Ecuador
Bildungswesen und Kulturpolitik
Stand: März 2010
Bildungswesen
Die Bildungschancen in Ecuador sind insgesamt ungleich verteilt: regional, weil ländliche Gebiete unterversorgt sind; sozial, weil ein finanziell meist gut ausgestattetes privates Ausbildungswesen einer größtenteils stark defizitären staatlichen Schulausbildung gegenübersteht und kulturell, weil der Identitätsanspruch der großen Gruppe der Indigenen nicht ausreichend im Bildungswesen berücksichtigt wird. Gemäß der 2008 in Kraft getretenen Verfassung soll die öffentliche Ausbildung von der Grundschule bis zum Hochschulstudium kostenfrei sein. Es ist eine verstärkte Einflussnahme des Staates auf den privaten Ausbildungssektor (vor allem in finanzieller Hinsicht) zu beobachten. Maßnahmen der Regierung, die auf eine Verbesserung der Qualität des Unterrichts an öffentlichen Schulen zielen, haben zu Protesten der Lehrergewerkschaft geführt.
Ecuadorianische Behörden geben an, dass Ecuador vom Analphabetismus befreit sei; internationale Organisationen nennen eine Quote von 7-10 Prozent. Die am stärksten von Analphabetismus betroffene Gruppe sind indigene Mädchen in ländlichen Gebieten.
Kulturpolitik
Angesichts der wirtschaftlichen Bedingungen im Lande ist die Lage insbesondere der jungen Künstler finanziell schwierig; gleichzeitig ist die gesellschaftliche Aufmerksamkeit begrenzt. Im kulturellen Bereich spielt der Staat insgesamt eine eher geringe Rolle. Die Gründung eines Kulturministeriums kann als Signal für ein stärkeres Engagement gewertet werden. Es bestehen einige bedeutsame private Initiativen. Eine Künstlerakademie oder eine aktive Schriftstellervereinigung gibt es nicht.
Das Kulturangebot anderer Staaten, insbesondere auch Deutschlands, stößt auf breites Interesse und bildet in den großen Städten eine unverzichtbare Ergänzung des Kulturprogramms.
Im November 1999 wurde Cuenca in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Altstadt von Quito wurde bereits 1978 aufgenommen und war 2004 Kulturhauptstadt Iberoamerikas.
Medien
Auch in der neuen ecuadorianischen Verfassung wird die Meinungsfreiheit garantiert. Eine staatliche Zensur findet nicht statt. Das Verhältnis zwischen Regierung und Medien ist durch gegenseitige Vorwürfe belastet. In den Städten Quito und Guayaquil kann man über das private Kabelfernsehen, sonst in fast allen Landesteilen über Satellitenantenne, eine Vielzahl - auch ausländischer - Sender empfangen, darunter die Deutsche Welle.
Auf dem Land ist das wichtigste Informations- und Kommunikationsmittel (mit etwa 700 lokalen Sendern) das Radio, darunter auch aus Deutschland unterstützte Sender für indigene Bevölkerungsgruppen.
Die größten Tageszeitungen "Extra", "El Universo" (beide Guayaquil) sowie "El Comercio" und "Hoy" (beide Quito) geben ihre Auflagenstärke mit jeweils 210.000, 150.000, 80.000 bzw. 50.000 an.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.