Irak
Beziehungen zu Deutschland
Stand: Oktober 2009
Politische Beziehungen
Deutschland und Irak verbinden enge freundschaftliche Beziehungen, die bis weit vor die Gründung des modernen irakischen Staates reichen. Seit dem Regime-Wechsel im Jahre 2003 sind die Beziehungen immer intensiver geworden. Mit der Akkreditierung von Botschaftern in Bagdad und Berlin am 24. und 28. August 2004 wurden die vollen diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Irak wieder hergestellt. Seit dem Golfkrieg 1990/91 und während der zivilen Übergangsverwaltung bestanden eingeschränkte diplomatische Beziehungen. In Arbil unterhält Deutschland seit Anfang 2009 ein Generalkonsulat. Derzeit leben etwa 84.000 Iraker in Deutschland. Mehrere Tausend ehemalige Exil-Iraker sind seit 2003 nach Irak zurückgekehrt.
Unterstützung beim Wiederaufbau und Humanitäre Hilfe
Deutschland leistete in Irak unmittelbar nach Beginn des Krieges 2003 umfangreiche humanitäre Hilfe und unterstützt das Land seither beim Aufbau der Wirtschaft, des Rechtsstaates und der Verwaltung. Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen im Bereich der Aus- und Fortbildung von Fachkräften sowie in der Hochschulkooperation.
Seit 2003 hat Deutschland gegenüber Irak Euro Unterstützungsleistungen in Höhe von über 350 Millionen Euro erbracht und Schulden in Höhe von 4,7 Milliarden Euro erlassen. Das Auswärtige Amt hat 2008 und 2009 jeweils ca. 5 Millionen Euro für humanitäre Projekte zur Verfügung gestellt, die in erster Linie den Menschen zugute kommen, die auf der Flucht sind, sowohl innerhalb Iraks, als auch im benachbarten Auslan
Wirtschaftsbeziehungen
Mit der sich langsam verbessernden Sicherheitslage wächst das Interesse deutscher Unternehmen an Geschäften in Irak. Dennoch stellt die insgesamt immer noch schwierige Gesamtlage (siehe Reisewarnung) ein Hindernis für den ungehinderten Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen dar.
Im Februar 2009 wurde in Bagdad ein "Servicebüro Wirtschaft" eröffnet, das deutschen und irakischen Firmen ermöglichen soll, in einem nach wie vor schwierigen Umfeld gemeinsame Geschäftsinteressen zu entwickeln und Möglichkeiten der Kooperation zu eruieren.
Kontakt Servicebüro Wirtschaft Bagdad:
Tel: ++964-770 80 70350
E-Mail Kontakt
m Mai 2009 ging die Internetseite „Wirtschaftsplattform Irak“ online. Sie bietet insbesondere deutschen Unternehmen Hintergrundinformationen für Aktivitäten in Irak
Zahlreiche deutsch-irakische Wirtschaftskonferenzen fanden seit 2004 unter Teilnahme von Fachministern und hochrangigen Unternehmern statt, seit 2008 reisen auch deutsche Unternehmerdelegationen nach Bagdad und Arbil. 2009 stellten über 50 deutsche Unternehmen ihre Produkte auf der internationalen Messe in Arbil aus. Ein Investitionsförderungsabkommen wurde am Rande des Besuchs von Premierminister Nuri Al-Maliki im Juli 2008 in Berlin paraphiert.
Der Warenaustausch zwischen beiden Ländern betrug im Jahr 2007 360,6 Mio. Euro. Dabei lagen die Exporte nach Irak bei 319 Mio. Euro (vor allem elektrotechnische Erzeugnisse und Maschinen) die Importe aus Irak bei 41,5 Mio. Euro (fast ausschließlich Rohöl). Von Januar bis November 2008 wurden die Exporte auf 264 Mio. Euro und die Importe auf 135 Mio. Euro beziffert. Die Öleinfuhren aus dem Irak betrugen 2008 180.000t Rohöl. Dies entspricht einem Anteil von 0,17 Prozent der deutschen Rohölimporte. In der ersten Jahreshälfte 2009 verdoppelte sich das deutsch-irakische Handelsvolumen.
Weitere Informationen zu den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen finden Sie hier: Länderinformation Irak des BMWi
Kulturelle Beziehungen
Deutschland und Irak arbeiten im Kultur- und Bildungsbereich eng zusammen. Die Bundesregierung verstärkte ihr Engagement im letzten Jahr deutlich. Deutschland knüpft dabei an eine lange Tradition der kulturellen Zusammenarbeit mit Irak an, insbesondere bei der Hochschulzusammenarbeit in Form von Partnerschaften und Stipendienförderung des DAAD und dem Erhalt des kulturellen Erbes über Kooperation des Deutschen Archäologischen Instituts.
Das Goethe-Institut unterhält Dialogpunkte in Bagdad und Arbil.
Im Rahmen des Projektes „Schulen: Partner der Zukunft“ werden vier irakische Partnerschulen gefördert.
Weitere Informationen:
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.