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Landesflagge Honduras
Außenpolitik

Stand: Februar 2010

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

Honduras ist nach Bevölkerung und nach Fläche das zweitgrößte Land Zentralamerikas. Das Land liegt an der Wegkreuzung der NW-SO-Landverbindung der Panamericana und einer im Ausbau befindlichen Straßen- und möglicherweise künftig auch Zugverbindung (sog. trockener Kanal) zwischen dem Pazifischen und dem Atlantischen Ozean.

Seit Beilegung der Bürgerkriege in den drei Nachbarländern Nicaragua (1990), El Salvador (1992) und Guatemala (1996) haben sich auch für Honduras die Chancen wirtschaftlicher Entwicklung und weitergehender Integration Zentralamerikas deutlich verbessert. Das Land ist aktives Mitglied in dem durch das Protokoll von Tegucigalpa 1991 gegründeten "Sistema de Integración Centroamericano" (SICA).

Honduras erhofft sich infolge seiner Freihandelsabkommens mit den USA (DR-CAFTA), mit Panama, Kolumbien und Taiwan, sowie als preiswerter Produktionsstandort mit dem Karibikhafen Puerto Cortés wirtschaftliche Vorteile. Nach den USA und dem übrigen Zentralamerika könnte Europa nach Abschluss der Assoziierungsverhandlungen mit Zentralamerika (derzeit wegen der Honduras-Krise suspendiert) als dritter Partner der Region näher rücken. Der Standortvorteil zieht auch Investitionen aus Asien und Südamerika (Korea, Brasilien, Kolumbien) an.

2001 ist der Freihandelsvertrag zwischen Mexiko und den drei Ländern des sog. "nördlichen Dreiecks" El Salvador, Honduras und Guatemala in Kraft getreten. Der von Mexiko initiierte Plan Puebla-Panama (Ausbau der Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur, 2008 in „Projekt Mesoamerika umbenannt), an dem sich inzwischen auch Kolumbien beteiligt, brachte graduelle Verbesserungen für die regionale Vernetzung der physischen Infrastrukturen.

2008 trat Honduras sowohl Petrocaribe als auch der Alternativa Bolivariana para Nuestra América (ALBA) bei, ist jedoch Anfang 2010 wieder aus ALBA ausgetreten.

Beziehungen zu den USA

Die Beziehungen zu den USA sind für Honduras wegen des bestehenden politischen und wirtschaftlichen Gewichts des großen nördlichen Landes von zentraler Bedeutung. Die USA sind nicht nur größter Handelspartner des Landes, sondern auch größter bilateraler Entwicklungshilfe-Geber (einschließlich des sog. US-Millenium-Account). Zudem leben und arbeiten rd. 1 Million Honduraner in den USA. 

Dies bedeutet jährliche Rücküberweisungen honduranischer Gastarbeiter i.H.v. ca. 2 – 2,5 Mrd. USD, eine Summe, die dem Umfang des honduranischen Staatshaushaltes vergleichbar ist. Eine Kehrseite des Verhältnisses ist, dass jährlich Tausende illegaler honduranischer Migranten aus den USA abgeschoben werden und häufig nur schwer wieder integriert werden können.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die EU führt seit 1984 mit den Staaten der sog. San José-Gruppe (Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Belize; Kooperationspartner: Mexiko, Kolumbien und Venezuela) im Rahmen jährlicher Ministertreffen einen regelmäßigen politischen Dialog.

Grundlage der Beziehungen der EU zu Honduras ist das am 01.03.1999 in Kraft getretene Rahmenkooperationsabkommen mit den zentralamerikanischen Ländern. Mit diesen vereinbarte die EU anlässlich des EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfeltreffens (EU-LAK) in Madrid (2002) Verhandlungen zu einem Abkommen über politischen Dialog und vertiefte Zusammenarbeit, das am 15. Dezember 2003 in Rom unterzeichnet wurde.

Beim EU-LAK-Gipfel im Mai 2006 in Wien erfolgte das Angebot der EU zu Aufnahme von Verhandlungen über eine Assoziierung EU-Zentralamerika bei hinreichendem Integrationsgrad innerhalb Zentralamerikas. Im Februar 2006 wurde eine Delegation der EU-Kommission in Tegucigalpa eröffnet. Am 29.06.2007 wurden unter deutscher Ratspräsidentschaft in Brüssel die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen aufgenommen. Das interregionale Abkommen wird Freihandel, Kooperation und politischen Dialog umfassen. Vom 30.03. bis 02.04.2009 fand in Honduras die siebte Verhandlungsrunde statt. Die Verhandlungsrunde brachte u. a. aufgrund der Forderungen Nicaraguas kaum Fortschritte.

Wegen der politischen Krise in Zusammenhang mit dem Staatsstreich vom 28. Juni 2009 war der Verhandlungsprozess zeitweise unterbrochen, soll jedoch noch im Februar 2010 wieder aufgenommen werden.

Die EU-Kommission kündigte im März 2007 ein Kooperationsprogramm mit Honduras für die Jahre 2007 bis 2013 i.H.v. 233 Mio. Euro (das zweithöchste in Lateinamerika nach Bolivien) an, das bei dem Besuch der EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am 02.10.2007 politisch zugesagt wurde. Das Programm zielt auf Zusammenarbeit bei Sicherheit, Umwelt und Armutsbekämpfung.

Beziehungen zu weiteren Staaten

Honduras unterhält diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Die Beziehungen zu diesem Land, aber auch zu Japan, sind aufgrund der erheblichen entwicklungspolitischen Leistungen der betreffenden Staaten gut. 

Im Januar 2002 wurden die diplomatischen Beziehungen zu Kuba wieder aufgenomment, 2007 auch ein honduranischer Botschafter nach Havanna entsandt. Präsident Zelaya hatte Kuba 2007 und erneut Anfang März 2009  besucht. 

2008 besuchte der Präsident Venezuelas Honduras. Beide Staatschefs vereinbarten den Bezug venezolanischen Erdöls zur Energiegewinnung in Honduras (Mischfinanzierung 50% effektiv, 50% konzessionär). 

Nach dem Staatstreich vom 28. Juni 2010 verschlechterten sich das Verhältnis zu beiden Ländern erheblich. Bislang zeichnet sich noch keine Normalisierung der Beziehungen ab.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Honduras ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten. Außen- und wirtschaftspolitisch wichtig für das Land ist daneben die Zugehörigkeit zu den Bretton-Woods-Institutionen (Internationaler Währungsfonds und Weltbank), der Interamerikanischen Entwicklungsbank / sowie zu den Institutionen des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA).

Die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration hat ihren Sitz in Tegucigalpa.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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