Guinea-Bissau
Außenpolitik
Stand: Oktober 2009
Grundlinien der Außenpolitik
Guinea-Bissau, das bis 1990 fest im sozialistischen Lager verankert war, hat sich nach dessen Zerfall dem Westen geöffnet. Die Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Portugal sind traditionell eng, ebenso zu anderen lusophonen Ländern (besonders Angola, Brasilien und Kap Verde)
Seit Mitte der 90er Jahre orientierte sich die Außenpolitik zunehmend auch an Frankreich. Guinea-Bissau ist das erste nicht französisch-sprachige Land, das der Wirtschaftszone der frankophonen afrikanischen Staaten (UEMOA) mit der gemeinsamen Währung Franc-CFA beitrat.
Das Verhältnis zum größeren Nachbarland Senegal gestaltet sich insgesamt positiv. Im März 2006 begann die Armee Guinea-Bissaus eine bewaffnete Offensive gegen eine Rebellengruppe des senegalesischen Mouvement des Forces démocratiques de la Casamance (MFDC). Die Offensive im senegalesisch-bissauischem Grenzgebiet unter Führung des später ermordeten Generalstabschefs Tagme Na Waie wird von der senegalesischen Regierung zumindest gebilligt.
Nicht zuletzt aufgrund guter persönlicher Kontakte des ermordeten Präsidenten Vieira nach Conakry zu seinen Lebzeiten sind bislang auch die Beziehungen zur Republik Guinea unproblematisch.
Die Beziehungen zu Spanien (Migration, Fischerei), China, Indien (Export von Cashew-Nüssen), Kuba, Venezuela, Südafrika und Marokko gewinnen an Bedeutung. Bis 2003 waren die Beziehungen zu Schweden und den Niederlanden wegen der – mittlerweile eingestellten - substantiellen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit wichtig.
Weiterhin ist die UNOGBIS Mission der Vereinten Nationen zur Überwachung der Sicherheitslage und der politischen Stabilität im Land. Seit April 2008 unterstützt die EU die Sicherheitssektorreform mit Beratern in einer ESVP-Mission.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.