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Landesflagge Jordanien
Wirtschaft

Stand: Dezember 2009

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

König Abdullah II. bemüht sich seit Amtsantritt 1999 um die Modernisierung des Landes und die Steigerung ausländischer Direktinvestitionen. Mit diesem Ansatz ist das Land sehr offen gegenüber ausländischen Wirtschaftsaktivitäten geworden. Auch Jordanien bekommt die Auswirkungen der weltweiten Rezession zu spüren. Insbesondere der Bausektor stagniert. Positiv ist, dass der jordanische Bankensektor aufgrund seiner konservativen Geschäftspolitik weiterhin vergleichsweise robust ist. Unklar ist, welche Auswirkungen die momentane Krise auf die große Anzahl der im Ausland lebenden und arbeitenden Jordanier haben wird.

Jordanien wird trotz ungünstiger politischer und naturräumlicher Ausgangsbedingungen in 2009 ein Wirtschaftswachstum von 3 Prozent erzielen. Die Erwartungen für 2010 trüben sich allerdings zunehmend ein. Die so gut wie abgeschlossene Privatisierung staatlicher Betriebe und Infrastruktureinrichtungen (Bergbau, Energie, Telekommunikation, Verkehr) hat sich bisher positiv ausgewirkt. Der Tourismus - die wichtigste Branche neben Bergbau und Baugewerbe - überwindet mit großen Schritten die regionalpolitisch bedingten Rückschläge der vergangenen Jahre. An Bedeutung gewinnt der Tourismus aus arabischen Staaten sowie aus Russland und Zentralasien.

Seit 2004 hat sich Jordanien zur Wirtschaftsdrehscheibe für Irak entwickelt. Zahlreiche Firmen und Institutionen organisieren ihre Irak-Aktivitäten von hier aus. Amman ist regelmäßig Tagungsort verschiedener Konferenzen zum Wiederaufbau in Irak und zu Wirtschaftskontakten mit Irak. Insgesamt betrachtet ist Jordanien aufgrund seiner liberalen Wirtschaftspolitik ein guter Ausgangspunkt für Geschäftsaktivitäten in der gesamten Levante.

Trotz insgesamt stabiler wirtschaftlicher Trends bleibt Jordanien weiterhin anfällig für externe Schocks und stark abhängig von ausländischen Finanzhilfen. Das Wirtschaftssystem des Landes ist auf Dienstleistungen zugeschnitten. Problematisch ist nach wie vor das hohe Haushaltsdefizit.

Die öffentliche Verschuldung hat sich zuletzt stark verringert und steht bei momentan ca. 60 Prozent des BIP.

Der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen Deutschland und Jordanien hatte 2008 ein Gesamtvolumen von ca. 770 Millionen Euro und bestand im Wesentlichen aus deutschen Exporten nach Jordanien. Gute Investitionschancen für deutsche Unternehmen, die bislang sehr zurückhaltend waren, bieten sich im Bereich Erneuerbare Energien, im Dienstleistungssektor sowie in den Bereichen Gesundheit und Tourismus. Darüber hinaus sind auch Großprojekte wie die Erschließung von Ölschiefervorkommen für deutsche Unternehmen nicht uninteressant.

Ein Freihandelsabkommen mit den USA (September 2001) und das Assoziierungsabkommen mit der EU (Mai 2002) setzten wichtige wirtschaftliche Akzente. Jordanien soll künftig seine Zölle und Abgaben im Handel mit der EU vollständig abbauen.

Umweltpolitik

Das Umweltbewusstsein in Jordanien wächst. Ein eigenständiges Umweltministerium wurde vor einigen Jahren geschaffen. Hauptaufgabe ist die Erarbeitung und Durchsetzung von gesetzlichen Regeln, etwa zu Schadstoffausstoß, Gewässerqualität oder Abfallbehandlung. Die Königliche Naturschutzgesellschaft (RSCN) arbeitet erfolgreich an der Einrichtung und Ausweitung von Schutzgebieten. Umweltranger wurden als Überwachungs- und Kontrollinstrument eingerichtet.

Noch weitgehend ungenutzt ist in Jordanien das Potenzial für erneuerbare Energien und effiziente Energienutzung. Bisher sind lediglich zwei Windparks ausgeschrieben. Ein großes Potential besteht weiterhin bei Solarthermie. In diesem Bereich entsteht zur Zeit eine Sonderwirtschaftszone in Maan (südliches Jordanien).

Bisher kaum berücksichtigt sind die Aspekte Energieeffizienz sowie Recycling. Weder öffentliche noch private Gebäude genügen den Bauvorschriften unter Effizienzgesichtspunkten. Mülltrennung und Recycling sind bis auf wenige Pilotprojekte beinahe unbekannt.

Entwicklungszusammenarbeit

Jordanien bemüht sich mit Hinweis auf die regionale Entwicklung und seine besondere geopolitische Lage um Unterstützung durch die internationale Gebergemeinschaft. Deutschland gehört mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro öffentlicher Entwicklungshilfeleistung in den letzten vier Jahrzehnten neben den USA, Japan und der EU zu den Hauptgebern des Landes. Darüber hinaus leisten die Golfstaaten umfangreiche Finanzhilfe. Deutschland unterstützt Jordanien umfangreich bei der Modernisierung und der Reform des Wassersektors. Dazu zählt die politische Beratung bei der Reform des Wassergesetzes sowie der Bau von Pipelines, Kläranlagen und Wassernetzwerken.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Amman
Hans-Christian Mangelsdorf
Tel.: (00962) 6 / 593-0351
Fax: (00962) 6 / 592 9413 eMail
www.amman.diplo.de

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