Guatemala
Beziehungen zwischen Guatemala und Deutschland
Stand: Oktober 2009
Politische Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind eng und freundschaftlich. Deutschland und Guatemala pflegen intensive Beziehungen im politischen, kulturellen, entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Bereich. Die Bundesrepublik leistet Unterstützung im Bereich der Friedenssicherung und Konfliktprävention.
Wirtschaftsbeziehungen
Mit 6% des Gesamtexportvolumens gehört die EU zu den kleineren Handelspartnern Guatemalas (2008: USA:39,6%; 30,1% ZA-Länder). Allerdings hat die Bundesrepublik mit 35% den größten Anteil an den Handelsbeziehungen zwischen Guatemala und der EU. Das Handelsvolumen belief sich 2008 auf 293,2 Mio. EUR (deutsche Exporte: 215,1 Mio. EUR , Importe: 78,1 Mio. EUR ). 70% der deutschen Importe entfallen auf Kaffeelieferungen, gefolgt von Früchten, Gemüse, Blumen, Tabak und Ölfrüchten. Bei den guatemaltekischen Importen aus Deutschland stellen Maschinen, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Kraftfahrzeuge den größten Anteil.
Ein Investitionsschutzabkommen wurde im Februar 2005 ratifiziert.
Die Deutsch-Guatemaltekische Industrie- und Handelskammer besteht seit über 40 Jahren.
Entwicklungszusammenarbeit
Die bilaterale entwicklungspolitische Zusammenarbeit (EZ) konzentriert sich unter den Themen "Demokratische Regierungsführung mit Gleichberechtigung" und "Bildung" (Primar-, Sekundarschulwesen, auch berufliche Bildung und gesunde Ernährung) auf die Oberziele Dezentralisierung und Gemeindeentwicklung, Fiskalpolitik sowie Friedenssicherung und Konfliktprävention wie auch Prävention von Jugendgewalt.
2009 wurde auch der Bereich Umweltschutz/Klimawandel über die regionale Zusammenarbeit hinaus auch bilateral aufgenommen. Die Implementierung der EZ obliegt den Durchführungsorganisationen KfW, GTZ, DED/InWEnt sowie diversen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen.
Von den politischen Stiftungen sind Konrad-Adenauer-Stiftung und Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer Repräsentanz vor Ort vertreten. Die Projekte sind schwerpunktmäßig in Gebieten mit überwiegend indigener Bevölkerung angesiedelt.
In Regierungsverhandlungen am 18. November 2008 wurde das Volumen der deutschen EZ-Maßnahmen für Guatemala für die nächsten drei Jahre auf 58 Mio. EUR, davon 54 Mio. EUR Neuzusagen, vereinbart. Darüber hinaus erfolgte eine weitere Zusage über 9 Mio. EUR für Klimaschutz imTrockengürtel und das Angebot einer FZ-Schuldenumwandlung (10 Mio. EUR) zugunsten umweltrelevanter Projekte.
Kulturelle Beziehungen
Im Oktober 2007 wurde der guatemaltekischen Regierung eine Kopie der Maya-Handschrift Codex Dresdensis durch Prinz Alexander von Sachsen übergeben.
In Guatemala befindet sich die mit Abstand größte deutsche Kolonie Zentralamerikas (ca. 4.000 Staatsangehörige, weiterhin mehrere tausend Deutschstämmige), die im wirtschaftlichen und kulturellen Leben des Landes eine bedeutende Rolle spielt.
Die "Asociación Alejandro von Humboldt", das deutsche Kulturinstitut, der Club Alemán und das deutsche Sprachinstitut bieten in Zusammenarbeit mit der Botschaft ein breites Veranstaltungs- und Unterrichtsprogramm an. Das so geschaffene Kultur- und Bildungsangebot wird in Guatemala sehr gut angenommen. An der Deutschen Schule, die zur Zeit rund 880 Schüler hat und einen guten Ruf im Land genießt, kann wahlweise das guatemaltekische "Bachillerato" und/oder das deutsche Abitur nach 12 Jahren abgelegt werden.
Die guatemaltekische “Village School” wurde neben der Deutschen Schule in die Förderung durch die Partnerschaftsschulinitiative (PASCH) aufgenommen.
Auch die zahlreichen Teilnehmer an Deutschkursen des Sprachinstituts und am Universitätssprachinstitut der Universität San Carlos (DAAD-Sprachassistent/in) in den letzten Jahren unterstreichen das Interesse der Guatemalteken an Deutschland.
Das Kulturinstitut der Alexandro-von-Humboldt-Vereinigung fördert mit unterschiedlichsten Veranstaltungen (z.B.: Vortragsreihen über deutsche Philosophen, Kunstausstellungen, Konzerte deutscher Künstler, etc.) das positive Deutschlandbild in Guatemala.
Die Botschaft initiierte 2005 eine Vortragsreihe an Universitäten, in der umfassend über Stipendienmöglichkeiten informiert wird. Auch weitergehende interuniversitäre Austauschbeziehungen zwischen Guatemala und Deutschland wurden angeregt.
Mit dem zentralamerikanischen Hochschulverband CSUCA besteht eine langjährige enge Kooperation (u.a. Fortbildung von Universitätsmitarbeitern), auch zur Förderung der Integration.
Das Interesse am Studienstandort Deutschland hat sich in den letzten Jahren immer stärker fortentwickelt. 2007 wurde das "Deutsche Kulturforum Guatemala" begründet, ein Zusammenschluss von Kulturmittlern, die sich in allen Bereichen der vielfältigen Kulturarbeit engagieren. Mit dem Goethe-Institut in Mexiko wurde ein Kulturnetzwerk der ZA-Botschaften zur Förderung des Kulturaustausches ins Leben gerufen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.