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Landesflagge El Salvador
Wirtschaft

Stand: November 2009

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Nach dem Regierungswechsel im Juni des Jahres hat der neue Staatspräsident Mauricio Funes bisher eine eher wirtschaftsliberale Politik beibehalten. El Salvador hat zur Förderung des Außenhandels mehrere Freihandelsverträge mit anderen Staaten abgeschlossen, die allerdings das große salvadorianische Außenhandelsdefizit in den vergangenen Jahren nicht mindern konnten. Im Gegenteil, auch Ende 2009 wird sich das Außenhandelsdefizit erneut vergrößert haben. Zudem fehlen in der salvadorianischen Wirtschaft nach wie vor viele industrielle Arbeitsplätze. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betreffen zusammen rund 50% der arbeitsfähigen salvadorianischen Bevölkerung. Ein großes Problem ist die Kriminalität im Land, die die freie Entwicklung der Wirtschaft stark behindert.

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat dazu geführt, dass El Salvador zur Zeit weit mehr Schulden aufnehmen muss, als in den vergangenen Jahren. Der derzeitige Schuldenstand beläuft sich auf 11,7 Mrd. US-Dollar, was rund 45% des BIP entspricht. Ein ausgeglichener Haushalt dürfte für El Salvador mittelfristig schwer zu erreichen sein.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Die weltweite Wirtschafts und Finanzkrise hat El Salvador schwer getroffen. Nach Jahren moderaten Wirtschaftswachstums, das sich seit 2005 wieder stärker entwickelte, droht für 2009 nun ein Rückgang des BIP um geschätzte 2,5%. Zwar wird davon ausgegangen, dass sich das Wachstum 2010 mit einem Plus von rund einem Prozent wieder erholen wird. Das Haushaltsjahr 2009 wird voraussichtlich mit einem Defizit von rund 5% des BIP abgeschlossen. Grund sind das geringere Steueraufkommen auf Grund der Wirtschaftskrise und die weiter hohen Kosten für Subventionen. El Salvador wird schätzungsweise bis Ende 2009 rund 50.000 Arbeitsplätze verloren haben. Da industrielle Arbeitsplätze im Lande ohnehin knapp sind, ist dies eine katastrophale Entwicklung. Insbesondere der Handel, sowohl die Im- als auch die Exporte mit den USA sind eingebrochen. Die schwächelnde US-Wirtschaft ist auch der Grund für das starke Absinken der so genannten remesas, der Rücküberweisungen von Salvadorianern im Ausland, v.a. in den USA. Die remesasgingen 2009 um rund 11% zurück. Dies hat den Binnenkonsum des Landes schwer getroffen und zu einer weiteren Schwächung der Binnenkonjunktur geführt.

Außenwirtschaftspolitik

El Salvador unterhält Freihandelsabkommen mit den USA, den anderen zentralamerikanischen Staaten, Mexiko, Chile, Kolumbien, Panama und Taiwan. Zur Zeit verhandelt El Salvador mit Kanada über einen Freihandelsvertrag. Zudem enthält auch das geplante Assoziierungabkommen mit der Europäischen Union, über das die zentralamerikanischen Staaten zur Zeit mit der EU verhandeln, ein Freihandelskapitel.

Die USA sind El Salvadors wichtigster Handelspartner. 2009 ging rund die Hälfte aller salvadorinischen Exporte in die USA. Allerdings konnte El Salvador sein strukturelles Außenhandelsdefizit bisher nicht reduzieren. Auch 2009 wird El Salvador schätzungsweise für rund 4,5 Mrd. US-Dollar mehr Waren aus dem Ausland importieren, als exportieren; den Großteil davon aus den USA. In Europa ist Deutschland weiterhin El Salvadors wichtigster Handelspartner. Rund 3% aller salvadorianischen Exporte gehen nach Deutschland.

El Salvador ist bemüht, ausländische Investoren ins Land zu holen und hat aus diesem Grund 17 Freihandelszonen im Land eingerichtet, die die zoll- und steuerfreie Einfuhr von Produktionsmitteln erlaubt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft San Salvador
Carsten Thiele
Tel.: (00503) 2247 0000
Fax: (00503) 2247 0099 eMail
www.sansalvador.diplo.de

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