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Landesflagge Haiti
Außenpolitik

Stand: November 2009

Die außenpolitischen Beziehungen Haitis sind wesentlich durch die internationale Hilfe geprägt. Die bisher letzte internationale Geberkonferenz fand am 14. April 2009 in Washington statt.

Im Mai 2009 ernannte der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-Moon den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton zu seinem Sondergesandten für Haiti. Clintons Hauptaufgabe besteht darin, weltweit für privatwirtschaftliche Hilfe und Investitionen in Haiti zu werben. Private Investitionen, von denen positive Effekte für den Arbeitsmarkt erhofft werden, sollen zur nachhaltigen Stabilisierung des Landes beitragen, die allein mit den begrenzten Mitteln der VN-Mission in Haiti (MINUSTAH) nicht gelingen kann.

In Übereinklang mit seiner Option für die Blockfreienbewegung versucht Haiti, sowohl die klassische Nord-Süd-Schiene als auch die Süd-Süd-Zusammenarbeit für seine Entwicklungsziele pragmatisch nutzbar zu machen, ohne sich ideologisch vereinnahmen zu lassen.

Beziehungen zu den USA

Die Vereinigten Staaten spielen wegen ihrer geographischen Nähe sowie der dort lebenden haitianischen Diaspora eine politisch und wirtschaftlich dominierende Rolle. Das Verhältnis zum großen Nachbarn ist nicht zuletzt wegen der Besatzung Haitis von 1915 bis 1934 sowie Eingriffen in das politische Geschehen in Haiti zwiespältig. Heute sind die USA allerdings der größte bilaterale Geber.

Das erhebliche Entwicklungsengagement der USA zeugt von der Bedeutung, die die USA der Stabilisierung Haitis beimessen. Die von den USA geförderten Maßnahmen zur politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes zielen darüber hinaus darauf ab, die illegale Einwanderung aus Haiti in die USA einzudämmen und zu verhindern, dass sich Haiti zunehmend zum Transitland für den Schmuggel von Drogen aus Südamerika in die USA entwickelt.

Der Besuch der US-Außenministerin Hillary Clinton in Haiti am 16. April 2009 und ihr Treffen mit Präsident René Préval unterstrichen, welche Bedeutung Haiti in den Planungen der Obama-Administration einnimmt.

Beziehungen zu Kanada

Aus ähnlichen Gründen wie die USA ist Kanada, wo über eine halbe Million Menschen haitianischer Herkunft leben, einer der wichtigsten Partner Haitis und der zweitgrößte bilaterale Geber. 

Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit sind neben Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen Infrastrukturprojekte sowie die Verbesserung der Arbeits- und Funktionsbedingungen der haitianischen Polizei (PNH).

Haitianisch-dominikanische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik sind historisch belastetet. Die haitianische Diaspora in der Dominikanischen Republik wird auf fast eine Million Menschen geschätzt. Viele von ihnen haben keinen rechtlichen Status, sind Ressentiments ausgesetzt und müssen jederzeit mit ihrer Abschiebung rechnen.

Zwischen beide Staaten besteht ein reger Handelsaustausch, insbesondere im gemeinsamen Grenzgebiet.

Beziehungen zu Kuba

Die Nachbarinsel engagiert sich vor allem im medizinischen Bereich, bildet haitianische Ärzte aus und entsendet medizinisches Personal in die Provinz. Im Rahmen eines trilateralen Förderungsabkommens erhält Haiti von Venezuela finanzierte kubanische Ausstattungshilfe mit Schwerpunkt Verbesserung der Energieversorgung.

Beziehungen zu Venezuela

Venezuela finanziert den Einsatz kubanischer Ärzte in Haiti. Haiti ist dem von Venezuela initiierten Petrocaribe-Abkommen im August 2007 beigetreten.

Venezuela entsandte im Sommer 2007 wieder einen Botschafter nach Port-au-Prince, nachdem es die diplomatischen Beziehungen nach dem Sturz Jean-Bertrand Aristides auf Geschäftsträgerebene reduziert hatte.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die EU ist einer der größten Geber Haitis und hatte als solche maßgeblichen Einfluss auf die Erstellung der im November 2007 präsentierten Armutsbekämpfungsstrategie („Document de Stratégi Nationale pour la Croissance et la Réduction de la Pauvreté“).

Im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit der EU auf die Bereiche Infrastruktur, Erziehung und Regierungsführung.

Als Mitglied von CARIFORUM verhandelte die haitianische Regierung gemeinsam mit ihren karibischen Partnern die Ausgestaltung des zum 1.1.2008 einseitig seitens der EU in Kraft getretenen Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (EPA) mit der EU. Der Ratifizierungsprozess ist noch nicht abgeschlossen.

Von den europäischen Ländern ist Frankreich historisch bedingt der wichtigste Partner Haitis mit intensivem Besucheraustausch auf politischer und administrativer Ebene.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Stand 03.12.2009

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