Großbritannien / Vereinigtes Königreich
Beziehungen zu Deutschland
Stand: Oktober 2009
Politische Beziehungen
Die deutsch-britischen Beziehungen sind eng, vertrauensvoll und vielfältig. Nennenswerte bilaterale Probleme gibt es kaum. Das Verhältnis der Regierungschefs, die sich eng abstimmen, ist sehr gut. Dies findet seine Entsprechung in einer Vielzahl von intensiven Kontakten zwischen britischen und deutschen Ministern und Abgeordneten, unterstützt auch von den in London vertretenen politischen Stiftungen (Friedrich Ebert Stiftung, Konrad Adenauer Stiftung). Darüber hinaus finden auf Beamtenebene vielfältige Abstimmungen und Konsultationen statt. Seit 1950 stellen die jährlich stattfindenden Königswinter-Konferenzen ein zentrales Forum für den deutsch-britischen Politikdialog dar.Königswinter-Konferenzen
Wirtschaftsbeziehungen
Für Großbritannien ist Deutschland noch vor den USA der wichtigste Handelspartner, für Deutschland ist Großbritannien der viertwichtigste Handelspartner nach Frankreich, den USA und den Niederlanden. Der bilaterale Warenhandel weist traditionell einen hohen Überschuss zugunsten Deutschlands aus (2008 deutsche Exporte: 66,7 Mrd. Euro, deutsche Importe: 44,2 Mrd. Euro). Der Anteil des Exports nach Großbritannien beträgt 6,7 Prozent der gesamten deutschen Warenausfuhren und ist damit gegenüber dem Vorjahr (7,2 Prozent) leicht zurückgegangen.
Direktinvestitionen spielen bei den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen eine wichtige Rolle. Die deutschen Investitionen in Großbritannien (darunter Siemens, Bosch, BMW, Deutsche Telekom, Deutsche Post, Linde, Heidelberg Zement) lagen 2006 bei 68,6 Mrd. Euro und sind traditionell höher als die britischen Investitionen in Deutschland (wie BP, Shell, GKN, Terra Firma, Rolls Royce), die bei 44,8 Mrd. Euro lagen.
Kulturelle Beziehungen
Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Großbritannien sind eng und vielfältig. Sie umfassen sowohl den privat-kommerziellen als auch den öffentlichen Bereich.
In der Musik und auf dem Gebiet der Darstellenden Kunst existiert eine dichte deutsche Präsenz (aller Jahrhunderte) sowie ein enger Austausch zwischen deutschen und britischen Künstlern, Kunstmanagern und Institutionen. Die deutsche Gegenwartskunst wird durch die in Großbritannien lebenden und arbeitenden deutschen Künstler geprägt. Im Gegenzug ist vor allem Berlin Magnet für die britische Künstlerszene.
In den Bereichen Theater und Literatur ist aufgrund der Sprachbarriere der Austausch geringer, aber einzelne Theaterinitiativen und Bücher erzielen große Wirkung. Dank der halbjährlichen Publikation „New Books In German“, unterstützt von der Deutschen Botschaft London und dem Goethe Institut, werden neue deutsche Veröffentlichungen regelmäßig Verlegern in Großbritannien (und den USA) nahe gebracht. Herausragende Übersetzungen werden jeweils im Herbst durch den Schlegel-Tieck-Preis ausgezeichnet. Deutsche Filme erzielen seit einigen Jahren große Erfolge. Ein Deutsches Filmfestival findet jährlich im November statt. Fortschritte sind auch im Bereich deutscher Kreativindustrien zu verzeichnen (Design, Mode, Architektur).
Jugendaustausch
Das bilaterale Jugendbüro „UK-German Connection“, 2005 auf Initiative von Bundespräsident Köhler und Königin Elisabeth II. von den Außenministern Deutschlands und Großbritanniens ins Leben gerufen, hat sich als zentrale Anlaufstelle zu allen Fragen des Schüler- und Jugendaustauschs zwischen beiden Ländern etabliert. Knapp 230.000 Lehrer, Schüler und Kinder nutzen allein im Jahr 2008 die erfolgreiche Website:
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.