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Landesflagge Eritrea
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2009

Die eritreische Regierung misst der Bildungs- und Kulturpolitik eine wichtige Rolle bei der Pflege des eritreischen Nationalbewusstseins und der Erhaltung der Einheit des Vielvölkerstaates bei. Jede der ethnischen Gruppierungen in Eritrea soll ihre kulturellen Traditionen pflegen können. Jedes Kind soll die Möglichkeit haben, Grundschulunterricht in der Muttersprache zu erhalten. In der am 1997 verabschiedeten - jedoch nicht in Kraft getretenen - Verfassung sind alle neun Sprachen der verschiedenen Ethnien als gleichberechtigt anerkannt.

Im Rahmen der nationalen eritreischen Entwicklungs- und Armutsbekämpfungsstrategie wird dem Bildungssektoreine herausgehobene Bedeutung beigemessen. Dabei stehen die Erhöhung der Alphabetisierungsrate, verbesserter Zugang zu Bildungseinrichtungen sowie eine effizientere Wissensvermittlung im Vordergrund. Trotz widriger Umstände hat Eritrea große Fortschritte im Bildungsbereich gemacht. Im primären, mittleren und sekundären Bereich erhöhte sich die Einschulungsrate von 1999/2000 – 2004/05 um jeweils 30Prozent, 88Prozentund 33Prozent. Dennoch liegt die Einschulungsrate im Elementarbereich nur bei 72Prozent, das angestrebte Milleniumsziel von 82Prozentwird Eritrea daher wahrscheinlich nicht erreichen.ProzentGründe hierfür sind in erster Linie das Fehlen von einheimischen Lehrern sowie die Nichtausschöpfung der Hilfsangebote ausländischer und internationaler Geber. Allerdings hat hier seit Jahresbeginn 2009 ein deutliches Umdenken eingesetzt.

Als Ersatz für die im August 2006 aufgelöste Universität Asmara wurden 8 über das Land verteilte Colleges mit dem Ziel aufgebaut, die Zugangsmöglichkeiten aller Bevölkerungsschichten zu höherer Bildung in allen Teilen des Landes zu verbessern und 25Prozentbis 30Prozentder Schulabgänger eine Hochschulausbildung zu ermöglichen. Durch diese Maßnahme konnte die Anzahl der Studenten im tertiären Bereich von 5.000 auf 11.000 Schüler erhöht werden Daneben bemüht sich die Regierung, auch die anderen Bereiche des Bildungssektors auszubauen, stößt aber angesichts von Lehrer und Professorenmangel rasch an ihre Grenzen und hat inzwischen begonnen, ausländische Lehrer (Indien) einzustellen und Hochschulprofessoren aus China, Japan, Italien und Deutschland (CIM) zu gewinnen.

Alle Schüler und Schülerinnen) müssen seit 2002 ihren Sekundarschulabschluss zentral in einer in der Nähe der sudanesischen Grenze gelegenenSchule in Sawa ablegen. Dort findet auch eine sechsmonatige militärische Grundausbildung statt. Danach können die besten ein Studium an einem der Colleges aufnehmen; der Rest wird zur Ableistung des 18-monatigen Wehrdienstes eingezogen.

Nicht nur in der Hauptstadt Asmara gibt es eine aktive künstlerische Szene, hauptsächlich Maler. Auch die einheimische, tigrinyasprachige Filmindustrie gewinnt zunehmend an Bedeutung. 2005 wurden über 60 eritreische Filme produziert. Seit 2001 findet in Asmara alljährlich eine Buchmesse statt. Es gibt erste Versuche, die eritreische Volksmusik zu bewahren sowie mit Hilfe ausländischer Geber ein nationales Symphonieorchester ins Leben zu rufen.



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