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Landesflagge Komoren
Außen- und Sicherheitspolitik

Stand: Januar 2010

Die Komoren vertreten außenpolitisch einen ungebundenen Kurs, in internationalen Fragen eine gemäßigte, konstruktive Haltung. Sie bemühen sich um Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Afrika und im Indischen Ozean sowie insbesondere mit den arabischen Ländern. Sie wurden daher Mitglied in der Arabischen Liga. Die Affinität erklärt sich daraus, dass im Mittelalter ein Bevölkerungsteil aus Arabien einwanderte.

In den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und in der Arabischen Liga bemühen sich die Komoren um größere internationale Anerkennung und Unterstützung. Seit Januar 1985 sind die Komoren Vollmitglied in der "Commission de l’Océan Indien", die der regionalen Zusammenarbeit Auftrieb verleihen soll und auch das Verhältnis mit Madagaskar weiter normalisierte. Seit 1994 sind sie auch Mitglied im COMESA(Common Market of Eastern and Southern Africa).

Frankreich ist, vor der Europäischen Union und der Weltbank, größter Geber von Entwicklungshilfe. Während einer internationalen Geberkonferenz am 6. und 7. Dezember 2005 auf Mauritius sagte die internationale Gebergemeinschaft insgesamt 165 Millionen Euro für den Zeitraum 2006 - 2009 zu. Die Zusammenarbeit mit anderen Geberländern, etwa Japan, USA und China, war durch die Staatskrise Ende der 90er Jahre praktisch zum Stillstand gekommen. Dies führte dazu, dass engere Kontakte auch zu arabischen Staaten etabliert wurden. Mittlerweile ist die Volksrepublik China bei der Entwicklungszusammenarbeit und bei Investitionen ein immer wichtigerer Partner.

Als Folge der Staatskrise hat auch die Europäische Union die Delegation der EU-Kommission abgezogen. Seitdem ist die Delegation auf Mauritius auch für die Komoren zuständig.

Traditionelles Thema der komorischen Außenpolitik ist die Frage der französischen Insel Mayotte, die sich 1974 als einzige Insel des Archipels für einen Verbleib als "Collectivité territoriale" entschied. Bei einem Referendum im März 2009 stimmten 94 Prozent der Bewohner Mayottes für eine weitere Integration in den französischen Staat, für die Umwandlung in ein „Département Outre-Mer“ im Jahr 2011.

Im Abkommen von Moroni vom 20. Dezember 2003, das mit aktiver Beteiligung Südafrikas, Madagaskars und Mauritius, sowie der Afrikanischen Union und Frankreichs zustande gekommen war, verständigten sich die politischen Kräfte des Landes darauf, durch Abhaltung demokratischer Wahlen im März und April 2004 die innere Versöhnung herbeizuführen. Dieser Prozess wurde aktiv unterstützt von internationalen Gebern und bilateralen Partnern, darunter auch Deutschland. Die Komoren verfügen nunmehr über ein Parlament der Union und drei Parlamente der Inseln Grande Comore, Anjouan und Mohéli.

Die Sezessionsbestrebungen des Militärregimes auf der Insel Anjouan wurden im März 2008 durch eine militärische Operation beendet, an der auch 1.300 Soldaten der AU teilgenommen haben.



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