Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Guinea-Bissau
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaftsstruktur wird von Landwirtschaft (besonders Reisanbau) und Fischerei dominiert. Über 80 Prozent der Bevölkerung sind in diesen Sektoren tätig. Von rund einer Million Hektar potentieller Bebauungsfläche werden lediglich rund 400.000 Hektar bewirtschaftet, bei vorherrschender Subsistenzwirtschaft. Der Cashewanbau, wichtiger Devisenbringer, konnte im Jahr 2009 mit bisher 132.000 Tonnen exportierter Cashewnüsse trotz politischer Unruhen die Quoten der vergangenen Jahre übersteigen. Hauptabnehmerland ist Indien. Der Anbau von Reis und anderen Getreidearten war durch den späten und unzureichenden Regen betroffen. Trotz des hohen Agraranteils, relativ viel Regen, guter Böden sowie umfangreicher Nahrungsmittelimporte kommt es regelmäßig zu Versorgungsschwierigkeiten. Die Küstengewässer sind fischreich. Eine industrielle Produktion oder Verarbeitung von Rohprodukten im Land erfolgt nicht. Das Potenzial im Tourismus (Bijagos-Inseln) ist gut, liegt aber aufgrund mangelhafter Infrastruktur überwiegend brach. Im Bereich der Bodenschätze verfügt das Land über Phosphat- und Bauxitvorkommen. Unterseeische Erdölvorkommen werden vermutet, deren Erschließung ist bislang aber - noch - zu kostspielig.

Exportprodukte sind Cashew, Shrimps, Erdnüsse, Palmkerne und Holz. Importiert werden vor allem Nahrungsmittel, Maschinen und Ölprodukte.

Aktuelle Wirtschaftslage

Zuverlässige Daten über die Wirtschaft des Landes sind nur schwer erhältlich. Rund 65 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Durch den Bürgerkrieg wurde die gewerbliche Infrastruktur der Hauptstadt Bissau weitgehend zerstört, so dass die in den Jahren zuvor zu beobachtende wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung zunichte gemacht wurde. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird für 2008 auf 461 Millionen US-Dollar und das Pro-Kopf-Einkommen auf 600 US-Dollar geschätzt. Das Wirtschaftswachstum wird für 2008 auf 3,2 Prozent geschätzt (2007: 2,7 Prozent geschätzt). Die Inflation dürfte sich bei geschätzten 3,8 Prozent (2007: 4,0 Prozent geschätzt) bewegen. Notwendige Reformen können erst langsam umgesetzt werden.

Wichtige Erfolge verbucht die Regierung bei der Sanierung der Staatsfinanzen. Mit ersten Maßnahmen von Mai 2007 zur Eindämmung zentraler struktureller Schwächen gelang es in kurzer Zeit, Einnahmen zu steigern, Defizite in der Finanzverwaltung anzugehen und Ansätze von Transparenz zu etablieren. Auf absehbare Zeit bleibt der Haushalt aber abhängig von direkten Budgethilfen der Geber.

Die EU-Kommission ist wichtigster Partner der Entwicklungszusammenarbeit. Bis 2013 sind rund 100 Millionen Euro für Konfliktprävention, Wasserversorgung, Energie sowie stabilisierende Budgethilfe vorgesehen. Ein Abkommen im Fischereisektor (APP) ist zwischen der EU und Guinea-Bissau am 15.04.2008 in Kraft getreten. Der IWF stellt daneben seit Januar 2008 eine Emergency Post-Conflict Assistance (EPCA) zur Verfügung. Das Programm soll die Reformbemühungen der Regierung bei Haushalt und Verwaltung unterstützen. Vorgesehen sind in einer ersten Tranche rund 2,8 Millionen US-Dollar. Im Juli 2008 ist eine zweite Tranche in gleicher Höhe zugesagt worden. IWF-Prüfungen für die Aufnahme Guinea-Bissau in die Poverty Reduction and Growth Facility (PRGF)laufen. Die Weltbank ist derzeit mit 67 Millionen US-Dollar in fünf Bereichen aktiv (Gesundheit, Privatsektorförderung, HIV/AIDS, Küsten-/Umweltschutz, Infrastruktur).

Deutsche Firmen sind in Guinea-Bissau nicht präsent. Die Handelsbeziehungen bewegen sich auf einem sehr niedrigen Niveau.

Guinea-Bissau und insb. das Bijagos-Inselarchipel wird aufgrund fehlender staatlicher Strukturen zunehmend zum wichtigen Drogenumschlagsplatz auf dem Weg von Südamerika nach Europa und Nordamerika. Damit einher geht eine Zunahme der Korruption auf allen Ebenen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt