführung, Erziehung und Ausbildung, öffentliche Gesundheit, ländliche Entwicklung/Nahrungsmittelsicherung und Infrastrukturverbesserung vor. 2008 bis 2013 stellt die EU den Komoren 45 Millionen Euro für die Bereiche Erziehung, Infrastruktur und gute Regierungsführung zur Verfügung. Die Weltbank beschränkt sich derzeit noch auf die Förderung grundlegender öffentlicher Dienstleistungen und die Stabilisierung der Institutionen. Das 2004 gestartete Programm mit einem Budget von insgesamt 18,3 Millionen US-Dollar läuft noch bis 2010.

Die deutsche bilaterale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit den Komoren ist, mit Ausnahme der Stipendienprogramme, seit 1992 eingestellt. Rundfunk, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Elektrifizierung waren deutsche EZ-Aktivitäten; das Gesamtvolumen betrug rund 210 Millionen Euro.

Umweltbedingungen

Zwar hat die Regierung der Komoren nationale Umweltstrategien erarbeitet, es fehlen jedoch die nötigen Mittel, um diese auch umzusetzen sowie die Sensibilisierung der Gesellschaft zu forcieren. Die Umweltbelastung durch Industrie und Verkehr ist gering. Die Vergrößerung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, sowie die Verwendung von Feuerholz reduzieren jedoch zunehmend die Waldbestände der Inseln und fördern die Erosion.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt