Gabun
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Mai 2009
Grundlinien der Kulturpolitik
Das 1985 gegründete Laboratoire Universitaire de la Tradition Orale (LUTO) bewahrt und fördert das nationale afrikanische Erbe (Kunst, Literatur, Architektur, Musik). Auf Initiative Präsident Bongo Ondimbas wurde 1983 in Libreville das Internationale Zentrum der Bantu-Zivilisation (CICIBA) gegründet. Mit beschränkten Mitteln bemüht sich das CICIBA um Bantu-Forschung und Förderung von Bantu-Künstlern.
Das kulturelle Leben in Gabun wird maßgeblich von Frankreich beeinflusst, das 1994 ein großzügiges Kulturzentrum in Betrieb genommen hat. Es ist Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Libreville, Veranstaltungsort für gabunische und ausländische Kulturveranstaltungen.
Bildungssystem
Das Schulwesen ist französisch orientiert, die Abschlüsse werden in Frankreich und damit in der Regel auch in Deutschland ohne zusätzliche Prüfung anerkannt. Unterrichtssprache ist Französisch, Englisch ist erste Fremdsprache. Deutsch und Spanisch werden als zweite Fremdsprache angeboten. An 27 Schulen sind ca. 4700 Schüler für den Deutschunterricht eingeschrieben, der von 37 überwiegend aus West- und Zentralafrikastammenden erteilt wird. Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt bei 94 Prozent, die Schulbesuchsquote bei 92 Prozent (laut Weltbank 2007).
Hochschulen und Forschungseinrichtungen
Die juristisch, wirtschafts- und geisteswissenschaftlich ausgerichtete Universität Omar Bongo in Libreville, die Universität für Medizin und medizinische Fächer (Université des Sciences de la Santé), die naturwissenschaftlich-technische Fächer lehrende Université des Sciences et Techniques de Masuku in Franceville werden immer wieder bestreikt. Daneben gibt es pädagogische Hochschulen (Ecole Normale Supérieure) und eine Verwaltungshochschule (ENA). Zur Zeit studieren ca. 200 Gabuner und Gabunerinnen mit einem gabunischen Regierungsstipendium in Deutschland. Die Rückkehrer haben 2004 einen Verein der ehemaligen Stipendiaten gegründet.
Das 1974 von Gabun und Frankreich (ELF) gemeinsam gegründete Centre International de Recherches Médicales de Franceville (CIRMF) führt, auch in Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen (Institut für Virologie und Immunologie Marburg, Universität Tübingen, Universität Bonn), medizinische Grundlagenforschung durch. Forschungsschwerpunkte sind: Ebola, Malaria, HIV, Sterilität und Kindersterblichkeit. Die Universität Tübingen arbeitet mit dem Forschungslabor des Albert-Schweitzer-Krankenhauses zusammen. Der Neubau des Forschungslabors wurde mit Geldern aus Deutschland finanziert.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.