Italien
Wirtschaft
Stand: Mai 2009
Allgemeine Wirtschaftslage
Die italienische Volkswirtschaft ist im Jahr 2008 um ein Prozent geschrumpft (2007: plus 1,5 Prozent). 2009 wird mit einer weiteren konjunkturellen Abschwächung gerechnet. Auch im Jahr 2008 waren die öffentlichen Finanzen mit 105,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes durch eine sehr hohe Verschuldung gekennzeichnet (2007: 103,5 Prozent des BIP). Die Neuverschuldung lag 2008 mit 2,7 Prozent des BIP noch im Rahmen der Maastricht-Kriterien.
Weiterhin besteht ein erheblicher wirtschaftlicher und struktureller Rückstand des Südens gegenüber dem Norden Italiens.
Der Preisauftrieb hat sich in Italien bei schwacher Konjunktur im Jahr 2008 mit 3,5 Prozent wieder nach oben bewegt (2007: 2,0 Prozent).
Im Beschäftigungsbereich bot sich in den letzten Jahren ein relativ positives Bild. Die Arbeitslosenquote war seit 1999 kontinuierlich von 11,4 Prozent auf 6,1 Prozent im Jahr 2007 gesunken, was auf flexiblere Arbeitsmärkte, Lohnzurückhaltung, steuerliche Anreize und Legalisierung von Schwarzarbeit, besonders der zahlreichen Immigranten zurückgeführt wurde. Dabei waren zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem im Dienstleistungsbereich (Haushaltshilfe und Altenpflege) entstanden. 2008 stieg die Arbeitslosenquote dann aufgrund der Finanzkrise wieder leicht an auf 6,7 Prozent. Die Beschäftigungsquote lag 2008 wie 2007 bei 58,7 Prozent und ist damit im europäischen Vergleich weiterhin sehr niedrig (Deutschland: 70,7 Prozent). Die starken regionalen Ungleichgewichte mit 3,9 Prozent Arbeitslosigkeit im Norden (praktisch Vollbeschäftigung), 6,1 Prozent in Mittelitalien, 12 Prozent im Mezzogiorno sowie die hohe Arbeitslosigkeit von Jugendlichen unter 25 bestehen fort.
Die Wettbewerbsfähigkeit vieler italienischer Unternehmen ist im globalen Maßstab unverändert schwach, hat sich nach leichter Erholung im Vorjahr 2008 schon vor der Krise weiter verschlechtert.
Bemerkenswert ist die relativ gute Positionierung von FIAT, das trotz Problemen ab Oktober 2008 (November: Absatz minus 23 Prozent) ein positives Jahresergebnis erreichte und vor diesem Hintergrund international expandiert (Übernahme Chrysler, Bemühungen um Opel, Vauxhall und Saab).
Außenhandel
Der italienische Außenhandel schloss im Jahr 2008 zum fünften Mal seit 1992 mit einem Defizit von knapp 11,5 Mrd. ab (2007: minus 9,5 Mrd. Euro).
Die Gesamtexporte stiegen 2008 um zwei Prozent, während die Importe um 2,5 Prozent zunahmen. Die wichtigsten europäische Absatzländer für italienische Produkte sind Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien, wichtigste außereuropäische Absatzländer sind die USA, Russland, die Türkei, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Japan. Wichtigste Ausfuhrgüter sind Maschinen/Maschinenbauerzeugnisse, Metalle und Metallbauerzeugnisse, raffinierte Mineralölprodukte, Transportmittel, Chemie- und Pharmaerzeugnisse, Elektronik- und Präzisionsapparate, Textilien/Bekleidung und Nahrungsmittelprodukte.
Unter den europäischen Lieferländern liegt Deutschland ebenfalls an erster Stelle, gefolgt von Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Belgien. Außereuropäische Lieferländer von Bedeutung sind China, Libyen, Russland und die USA. Wichtigste Einfuhrgüter waren 2008: Energie/Rohstoffe (Erdöl/Erdgas) und sonstige Mineralien, Transportmittel, chemische Produkte, Metalle und Metallerzeugnisse, Pharmaerzeugnisse, Textilprodukte, Maschinen und Geräte zur Erzeugung mechanischer Energie (ohne Motoren), raffinierte Mineralölprodukte und Nahrungsmittel.
Hinweis
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