Griechenland
Kultur und Bildung
Stand:Mai 2009
Bildung
Es besteht eine allgemeine neunjährige Schulpflicht, wobei über 90 Prozent eines Jahrgangs auch die Sekundarstufe II (Lyzeum) besuchen. Ausschlaggebend für die Vergabe der Studienplätze sind die Ergebnisse der Panhellenischen Prüfungen, der zentralen Hochschulzulassungsprüfung.
Nach der Durchsetzung eines abgemilderten Hochschulrahmengesetzes im März 2007 erscheint es nach den heftigen, teilweise gewaltsamen Protesten der Studenten und Professoren im Jahr 2008 und aufgrund der äußerst knappen Mehrheit der Regierung im Parlament derzeit unwahrscheinlich, dass in nächster Zukunft substantielle Reformschritte angegangen werden.
Englisch spielt als erste Fremdsprache die führende Rolle. 1992 wurde für die weiterführenden Schulen die Einführung einer zweiten Fremdsprache beschlossen. Seitdem hat das Unterrichtsfach Deutsch einen starken Aufschwung genommen. Heute lernen rund 142.500 Schüler bei fast 1.400 Deutschlehrern an knapp 2.200 staatlichen Schulen des Landes Deutsch. Daneben besteht eine starke Nachfrage nach privatem Deutschunterricht in kommerziellen Sprachinstituten. Im Herbst 2006 wurde in den staatlichen Grundschulen Deutsch oder Französisch als obligatorische zweite Fremdsprache (nach Englisch) eingeführt. In der Sekundarstufe II hingegen ist eine zweite Fremdsprache kein Pflichtfach.
Der Übergang zur Universität ist wegen der starken Nachfrage nach Studienplätzen bisher nur einem Teil der Abiturienten (2005: 64 Prozent) möglich. Und das, obwohl in den letzten 15 Jahren zu den Universitäten Athen und Thessaloniki Neugründungen in der Provinz (auch auf den Inseln) hinzugekommen sind (insgesamt 22 Universitäten). Der Mangel an Studienplätzen zwingt auch weiterhin viele griechische Studenten, im Ausland (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien) zu studieren (2007 studierten 5.650 Griechen in Deutschland; Griechen stellten damit 2,3 Prozent aller ausländischen Studenten). Vor allem das Interesse an Aufbaustudiengängen in Deutschland ist ungebrochen stark, insbesondere in den Ingenieur- und Rechtswissenschaften.
Ebenso haben private griechische Einrichtungen, die in Zusammenarbeit mit ausländischen Hochschulen verschiedene Studiengänge für derzeit 30.000 Studierende anbieten, enormen Zulauf. Diese werden vom griechischen Staat jedoch bisher nicht anerkannt. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom Oktober 2008, das eine solche Anerkennung verlangt, wurde bislang nicht umgesetzt.
Medien
Der griechische Medienmarkt befindet sich in einer Phase des Umschwungs. Das Mediengesetz vom Juli 2007 erleichtert - in Übereinstimmung mit EU-Vorgaben - den Erwerb von Medienfirmen durch private Unternehmer. Nach wie vor besteht eine große Vielfalt an Tageszeitungen, Wochen- und Fachzeitschriften in einem weiten Qualitätsspektrum. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich dieser Markt langfristig durch Fusionen weiter konsolidiert.
Wie in anderen EU-Staaten liegen die Einschaltquoten bei den privaten Fernsehsendern höher als bei den öffentlich-rechtlichen. Diese versuchen, ihr Angebot durch Kooperationen mit ausländischen Partnern zu verbessern. So hat die staatliche ERT im April 2009 eine Vereinbarung über verstärkte Zusammenarbeit mit „arte“ getroffen.
Deutsche Nachrichten oder Programmteile in deutscher Sprache werden von mehreren Radiosendern ausgestrahlt. Mit der „Griechenland-Zeitung“ existiert eine deutschsprachige Wochenzeitschrift von guter Qualität.
Die Auflagen der wichtigsten Tageszeitungen (Stand Frühjahr 2009) in Tausend
Wochentag | Wochenende | |
Ta Nea | 58 | k.A. |
To Vima | 47 | 206 |
Kathimerini | 47 | 138 |
Eleftherotypia | 43 | 143 |
Ethnos | 42 | 131 |
Eleftheros Typos | 28 | 90 |
Espresso | 19 | 34 |
Proto Thema | - | 183 |
Real News | - | 78 |
Bei Espresso und Proto Thema handelt es sich um typische Boulevard-Blätter. Hinzu kommt eine steigende Auswahl an kostenlos verteilten, rein durch Werbung finanzierten Zeitungen (hinter denen teilweise etablierte Tageszeitungsverlage stehen) in nicht immer schlechter Qualität.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
Stand 09.06.2009