Kamerun
Außenpolitik
Stand: November 2009
Grundzüge der Außenpolitik
Kamerun unterhält zu den meisten westlichen Staaten gute und freundschaftliche Beziehungen. Dies gilt in besonderer Weise für die frühere Treuhandmacht Frankreich, die immer noch der tonangebende Partner ist. Kamerun gehört zu den Ländern, die Frankreich in der "Zone de Solidarité Prioritaire" zusammengefasst hat. Wegen seines anglophonen westlichen Landesteils, der zeitweise britisches Mandatsgebiet war, gehört Kamerun zum Commonwealth.
Abgesehen von der Pflege der Beziehungen zu Frankreich und in den letzten Jahren auch zur Europäischen Union, betreibt Kamerun keine besonders akzentuierte Außenpolitik. Ein traditionelles Ziel der Außenpolitik ist es, mit allen Nachbarn in Frieden zu leben und ein Übergreifen der bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in einigen Ländern der Region auf das eigene Staatsgebiet zu verhindern. Seit März 2008 beteiligt sich Kamerun mit 120 Soldaten an der regionalen Friedenstruppe MICOPAX 1 in der Zentralafrikanischen Republik.
Beziehungen zu afrikanischen Staaten
Die Beziehungen zu Nigeria, dem übermächtigen Nachbarn im Westen, waren früher wegen Grenzstreitigkeiten, besonders um die Frage der Gebietshoheit über die als ölreich geltende Bakassi-Halbinsel, belastet. Im August 2006 konnte dieser Streit beigelegt und damit die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zugunsten Kameruns in die Tat umgesetzt werden.
Am 14. August 2008 hat Nigeria die letzten noch unter seiner Hoheit verbliebenen Teile der Bakassi-Halbinsel an Kamerun zurückgegeben. Damit ist ein langer und gewaltsamer Grenzstreit zwischen beiden Ländern friedlich gelöst worden. Die Vereinten Nationen haben im Friedensprozess vermittelt, Deutschland ist einer von vier „Zeugenstaaten“ des Friedensprozesses.
Als Mitglied der beiden Regionalorganisationen CEEAC und CEMAC unterstützt Kamerun eine vertiefte regionale Integration. Auch wenn nur eine Minderheit der kamerunischen Bevölkerung dem Islam angehört, ist das Land Mitglied der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC).
Verhältnis zur restlichen Welt
Das Verhältnis zu den USA hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Die USA unterhalten die personell größte diplomatische Mission in Jaunde. Die Beziehungen zur Russischen Föderation und den osteuropäischen Staaten sind ohne besondere Vorkommnisse. Das Verhältnis zur Volksrepublik China hat sich mit dem China-Afrika-Gipfel 2006 und dem Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao in Kamerun Ende Januar 2007 schwunghaft entwickelt. China macht in Kamerun mit einem stark wachsenden Handel, mit chinesischen Baufirmen und einer Reihe größerer Projekte (u.a. Bau eines Sportstadions) von sich reden. Japan engagiert sich mit einem ehrgeizigen Schulbauprogramm, einem Sektor, in dem auch die EU tätig ist.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.