Georgien
Kultur und Bildung
Stand: Februar 2010
Die georgische Kultur spiegelt sich in allen Gebieten künstlerischen Schaffens wider und ist darüber hinaus seit Jahrhunderten verbunden mit dem orthodoxen christlichen Glauben und der eigenen georgischen Sprache.
Kulturerbe
Die ältesten georgischen Kirchen stammen aus dem 5. Jahrhundert, seit dem 11. Jahrhundert sind dann die heute noch typischen Kreuzkuppelkirchen mit ihren teils noch erhaltenen Fresken entstanden. Glaube, Sprache und Kultur trugen über die wechselhafte Geschichte des Landes hinweg zur Festigung der nationalen Identität bei. In Zeiten der russischen, später sowjetischen Machtausübung bot die Kultur den Georgiern eine gewisse Entfaltungsmöglichkeit. Bedeutende Künstler brachte Georgien im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Schriftsteller Ilja Tschawtschawadse, dem Maler Niko Pirosmani und dem Komponisten Zacharia Paliaschwili hervor. Deutsche Einwanderer haben in dieser Epoche Einfluss auf Architektur und Malerei gehabt. Auch heute gehört die Pflege dieses Kulturerbes zur natürlichen Lebensgewohnheit der Georgier aller Generationen.
Bildungssystem
Das Bildungssystem befindet sich seit dem Amtsantritt von Staatspräsident Saakaschwili in einem tiefgreifenden Reformprozess. Dieser hat das Ziel, die Schulen und Hochschulen des Landes auf internationales Niveau zu führen. Georgien hat sich dabei den Zielen des Bologna-Prozesses verschrieben. Wichtigste jüngste Entwicklungsschritte waren die Einführung einer landesweiten transparenten Hochschulzugangsprüfung, die Ausdünnung der vergleichsweise überdimensionierten Hochschullandschaft durch ein nationales Zertifizierungsverfahren und die innere Umstrukturierung der Universitäten. Die Weltbank unterstützt Georgien bei diesen Reformen mit Krediten. Die wichtigsten staatlichen Universitäten befinden sich in Tiflis sowie in Batumi, Kutaissi und Gori.
Es besteht Schulpflicht bis zur 8. Klasse. 2007 wurde die Gesamtschulzeit von 11 auf 12 Jahre verlängert, das Gymnasium führt nun in der 12. Klasse zum Abitur.
Deutschland ist in Georgien mit einer Zweigstelle des Goethe-Instituts in Tiflis, einem Büro und drei LektorInnen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (zwei in Tiflis, einer in Kutaissi), Büros von vier politischen Stiftungen (FES, FNS, HBS, KAS) sowie neun entsandten Deutschlehrern vertreten. Es gibt neun Partnerschulen für Deutsch, das mit über 100 000 Lernenden an den georgischen Schulen die drittwichtigste Fremdsprache nach Russisch und Englisch ist.
Medienlandschaft
In Georgien gibt es eine vielfältige Medienlandschaft. Meinungsführer ist das Fernsehen, dessen wichtigste Stationen (Rustawi 2; TV Imedi; Mze; TV Adschara) sich - mit Ausnahme des regierungsnahen Öffentlichen Rundfunks (Georgian Public Broadcaster/GPB) - in privaten Händen befinden. Mit dem „Ersten Kaukasischen“ Kanal wird nun erstmals ein russichsprachiges Programm des Öffentlichen Rundfunks über die Landesgrenzen hinaus gesendet. Wichtige landesweite Radiosender sind „GPB“, „Radio Imedi“, „Ucnobi“. Zu den wichtigsten georgischsprachigen Tageszeitungen gehören „Resonansi“ und „24Saati“. In englischer Sprache erscheinen u.a. die Tageszeitung „The Messenger“ und die Wochenzeitungen „GeorgiaToday“ und „The Georgian Times“. Das einzige verbliebene deutschsprachige Medienprodukt ist die „Kaukasische Post“. Über den Satelliten Hotbird 13° können in Georgien ARD, ZDF, ARTE und Deutsche Welle empfangen werden. Das Internet ist frei zugänglich - mit noch erheblichen infrastrukturell bedingten Einschränkungen außerhalb der Hauptstadt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.