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Landesflagge Irland
Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Irland sind traditionell freundschaftlich. Seit dem Beitritt Irlands zur EG (jetzt EU) im Jahre 1973 arbeiten beide Länder auch auf europäischer Ebene eng zusammen. 1990 leistete Irland, das seinerzeit die Präsidentschaft im Rat der EU innehatte, einen engagierten Beitrag zur Vollendung der deutschen Einheit.

Die engen und vertrauensvollen bilateralen Beziehungen wurden durch die Besuche der irischen Staatspräsidentin McAleese in Deutschland (Februar 2008), der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Irland (April 2008), sowie regelmäßige Besuche der Deutsch-Irischen Freundschaftsgruppe im Bundestag in Irland, zuletzt im Oktober 2008, bekräftigt.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die deutsch-irischen Wirtschaftsbeziehungen haben eine lange Tradition. Die angesehene Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer besteht seit 1980. Mehr als 300 deutsche Unternehmen haben sich in Irland niedergelassen. Sie beschäftigen über 20.000 Personen.

Deutschland ist nach Großbritannien bezüglich der Importe nach Irland europaweit der wichtigste Handelspartner .

Nach Großbritannien, den USA und Belgien ist Deutschland der viertgrößte Abnehmer irischer Produkte. Hinsichtlich des Gesamtumsatzes für Im- und Exporte aus und nach Irland steht Deutschland weltweit an vierter Stelle..

Irland exportierte 2008 Waren im Wert von 6,1 Milliarden Euro nach Deutschland (2007: 6,7 Milliarden). Umgekehrt betrug der Wert der deutschen Exporte nach Irland 2008 4,6 Milliarden Euro (2007: 5,6 Milliarden Euro) (Quelle: CSO).

Wichtige deutsche Ausfuhrgüter sind Kfz, chemische Erzeugnisse, Elektronik und Maschinen. Deutschland importiert aus Irland hauptsächlich chemische Erzeugnisse, Elektronik, Nahrungsmittel und Elektrotechnik.

Seit Gründung des International Financial Services Center (IFSC) 1986 in Dublin mit günstigen steuerlichen Konditionen (12,5 Prozent Körperschaftssteuersatz seit 01.01.2003) haben sich über 400 Firmen des Banken- und Versicherungsgewerbes in Dublin niedergelassen, davon 40 aus Deutschland.

Kulturelle Beziehungen

Die deutsch-irischen Kulturbeziehungen sind intensiv und werden zum ganz überwiegenden Teil zwischen deutschen und irischen Partnern ohne Einschaltung staatlicher Stellen verwirklicht. Die öffentliche Förderung des bilateralen Kulturaustausches mit Irland erfolgt in erster Linie durch das Goethe-Institut in Dublin.

Die Förderung der deutschen Sprache ist eine Schwerpunktaufgabe. Das Goethe-Institut bietet umfassende Sprachkurse an und unterstützt durch die Pädagogische Verbindungsarbeit die Deutschlehrerinnen und -lehrer. Hierzu gehören die Durchführung von Lehrerfortbildungen, Einzelprojekte für Schulklassen im Sekundarschulbereich und die Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Deutschlehrer in Irland. Seit 2008 werden zwei irische Schulen im Rahmen der Partnerschaftsinitiative „Schulen: Partner der Zukunft“ intensiv betreut.

Die irischen Universitäten und "Institutes of Technology" haben – zum Teil mehrfache - Partnerverbindungen zu deutschen Hochschulen. Da einige Studienlehrgänge ein obligatorisches Auslandsjahr vorsehen, ist der Austausch mit deutschen Universitäten, vor allem im Rahmen des ERASMUS-Programms der EU, sehr rege. Diese Austauschmöglichkeit wird überwiegend von deutschen Studentinnen und Studenten genutzt. An irischen Hochschulen sind derzeit sieben DAAD-Lektoren für Germanistik beschäftigt. Der DAAD stellt regelmäßig Jahresstipendien für Germanistikstudentinnen und -studenten zur Verfügung. Seit 1997 besteht an der Universität Limerick ein Zentrum für deutsch-irische Studien. Der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz (KMK) lädt jährlich fünf irische Schüler, die im "Junior Certificate" landesweit die besten Ergebnisse in Deutsch erzielt haben, als Preisträger nach Deutschland ein. 24 weitere Schüler erhalten darüber hinaus die Gelegenheit, im Rahmen eines Sprachförderungsprogramms für drei Wochen am Schulunterricht in deutschen Schulen teilzunehmen. Auf der Basis des deutsch-irischen Kulturabkommens von 1983 werden außerdem deutsche Anglistikstudentinnen und -studenten als "Assistent Language Teacher" vom PAD an irische Schulen und irische Fremdsprachenassistenten an deutsche Schulen vermittelt.

Von Bedeutung für die bilateralen Kulturbeziehungen ist auch die Deutsche Schule Dublin, St. Kilian’s, eine Privatschule nach irischem Recht mit durchgängigem Deutschunterricht. Sie wird von Deutschland als Begegnungsschule unterstützt.

Das Abkommen über ein „bilingual leaving certificate“, das es Absolventen von St. Kilian´s ermöglicht, ohne weitere Prüfungen in Irland oder Deutschland zu studieren, ist am 10. April 2008 in Kraft getreten.

Zwischen St. Kilian’s und dem Lycée Français ist eine enge Zusammenarbeit eingeleitet worden. Auf dem Gelände der Deutschen Schule wurde ein neues Schulgebäude zur gemeinsamen Nutzung durch beide Schulen errichtet. Es wurde am 22.01.09 offiziell eingeweiht.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Irland arbeitet als deutsche Auslandsgemeinde und wird von einem aus Deutschland entsandten Pfarrerehepaar geleitet. Dieser einzigen lutherischen Kirche im Lande gehören auch Gläubige aus Irland und anderen Ländern an. Seit 1999 gibt es außerdem eine kleine deutschsprachige katholische Gruppe.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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