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Landesflagge Guinea
Wirtschaft

Stand: März 2008

Wirtschaftliche Grundlagen

Guinea gehört trotz großer wirtschaftlicher Ressourcen (größte Bauxitvorkommen der Welt, reiche Vorkommen an Eisenerz, Nickel, Gold, Diamanten, Wasserkraft, großes landwirtschaftliches Anbaupotenzial) zu den ärmsten Ländern der Welt. Ursächlich dafür war früher die Misswirtschaft unter dem einstigen Staatspräsidenten Sekou Touré, die mit einem völligen Niedergang der Infrastruktur, der Unterdrückung jeglicher Privatinitiative und einer weitgehenden Isolation des Landes einherging. Nach dem Tod Tourés (1984) gelang es mit externer Unterstützung, Preiskontrollen und Importrestriktionen abzuschaffen, ein marktorientiertes Wechselkurssystem zu errichten, einen Teil der unrentablen Staatsfirmen zu privatisieren oder aufzulösen, den überbesetzten öffentlichen Dienst um 50% zu reduzieren und die Verkehrsinfrastruktur (Straßen, Flughafen, Hafen) zu verbessern. Folge war ein starkes Wachstum im Bauwesen und eine zunehmende Aktivität von Kleingewerbetreibenden. Das Wirtschaftswachstum lag 2005 bei 3,3 %, 2006 bei 2,2 % und 2007 bei 1,5 %.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts erlahmte die Reformbereitschaft der guineseischen Regierung. Die Korruption gewann immer größeren Umfang, die Inflation stieg bis Ende 2006 auf 40 % an. Erst im Dezember 2007 konnte von der Regierung Kouyaté ein neues 3-Jahres-Wirtschaftsreformprogramm mit dem Internationalen Währungsfonds vereinbart werden.

Außenwirtschaft

Das Rückgrat der guineischen Außenwirtschaft ist der Bergbau, auf den wertmäßig über 90% der Güterexporte entfallen. Die wichtigsten Ausfuhrgüter sind Bauxit (45%), Tonerde (15%), Gold (14%), Diamanten (7%), daneben Kaffee und Fisch. Mit einem Weltmarktanteil von knapp unter zwanzig Prozent ist Guinea einer der größten Bauxit-Exporteure der Welt.

Die wichtigsten Handelspartner Guineas sind die Europäische Union, die USA, Kamerun und Côte d'Ivoire. Insgesamt werden fast zwei Drittel des guineischen Außenhandels mit Europa abgewickelt. Nur ein geringer Teil entfällt bisher auf den Handel mit den Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWASECOWAS/CEDEAO).

Staatshaushalt

Die nominale externe Gesamtverschuldung Guineas lag bei rund 2,7 Mrd. USD (2007 geschätzt). Guinea leidet darüber hinaus an einer hohen Inlandsverschuldung. Das Haushaltsdefizit konnte von -5,9 % des BIP (2004) auf -0,2% des BIP (2007) gesenkt werden, weil die Regierung Kouyaté die überbudgetäre Kreditaufnahme bei der Zentralbank unterbunden hat. Im Staatshaushalt 2007 waren Einnahmen von 2.569 Mrd. Francs guinéens (FG) und internationale Zuschüsse von 397 Mrd. FG vorgesehen, die Ausgaben sollten sich auf 2.914 Mrd. FG belaufen.

Im Dezember 2000 wurde Guinea für einen Schuldenerlass im Rahmen der erweiterten HIPC-II-Initiative für die an höchsten verschuldeten Entwicklungsländer (HIPC: Heavily Indebted Poor Countries) zugelassen. Wegen schlechter Leistungen wurde der "Completion Point" (der Entscheidungspunkt für den Schuldenerlass) jedoch bis heute nicht erreicht.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Conakry
Konstantin Lehmann
Tel.: (00224) 30 411506/451508
Fax: (00224) 30 452217 eMail
www.conakry.diplo.de


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