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Landesflagge Kolumbien
Außenpolitik

Stand: März 2010

Enges Verhältnis zu den USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind der mit Abstand wichtigste politische und wirtschaftliche Partner des Landes. Die bereits unter Präsident Clinton begonnene Zusammenarbeit bei der Drogenbekämpfung ist nach dem 11. September 2001 auf die Terrorismusbekämpfung erweitert worden (sog. „Plan Colombia“). Unter Präsident Bush galt Kolumbien als der wichtigste und zuverlässigste Partner der USA in Südamerika. Der Amtsantritt von Präsident Obama wurde anfangs als Einschnitt in den bilateralen Beziehungen gesehen. Inzwischen zweifelt allerdings niemand ernsthaft daran, dass die USA Kolumbien weiterhin als wichtigen Verbündeten im Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus sehen. Der jüngst erfolgte Abschluss eines Abkommens über die Nutzung kolumbianischer Stützpunkte durch US-Streitkräfte deutet klar in diese Richtung. Offen bleibt das Schicksal des bereits im Februar 2006 unterzeichneten bilateralen Freihandelsabkommens, dessen Ratifizierung durch den US-Kongress nach wie vor aussteht. 

Verhältnis zu den lateinamerikanischen Nachbarn

Weiterer Schwerpunkt der kolumbianischen Außenpolitik ist die regionale Integration. Kolumbien ist Mitglied der Andengemeinschaft (CAN), der Vereinigung Karibischer Staaten (AEC) und der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR). In der Zusammenarbeit mit den Nachbarländern steht für Kolumbien neben dem wirtschaftlichen Austausch (Venezuela ist einer der wichtigsten Handelspartner Kolumbiens in der Region) die Bekämpfung von Drogenhandel, Waffenschmuggel und Terrorismus im Mittelpunkt. Die Beziehungen zu Venezuela und Ecuador unterliegen allerdings immer wieder Spannungen, meistens wegen Meinungsverschiedenheiten über den Umgang mit bzw. den Kampf gegen die kolumbianische Guerilla.

Ecuador brach im März 2008 die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab, nachdem die kolumbianischen Sicherheitskräfte ein sich auf ekuadorianischem Boden gelegenes Lager der Guerilla angegriffen hatten. 

Die Beziehungen zu Ecuador beginnen sich seit einigen Monaten wieder zu normalisieren. Dagegen ist das Verhältnis zu Venezuela zunehmend angespannt. Venezuela behindert inzwischen auch den Handelsaustausch zwischen beiden Ländern. Bis vor kurzem war Venezuela der zweitwichtigste Handelspartner Kolumbiens; wegen der von der venezolanischen Regierung einseitig verfügten Restriktionen für kolumbianische Importe ist Venezuela inzwischen in der kolumbianischen Außenhandelsstatistik auf den vierten Platz (hinter den USA, der EU und Chile) abgerutscht.

Ausbau der Beziehungen zur Europäischen Union

Zunehmende Bedeutung wird dem Ausbau der Beziehungen zur EU beigemessen. Die EU unterstützt die Bemühungen der kolumbianischen Regierung zur Überwindung des Binnenkonfliktes, setzt sich für die Achtung der Menschenrechte ein und fördert Maßnahmen zur Armutsbekämpfung.

Von kolumbianischer Seite erhofft man sich v.a. ein stärkeres wirtschaftliches Engagement der Europäer sowie Entgegenkommen beim Zugang kolumbianischer Produkte zum europäischen Markt. Der Dialog der Río-Gruppe lateinamerikanischer Staaten mit der Europäischen Union genießt einen hohen Stellenwert.

Im Dezember 2003 wurde in Brüssel ein Abkommen zwischen der Andengemeinschaft und der EU über Politischen Dialog und vertiefte Zusammenarbeit unterzeichnet, das das Kooperationsabkommen von 1993 weiterentwickelt. Mitte 2007 haben Andengemeinschaft und EU Verhandlungen über ein Assoziationsabkommen aufgenommen, das über die Kapitel politischer Dialog und  Zusammenarbeit hinaus auch ein Handelskapitel enthalten sollte. Aufgrund inhaltlicher Differenzen zwischen den Mitgliedern der Andengemeinschaft sind die Verhandlungen aber ins Stocken gekommen. Kolumbien und Peru verhandeln deshalb seit Anfang 2009 mit der EU über bilaterale Freihandelsabkommen. 

Kolumbien in den Vereinten Nationen

Kolumbien spielt als Gründungsmitglied eine aktive Rolle in den Vereinten Nationen; 1996 stimmte es als erstes Land der Einrichtung eines Büros des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte zu. Teil des multilateralen Engagements Kolumbiens ist die Beteiligung an internationalen Friedenseinsätzen (Haiti, Nahost).



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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