Katar
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: September 2009
Schwerpunkte der katarischen Kulturpolitik
Schwerpunkte der katarischen Kulturpolitik sind der Erziehungssektor sowie der Sport. Der Bewahrung der arabisch-islamischen Traditionen verpflichtet, ist Katar nach wie vor bestrebt, westliche Einflüsse in Grenzen zu halten. Andererseits ist sich die Staatsführung der Tatsache bewusst, dass die Entwicklung des Landes eine Öffnung unumgänglich macht.
Schulen und Hochschulen
Katar ist schulisch gut erschlossen, die Analphabetenquote gering. Es besteht eine allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen. Aus historischen Gründen ist das Schulsystem britisch geprägt.
Die Deutsche Schule Doha wurde im Oktober 2008 eröffnet. Darüber hinaus gibt es in Doha eine wachsende Zahl ausländischer Privatschulen (darunter Schulen aus Großbritannien, Frankreich, USA, Norwegen, Indien, Pakistan, Philippinen), die zwar grundsätzlich der schulischen Betreuung der jeweiligen Kolonie dienen sollen, jedoch auch (britische, französische und US-amerikanische Schule) von Kindern aus anderen Herkunftsländern und gut situierten katarischen Familien besucht werden. Aufgrund der steigenden Zahl ausländischer Familien haben viele Privatschulen Kapazitätsprobleme und führen Wartelisten.
Die 1977 gegründete Universität Doha wird derzeit von über 7.000 Studenten, davon 70 Prozent aus Katar, besucht. Eine große Zahl katarischer Studenten (rd. 1.200) wird außerdem mit teils großzügigen Stipendien zum Studium ins Ausland geschickt, insbesondere in die USA, nach Großbritannien und Frankreich, nach Deutschland nur zur Fachausbildung. 2003 wurde das Forschungs-, Lehre- und Technologiezentrum "Education City" eröffnet, in dem bereits sechs amerikanische Universitäten Abteilungen eröffnet haben.
Kultur
Das im November 2008 eröffnete Museum für Islamische Kunst findet weltweit Beachtung. Ein aus 100 Musikern bestehendes professionelles "Qatar-Philharmonic Orchestra" trat im Oktober 2008 erstmals auf und macht auch mit Auslandsreisen auf sich aufmerksam. Mit weiteren Kulturveranstaltungen und in einem eigens dazu errichteten Ausstellungsbereich werden traditionelle Vorführungen sowie Kunsthandwerk gepflegt. Ein Cultural Village soll im Jahr 2010 der Öffentlichkeit übergeben werden.
Das sonstige Kulturangebot im westlichen Sinne besteht weitgehend aus Programmen der ausländischen Botschaften und von deren Kulturinstituten sowie der ausländischen Universitäten in Education City. Großbritannien, Frankreich und Indien verfügen über aktive und gut ausgestattete Kulturinstitute.
Katar hat mit mehreren arabischen Staaten sowie mit Frankreich, den USA, Großbritannien, Kanada und der Türkei Kulturabkommen geschlossen.
Sport
Sport, insbesondere Fußball, erfreut sich in Katar großer Beliebtheit und wird großzügig gefördert (15 modern ausgestattete Stadien mit umfangreichen Nebeneinrichtungen in Doha). Deutsche Experten arbeiten am Aufbau einer international anerkannten Fußballliga. Regelmäßig finden internationale Sportveranstaltungen, wie ATP-Tennisturniere, Leichtathletik-Grand Prix, Moto-GP, Squashturniere, Pferderennen und Segelregatten statt. Durch die Anwerbung renommierter Spieler und Athleten aus allen Bereichen finden sich in Katar Sportler und Trainer, darunter auch einige Deutsche, von internationalem Niveau. Eine internationale Sportakademie mit modernsten Anlagen, darunter der größte geschlossene Mehrzweck-Dom der Welt, wurde im Herbst 2004 unter deutscher Leitung eröffnet. Anfang Dezember 2006 war Katar erfolgreicher Gastgeber der Asienspiele und hatte sich danach ohne Erfolg um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2016 beworben. Katar hat bereits Interesse an der Ausrichtung der Fußball-WM 2022 bekundet.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.