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Landesflagge Gabun
Außenpolitik

Stand: Mai 2009

Grundlinien der Außenpolitik

Die gabunische Außenpolitik engagiert sich in der regionalen Integration und Krisenbewältigung. In internationalen Gremien und im Nord-Süd-Dialog vertritt das Land eine gemäßigt-ausgleichende Haltung, befürwortet als kleines, aber ressourcenreiches Land Verständigung und Dialog und lehnt Gewalt und Terrorismus ab. Gabun hat die Gründungsakte der Afrikanischen Union und den EU-AKP-Vertrag von Cotonou ratifiziert (AKP: Staaten in Afrika, im karibischen Raum und im pazifischen Ozean) und arbeitet aktiv in der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Zentralafrikas (CEMAC) und in der Wirtschaftsgemeinschaft der Staaten Zentralafrikas (CEEAC) mit. Gabun ist Mitglied der verschiedensten internationalen Organisationen, von denen 13 in Libreville ständig vertreten sind. Der gabunische Präsident ist zum regionalen Koordinator in NEPAD-Angelegenheiten (Neue Partnerschaft für die afrikanische Entwicklung) bestimmt und wird in dieser Eigenschaft vom in Libreville ansässigen Sekretariat der CEEAC unterstützt. Der damalige gabunische Außenminister Jean Ping war Präsident der 59. Generalversammlung der UN und ist heute Kommissar der Kommission der AU.

Diplomatische Beziehungen werden zu fast allen Staaten ohne Rücksicht auf deren gesellschaftliche und politische Systeme unterhalten; in Libreville sind 34 diplomatische Vertretungen präsent.

Bilaterale Beziehungen zu Frankreich

Frankreich bleibt mit Abstand wichtigster außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischer Partner. Die weitere Stationierung einer Marinekorps-Einheit in Libreville gilt als Garant außen- und innenpolitischer Sicherheit und Stabilität. Wirtschaftspolitisch werden französische Interessen durch die Erdölförderung, die Manganerzproduktion und den Abbau tropischer Hölzer durch alteingesessene französische Unternehmen abgesichert, flankiert von französischen Beratern in der Administration, deren Zahl jedoch kontinuierlich abgebaut wird.

Bilaterale Beziehungen zu den Staaten der Region

Als eines der mit Abstand ressourcenreichsten Länder der Region legt Gabun Wert auf spannungsfreie Beziehungen zu seinen zentralafrikanischen Nachbarn. Präsident Bongo Ondimba (als dienstältester Staatschef) spielte und spielt noch in vielen Konflikten (Demokratische Republik Kongo und Republik Kongo, Angola, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Côte d’Ivoire) eine aktive Vermittlerrolle. Einfluss übt Gabun auch in der Frankophonie aus. Durch den Bürgerkrieg in der Republik Kongo sah sich Gabun bedroht; 1999 kamen zeitweise 40.000 Flüchtlinge über die Grenzen. Nach erfolgreicher Vermittlung eines Waffenstillstands mit den Rebellen hat Gabuns Präsident Bongo auch entscheidend zu einem strukturierten nationalen Dialog im Kongo beigetragen. Das Verhältnis zum Nachbarn Äquatorialguinea war gelegentlich durch Immigrationsprobleme belastet; ebenso wie zu einigen westafrikanischen Staaten wie Nigeria, Ghana, Benin, Mali, Senegal, deren Angehörige den größten Teil der in Gabun lebenden über 200.000 Ausländer stellen. Mit Äquatorialguinea streitet sich Gabun um die Hoheit über einige seiner Küste vorgelagerte Kleinstinseln. Ein vom Generalsekretär der Vereinten Nationen überwachtes Schlichtungsverfahren soll zu einer friedlichen Lösung führen.

Bilaterale Beziehungen zu sonstigen Staaten

Höhepunkte der gabunischen Außenpolitik waren die Besuche des chinesischen Staatspräsidenten Ende Januar 2004, des Königs von Marokko im Juni 2004, des brasilianischen Staatspräsidenten im Juli 2004, erneut des marokkanischen Königs im Februar 2005 und der Besuch des südafrikanischen Präsidenten im August 2005 sowie der Blitzbesuch Präsident Sarkozys im Juli 2007.

Außenpolitik im multilateralen Rahmen

Aufgrund seiner gut ausgestatteten Infrastruktur, der relativ stabilen Lage des Landes und des Ansehens Präsident Bongo Ondimbas als dienstältestem Staatschef der Region ist Libreville nach wie vor Anziehungspunkt zahlreicher internationaler Tagungen und Konferenzen mit regionalem, afrikanischem oder überseeischem Bezug.

Sicherheitspolitik

Die Sicherheitspolitik wird weiterhin im Rahmen eines Verteidigungsabkommens durch die Zusammenarbeit mit Frankreich bestimmt. Gabun selbst verfügt nur über wenige Streitkräfte (ca. 3.000 Mann). Das Konsultativkomitee für Sicherheitsfragen in Zentralafrika, dem die Mitgliedstaaten der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft angehören, bereitet einen Mechanismus zur Konfliktprävention und Streitschlichtung vor. Gabun beteiligt sich wesentlich an den CEMAC-Truppen zur Bewältigung der Krise in der Zentralafrikanischen Republik.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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