Guatemala
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: März 2010
Guatemala zeichnet sich durch eine sehr diversifiziert geprägte Kulturlandschaft aus.
Nach Ergebnissen einer Volkszählung 2002 bezeichnen sich mit 58,3% die Mehrheit der Guatemalteken als "Ladinos", 40% als "Indígena", 0,7% als "Xincas" sowie 0,4% als "Garífuna".
Nach der spanischen/europäischen Prägung im Zuge der Conquista und den folgenden Auswanderungswellen wächst heute zunehmend der kulturelle und gesellschaftliche Einfluss der USA auf Guatemala, was sich vor allem im Erscheinungsbild des städtischen Lebens niederschlägt (fast food-Läden).
Die ländlichen Gebiete werden nach wie vor durch die Kultur der 22 Mayavölker geprägt, die - nicht zuletzt aufgrund des zunehmenden internationalen Interesses - ihre Traditionen und Sprachen wieder mit vorsichtig wachsendem Selbstbewusstsein pflegen.
Zwischen den kulturellen Gegensätzen vermittelt vor allem die wichtige Tourismusindustrie, deren Grundlage in erster Linie die Hochkultur der klassischen Maya bildet.
Die mangelhafte Infrastruktur, gerade im Indígena-dominierten ländlichen Bereich, verhinderte bislang größere Fortschritte auf dem Bildungssektor.
Die Regierung stellt unzureichend Mittel für Erziehung und Gesundheit zur Vefügung. Obwohl in der Verfassung von kostenloser Schulpflicht bis zur 9. Klasse die Rede ist, haben weniger als die Hälfte der Bevölkerung über 13 die Primarschule abgeschlossen. Mit einem neuen Sozialprogramm im Rahmen der sog. “Sozialen Kohäsion” werden konditionierte Transferzahlungen an arme Eltern zum Schulbesuch und zur Gesundheitsvorsorge der Kinder zur Verfügung gestellt.
Nur 5% der Studienanfänger an der staatlichen Universität erreichen einen Hochschulabschluß.
So liegt die Analphabetenquote 15 – 24 jähriger Guatemalteken im Durchschnitt bei etwa 30%, wohingegen bis zu 60% der Jugendlichen einzelner Mayavölker nicht lesen und schreiben können. Auch bezüglich der durchschnittlichen Schulzeit der 15 – 24 Jährigen sind Indígenas mit 3,8 Jahren im Vergleich zu nicht indigenen Volksgruppen mit 6,5 Jahren benachteiligt.
Zur Förderung des kulturellen Erbes und der Verbesserung der Bildungssituation im Land wird mit internationaler, darunter auch deutscher Unterstützung, zunehmend in ländlichen Gebieten Unterricht in den jeweiligen Indígena-Sprachen angeboten. Weitergehende Anstrengungen im Bildungssektor,insbesondere zur bilingualen Ausbildung und einer generellen Qualitätsverbesserung, werden ihre Früchte wohl erst in einigen Jahren tragen können.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.