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Landesflagge Indien
Beziehungen zwischen Indien und Deutschland

Stand: Oktober 2009

Politische Beziehungen

Indien beendete nach dem Zweiten Weltkrieg als erster Staat den Kriegszustand mit Deutschland und zählte zu den ersten Staaten, die die Bundesrepublik Deutschland diplomatisch anerkannten. Die deutsche Wiedervereinigung wurde von Indien mit Sympathie und Unterstützung begleitet. Indien sieht im vereinten Deutschland einen wichtigen Partner auf der Suche nach seiner neuen weltpolitischen und regionalen Rolle.

Der hochrangige beiderseitige Besucheraustausch hat den Beziehungen starke Impulse gegeben. 

Premierminister Manmohan Singh hat Deutschland im April 2006 besucht, Premierminister Vajpayee im Mai 2003. Zuvor reisten Präsident Narayanan (1998), Premierminister Rao (1991, 1993 und1994) sowie Präsident Venkataram (1989) und Premierminister Gandhi (1988) nach Deutschland.

Der jüngste hochrangige Besuch von deutscher Seite erfolgte durch Bundesaußenminister Steinmeier vom 19.-21. November 2008. Zuvor reisten Bundeskanzlerin Merkel vom 29. Oktober bis 1. November 2007 und Bundestagspräsident Dr. Lammert im August 2007 nach Indien. Bundeskanzler Schröder (2004 und 2001), Bundespräsident Rau (2003), Bundespräsident von Weizsäcker (1991) sowie Bundeskanzler Kohl (1993, 1986 und 1983) statteten Indien offizielle Besuche ab.

Die von beiden Außenministern unterzeichnete "Agenda für die Deutsch-Indische Partnerschaft im 21. Jahrhundert" vom Mai 2000 beschreibt Felder für die weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen, seit dem 23. April 2006 ergänzt durch eine "Gemeinsame Erklärung" von Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister M. Singh über die strategische Partnerschaft beider Länder. Diese Partnerschaft sieht neben der engeren politischen Abstimmung – regional wie global, z. B. zu Afghanistan, Iran, Abrüstung, Terrorismusbekämpfung, Klimaschutz und Reform der Vereinten Nationen - einen deutlichen Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Wissenschaft und Technologie sowie Verteidigung vor. Anlässlich des Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel wurde am 30. Oktober 2007 eine "Gemeinsame Erklärung zur Weiterentwicklung der strategischen und globalen Partnerschaft" beschlossen.

Wirtschaftliche Beziehungen

Die Wirtschaftsbeziehungen zu Indien haben in den letzten Jahren deutlich an Dynamik, und Intensität gewonnen. Besuche der Bundeskanzlerin (Ende Oktober 2007) und des Bundesaußenministers (November 2008) jeweils in Begleitung hochrangiger Wirtschaftsdelegationen unterstrichen das gegenseitige Interesse an einer weiteren Vertiefung der Wirtschaftlichen Beziehungen .

Deutschland ist Indiens wichtigster Handelspartner innerhalb der EU. Seit Beginn der indischen Reformpolitik 1991 hat das bilaterale Handelsvolumen rasant zugenommen. Angesichts der erheblichen Wachstumschancen wird eine Steigerung des Handelsvolumens auf 20 Mrd. Euro Ende 2012 angestrebt. 2008 erreichte es mit rund 13,4 Mrd. Euro seinen bisherigen Höchststand. Deutsche Exporte nach Indien stiegen auf rd. 8,2 Milliarden Euro (+11%), Indiens Ausfuhren nach Deutschland betrugen rd. 5,2 Milliarden Euro (+11%). Deutschland verzeichnete somit einen Handelsbilanzüberschuss von ca. 2,9 Milliarden Euro. Indien steht für Deutschland als Handelspartner bei den Ausfuhren an 27. Stelle und bei Einfuhren auf Platz 28. Aus indischer Sicht war Deutschland 2007 der siebt wichtigste Handelspartner bei Einfuhren, der acht wichtigste bei Ausfuhren.

Die wichtigsten deutschen Ausfuhrgüter stammen aus dem Maschinenbau (machen ein Drittel am Gesamtexport nach Indien aus) gefolgt von chemischen und elektrotechnischen Erzeugnissen. Bedeutsam sind auch Luftfahrzeuge, feinmechanische- und optische Erzeugnisse. Kräftige Steigerungsraten sind bei Luftfahrzeugen, Nahrungsmitteln, Kraftfahrzeugen, Maschinen, Elektrotechnik sowie Optik zu verzeichnen.

Der Schwerpunkt indischer Exporte nach Deutschland lag im Textilbereich , gefolgt von chemischem Erzeugnissen, Lederwaren, Nahrungsmitteln, Eisen und Eisenwaren sowie Fahrzeugen.

Die letzte Sitzung der Gemischten Wirtschaftskommission unter dem Vorsitz des deutschen Wirtschafts- und indischen Finanzministers fand vom 18. bis 19.09.2007 in Berlin statt. In Begleitung von über 30 indischen Unternehmens- und Verbandsspitzen rief der indische Finanzminister zum verstärkten Engagement deutscher Unternehmen in Indien auf. Im Mittelpunkt standen Fragen von Handelserleichterungen, Exportkontrolle, einzelner Investitionsvorhaben, weiterer Marktöffnung, Berufsbildungsmaßnahmen deutscher Unternehmen sowie der Ausbau der Zusammenarbeit in den Branchen Energie, Infrastruktur, Tourismus und Umwelt.

Neben dem 2006 gegründeten Energieforums leisten auch die Arbeitsgruppen für Kohle, Tourismus und Infrastruktur wichtige Beiträge zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen mit Indien.

Ende 2008 und Anfang 2009 haben insgesamt drei deutsch-indische Arbeitsgruppen auf den Gebieten Berufsbildung, Automobile und Landwirtschaft unter hochrangiger Regierungsbeteiligung ihre Arbeit aufgenommen.

Zu den bedeutendsten deutsch-indischen Wirtschaftsabkommen zählen:

  • Doppelbesteuerungsabkommen, am 19.12.1996 in Kraft getreten;

  • Investitionsschutzabkommen, im Juli 1998 in Kraft getreten;

  • Handelsabkommen vom 31.03.1955;

  • Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung von 1971 und 1974.

Deutsche Direktinvestitionen

Der Stand kumulierter deutscher Direktinvestitionen (ohne die erheblichen Reinvestitionen und andere zurzeit nicht erfasste Zuflüsse) liegt bei ca. 3 Mrd. USD. Damit belegt Deutschland nach Großbritannien und den Niederlanden den dritten Platz europäischer Investoren und steht insgesamt an 7. Stelle. Die neuen Direktinvestitionen im Finanzjahr 2008-09 aus Deutschland betrugen (nach offiziellen indischen Angaben) 629 Mio. USD (410 Mio. EUR). Diese Zahl steht für unmittelbare Geldflüsse und keine indirekten Investitionen und entspricht damit bei weitem nicht dem tatsächlichen Engagement deutscher Firmen, welche insbesondere durch Reinvestitionen ihre Kapazitäten ausbauen.

Seit 1991 wurden ca. 2.700 deutsch-indische Kooperationen gegründet.

Schwerpunkte sind die Bereiche Chemie, Pharmazie, Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik sowie Software.

Deutsch-Indische Entwicklungszusammenarbeit

Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit der Republik Indien ist ein wichtiger Bestandteil der außenpolitischen Beziehungen. Trotz der wirtschaftlichen Fortschritte, der erfolgreichen Bekämpfung des Hungers und endemischer Krankheiten ist Indien mit den Problemen gravierender Disparitäten zwischen arm und reich, Stadt und Land und dem damit in Zusammenhang stehenden unzulänglichen Zugang zu Leistungen im Gesundheitswesen und zur schulischen Erziehung für große Teile der Bevölkerung konfrontiert. Diese Defizite behindern eine flächendeckende und nachhaltige Entwicklung in dem gewünschten Tempo. Es gibt daher nach wie vor zahlreiche Ansatzpunkte für eine gezielte Kooperation mit dem Ziel der Verbesserung der Lebenssituation für die Menschen.

In ihrem Bemühen, die Leistungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wirksam und sichtbar zu machen, konzentriert sich die Arbeit der Bundesregierung im Einvernehmen mit der indischen Regierung auf die Sektoren:

  • Umwelt- und Ressourcenschutz

  • Energie

  • nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung (einschl. Finanzsystementwicklung und soziale Sicherung)

Die Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Gruppe) durchgeführt: Die GTZ konzentriert ihre Arbeit auf die Technische Zusammenarbeit (Beratungsleistungen), die KfW auf die Finanzielle Zusammenarbeit (Investitionsvorhaben).

Die Entwicklungszusammenarbeit mit Indien kann nicht losgelöst von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen des Landes erfolgen. Daher gibt es in vielen Projekten eine enge Kooperation mit Wirtschaftsverbänden (Kammern) und Selbsthilfeorganisationen der Klein- und Mittelindustrie.

Im politischen Kontext ist die Bundesregierung offen für Initiativen zum Ausbau einer regionalen, grenzüberschreitenden Kooperation mit den Nachbarländern, auch unter Einbeziehung der Erfahrung anderer Entwicklungsländer im Sinne einer Süd-Süd-Kooperation.

Der entwicklungspolitische Dialog wird auf Regierungsebene im Rahmen der jährlichen entwicklungspolitischen Regierungskonsultationen und Regierungsverhandlungen geführt.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit blickt mittlerweile auf eine über 50-jährige Erfolgsgeschichte zurück. Aus diesem Anlass besuchte die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Frau Heidemarie Wieczorek-Zeul, im Oktober 2008 Indien.

Kulturelle Zusammenarbeit

Basis des deutsch-indischen kulturellen Austauschs ist das bilaterale Kulturabkommen, das im September 1969 in Kraft trat. Seitdem finden etwa alle drei Jahre deutsch-indische Kulturkonsultationen statt, die die Arbeitsgrundlage für Projekte und Austauschmaßnahmen im Kultur- und Bildungsbereich bilden. Die letzten Kulturkonsultationen fanden im Oktober 2005 statt.

In Indien gibt es sechs Goethe-Institute, die unter dem Namen "Max Mueller Bhavan (MMB)" – benannt nach dem deutschen Indologen Max Müller - arbeiten. Die Institute leisten Programm-, Sprach- und Informationsarbeit in New Delhi (zugleich Regionalinstitut für Südasien), Kalkutta, Chennai, Bangalore, Mumbai und Pune (nur Spracharbeit). Neben der Veranstaltung und Organisation von Kulturprogrammen bildet die Spracharbeit einen wichtigen Schwerpunkt: derzeit nehmen jährlich etwa 12.000 Personen an Deutschkursen der Max Mueller Bhavan teil. Um die stetig steigende Nachfrage zu befriedigen, wurde auch ein in erster Linie über E-Mail geführtes Fernstudium eingerichtet.

Das Institutsnetzwerk wird ergänzt durch fünf Goethe-Zentren in Ahmedabad, Chandigarh, Coimbatore, Hyderabad und Trivandrum.

Ein indisches Kulturzentrum (Tagore-Zentrum) befindet sich an der Indischen Botschaft in Berlin.

Die Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in New Delhi fördert die bilaterale Hochschul- und Forschungskooperation und befasst sich mit Stipendienprogrammen und Studienberatung. Im Kontext der Werbung für den Hochschul- und Wissenschaftsstandort Deutschland wurden in den vergangenen Jahren Bildungsmessen veranstaltet. Derzeit sind 3.800 (ohne Bildungsinländer) indische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben Die Zahl deutscher Studenten an indischen Hochschuleinrichtungen wird auf etwa 200 geschätzt. 

2009 hat der DAAD die neu Programm-Initiative "A new Passage to India" entwickelt. In diesem Rahmen werden Studien- und Forschungsaufenthalte nach Indien gefördert.

Momentan sind vier Lektoren (in vier Lektoraten für Deutsch als Fremdsprache) und sieben Kurzzeitdozenten in Indien tätig. Der DAAD fördert 12 deutsche und 11 indische Institute bei Partnerschafts- und Hochschulprogrammen sowie 48 Forschungs- und Arbeitsaufenthalte sowie Wiedereinladungen und 19 Informationsaufenthalte indischer Wissenschaftler in Deutschland.

Das Südasien-Institut der Universität Heidelberg ist seit 1962 mit einer Außenstelle in New Delhi vertreten und hat eine wichtige Brückenfunktion für Indologen deutscher und indischer Forschungsinstitutionen. 

Es gibt in New Delhi eine bis zum Abschluss der 12. Klasse führende anerkannte deutschsprachige Auslandsschule. 2010 kann erstmals die Deutsche Internationale Abiturprüfung (DIAP) abgelegt werden.

In Indien werden regelmäßig Kulturerhaltprojekte durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert. Anfang 2009 konnte die Restaurierung des "Zenana Palace" (Palast der Königinnen) im Mehrangarh Fort in Jaipur fertig gestellt werden.

In Ladakh wird die Sanierung der Tempelgebäude und der Wiederaufbau der Mönchswohnung im Alchi Tsatsapuri unterstützt.

Wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit

Die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit mit Indien reicht bis Ende der fünfziger Jahre zurück und gründet u.a. auf zwei Regierungsabkommen von 1971 und 1974. Die indische Wissenschaft genießt in Deutschland einen sehr guten Ruf (vor allem Raumfahrt, IT und Biotechnologie) und umgekehrt. Indien nimmt bei der Zahl der Alexander von Humboldt-Stipendiaten weltweit nach den USA und Japan den dritten Rang ein, und mit über 550 Gastwissenschaftlern ist Indien eines der beiden größten Partnerländer der Max-Planck-Gesellschaft im Bereich Wissenschaftleraustausch.

Zwischen den sieben Indian Institutes of Technology ("Centers of Excellence") und neun deutschen Technischen Hochschulen wurde 1998 ein Programm vereinbart, das einen Studienaufenthalt für Masterstudenten im jeweiligen Partnerland vorsieht. Aus dem gleichen Jahr datiert ein Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), und des indischen Wissenschaftsministeriums (DST) das projektbezogene Forschungskooperation zum Ziel hat. Seit 2001 nimmt auch eine Gruppe ausgewählter, indischer Jungwissenschaftler am jährlichen Nobelpreisträgertreffen in Lindau am Bodensee teil.

In diesem Jahr war Indien Partnerland des Nobelpreisträgertreffens. Sowohl Bildungsminister Sibal als auch der neue Wissenschaftsminister Chavan reisten zu diesem Anlaß nach Lindau.

Gerade in den letzten Jahren hat die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit deutlich an Fahrt gewonnen. 2004 wurde durch den damaligen Bundeskanzler Schröder der Indo-German Science Circle in Neu-Delhi gegründet, eine hochrangige Vortragsreihe mit Netzwerk und bilateraler Wissenschaftswebsite. Die Max-Planck-Gesellschaft schloss 2004 ein Grundsatzabkommen mit dem indischen Wissenschaftsministerium DST, das u.a. die Förderung von Partnergruppen und Fellowships vorsieht. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vereinbarte kurz darauf ebenfalls ein Grundsatzabkommen mit dem DST und eröffnete im November 2006 ein Büro in Neu-Delhi sowie eine Zweigstelle in Hyderabad.

Beim Indienbesuch der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Schavan, im Februar 2007 wurde die Einrichtung eines Deutsch-Indischen Wissenschaftszentrums in Neu-Delhi vereinbart. Zugleich fand auf Initiative der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine hochrangige EU-Indien-Wissenschaftsministerkonferenz statt. Das dort vereinbarte "New Delhi Communiqué" setzt Maßstäbe für die künftige Zusammenarbeit der EU und Indiens im Bereich Wissenschaft und Technologie. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine deutsch-indische Erklärung zu Indiens Beteiligung am deutschen Großprojekt FAIR mit internationaler Beteiligung unterzeichnet, das mittels Beschleunigertechnologie Grundfragen zur Materie klären will.

Wissenschaft und Technologie war auch ein wesentlicher Schwerpunkt der Reise von Bundeskanzlerin Merkel nach Indien von Ende Oktober 2007. Der Delegation gehörten neben Bundesministerin Schavan sechs führende Vertreter deutscher Wissenschaftseinrichtungen an. Die Regierungschefs gaben das Startsignal für Den vom BMBF geförderten Wissenschaftszug „Science Express“, der in Kooperation zwischen MPG und dem indischen Wissenschaftsministerium auf seiner sieben Monate währenden Fahrt durch Indien den Forschungsstandort Deutschland präsentierte und dabei Studenten und Schüler für wissenschaftliche Themen begeisterte. Insgesamt verzeichnete der „Science express“ in 56 Städten über zwei Millionen Besucher. Während des Besuchs der Bundeskanzlerin unterzeichnete Bundesministerin Schavan mit dem damaligen indischen Wissenschaftsminister Sibal eine Vereinbarung zur Gründung des IGSTC.

Im Rahmen des Besuchs verkündete Bundesministerin Schavan außerdem das Programm „A New Passage to India“, das die Förderung binationaler Studiengänge ebenso vorsieht wie Studien- und Forschungsaufenthalte und Praktika in Deutschland und Indien. E 4,3 Mio stehen dem DAAD jährlich für dieses Programm zur Verfügung, durch das nicht zuletzt die Zahl der Nachwuchswissenschaftler mit Kenntnissen des Partnerlandes erhöht werden soll.

Die letzte Sitzung des Deutsch-Indischen Komitees für Wissenschaft und Technologie fand im Mai 2008 in Jülich statt. Das Gremium unterstrich das beiderseitige Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen Biotechnologie, Umwelt- und Energieforschung, Gesundheitsforschung, Raumfahrt und Produktionstechnologie.

Im Mittelpunkt des Besuchs von Bundesministerin Schavan im September 2008 stand die Einweihung des Deutsch-Indischen Wissenschafts- und Technologiezentrums (IGSTC) in New Delhi und ein Festakt zur 50-jährigen Zusammenarbeit Deutschlands mit dem IIT Madras in Chennai.

Die Bedeutung Indiens als Partnerland der Zusammenarbeit im Wissenschaftsbereich wird auch durch die Entscheidung des Auswärtigen Amts unterstrichen, in Delhi als einem von fünf Standorten weltweit ein Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) einzurichten. Das DWIH wird eine Einrichtung der deutschen Wissenschaftsorganisationen sein. In Delhi leitet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Aufbaustab für das DWIH.

Umweltbeziehungen

Umwelt ist ein traditioneller Schwerpunkt der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit Deutschlands mit Indien.

Bereits im September 1998 unterzeichneten die Umweltminister beider Staaten ein „Memorandum of Understanding“, das auf die Ergänzung von Entwicklungsprojekten in ausgewählten Bereichen abzielt. Umwelt- und Naturschutz ist auch aktuell einer der drei Schwerpunktsektoren der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Indien.

Auch im Rahmen der 2008 von der Bundesregierung ins Leben gerufenen, internationalen Klimaschutzinitiative sollen Projekte in Indien gefördert werden. Die Mittel hierfür kommen aus der Versteigerung von Emissionszertifikaten in Deutschland.

Angesichts der drängenden Herausforderungen im Umweltbereich setzt Deutschland zudem auf einen verstärkten politischen Dialog mit Indien. Im November 2008 eröffnete Bundesminister Gabriel zusammen mit seinem indischen Kollegen das erste deutsch-indische Umweltforum in New Delhi. Im Zentrum standen die Themen Wasser/ Abwasser, Abfallwirtschaft, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) des Kyoto-Protokolls.

Als erstes großen Schwellenland trat Indien im März 2009 der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) bei. Es wird damit das 77. Mitglied der neuen Agentur. Indien beteiligte sich zuvor bereits an der von der Bundesregierung initiierten, internationalen Bonner Konferenz zu erneuerbaren Energien (“Renewables 2004”) im Juni 2004, wirkt in dem dort gegründeten Netzwerk für erneuerbare Energien REN 21 mit und wird Ausrichter der 3. Folgekonferenz (seit Bonn 2004) sein, die vom 26.-29. Oktober 2010 unter dem Titel „Delhi International Renewable Energy Conference“ (DIREC 2010) in Neu Delhi geplant ist.





Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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Entwicklungszusammenarbeit

Indien ist ein Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die deutsch-indische Zusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche Umwelt, Energie und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

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Karin Stoll
Tel.: (0091) /11 26871 831
Fax: (0091) /11 2687 7706 eMail
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Generalkonsulat Bangalore
Friedrich Rahn
Tel.: (0091) 80/4147 0254/55
Fax: (0091) 80/4147 0256 eMail
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www.chennai.diplo.de
Generalkonsulat Kalkutta
Günter Wehrmann

Tel.: (0091) 33/2479 114-1/-2
Fax: (0091) 33/2479 3028 eMail
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Generalkonsulat Mumbai
Generalkonsul Dr. Walther Stechel
Tel.: (0091) 22/2283 2422

Fax: (0091) 22/2202 5493 eMail
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Deutsch-Indische Partnerschaft

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