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Landesflagge Dominikanische Republik
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Die Dominikanische Republik ist ein wirtschaftliches Mittellohnland, das seit 2005 an die hohen Wachstumsraten der 90er Jahre anknüpfen konnte. Heute gehört die Dominikanische Republik zu den Ländern in Lateinamerika und der Karibik, die sehr dynamisch wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt belief sich nach Schätzungen der Zentralbank auf umgerechnet 43,3 Mrd. USD für das Jahr 2008 (2007: 41,2 Mrd. USD) – dies bedeutet ein BIP pro Kopf von 4.626 USD (2007: 4.406 USD). Damit verzeichnete das BIP zuletzt eine Steigerung von 5% (in USD). Anfang 2001 hatte sich das Wachstum in Folge der weltwirtschaftlichen Bedingungen und des starken Rückgangs des internationalen Tourismus nach den 11. September-Anschlägen stark verlangsamt. Im Jahr 2003 erzeugte die spektakuläre Pleite der größten Geschäftsbank und zweier weiterer Banken die schwerste Wirtschaftskrise in der Geschichte der Dominikanische Republik. Erst mit der Konsolidierungspolitik von Staatspräsident Leonel Fernández - seit August 2004 - in enger Kooperation mit dem IWF konnte die Krise überwunden werden. In beeindruckender Kürze erholte sich die Dominikanische Republik.  

Das Wirtschaftswachstum fand seinen Höhepunkt im Jahr 2006 mit 10,7% bei einer Inflation von nur 5%. Beeinflusst von der sich abschwächenden Weltwirtschaft kühlte sich die dominikanische Wirtschaft während der letzten beiden Jahre leicht ab. Bedingt durch die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise zeichnet sich für das laufende Jahr ein Nullwachstum wenn nicht gar ein Rückgang ab. Die Preisinflation belief sich nach Schätzung der Zentralbank im Dezember 2008 auf 4,5%. Der dominikanische Peso blieb innerhalb geringer Bandbreiten (35-36 Pesos = 1USD) der Zentralbank stabil.

Wirtschaftszweige

Die wichtigsten Einnahmequellen sind der Tourismus, Transferzahlungen der im Ausland lebenden Dominikaner und die Exportgewinne aus den Freihandelszonen.
Der Tourismussektor mit dem größten Angebot in der Karibik (65.000 Betten) konnte im Jahr 2008 einen moderaten Zuwachs von 3,9% (Vorjahr 3,7%) verzeichnen. Die Anzahl der deutschen Touristen betrug im Jahr 2007 214.000.
Die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Dominikaner nahmen noch im Jahr 2007 weiter um 10,8% zu (mit insgesamt 3 Mrd. USD 7,4% des BIP). Der überwiegende Teil der Zahlungen stammt aus den USA (80%) und Europa (vor allem Spanien).

Wichtigste Erzeugnisse der Freihandelszonen sind neben den Textilwaren Elektronikgeräte, Schmuck und Tabakwaren. Die Exportleistung der Freihandelszonen stagniert seit etwa einem Jahrzehnt und war im Jahr 2008 mit 4,52 Mrd. USD sogar leicht rückläufig (2007: 4,56 Mrd. USD). Dieser Trend hält nicht nur an sondern verstärkt sich noch weiter.

Investitionen

Das Investitionsklima gilt in der Dominikanischen Republik als gut. Das Bankensystem und die öffentlichen Finanzsysteme wurden im Rahmen der Vereinbarungen mit dem IWF reformiert und strengeren Vorschriften unterworfen. Die solide Finanz- und Geldpolitik der Regierung Fernández und der Zentralbank wird von den Investoren belohnt.  Die Direktinvestitionen steigen sehr eindrucksvoll seit 2004 und betrugen nach vorläufigen Schätzungen der Zentralbank im Jahr 2008 2,81 Mrd. USD. Zielsektoren sind in erster Linie der Immobilienbereich mit mehr als 40% der FDI, gefolgt von Tourismus, Telekommunikation sowie Handel und Industrie.

Das Zivil-, Handels-, Konkurs- und Prozessrecht basieren auf französischem Recht. Das Niveau der Rechtspflege ist relativ gut, entspricht allerdings nicht EU-Standard. Insbesondere die Durchsetzung von Ansprüchen im Handelsbereich ist gewöhnlich mit hohem Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Die im Zusammenhang mit geplanten Investitionen zu erledigenden Behördengänge gestalten sich bisweilen sehr zeitaufwendig.  

Ende 2008 wurde mit dem neuen Gesetz No. 479-08 eine umfassende Reform des dominikanischen Gesellschaftsrechts verabschiedet, die am 19.06.2009 in Kraft getreten ist.

Außenhandel

Seit 2005 ist die Leistungsbilanz passiv. Dies ist auf das zunehmende Handelsbilanzdefizit zurückzuführen, das sich aufgrund der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im laufenden Jahr noch ausgeweitet haben dürfte. 

Die Ausfuhren gehen zum größten Teil in die USA, gefolgt von den Niederlanden, Taiwan, Haiti und Südkorea. Die wichtigsten Exportgüter waren die Erzeugnisse der Freihandelszonen, Ferronickel, Zucker und Kakao. Die Dominikanische Republik ist größter Exporteur von ökologischen Agrarprodukten in Zentralamerika und der Karibik. Die Importe kommen ebenfalls überwiegend aus den USA (6,1 Mrd. USD) gefolgt von Venezuela, Kolumbien und Mexiko. Aus Mexiko und Venezuela wurde vor allem Erdöl bezogen.

Wirtschaftspolitik

Die Dominikanische Republik ist Mitglied zahlreicher internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen (IWF, Weltbank, WTO, GATT, ACS (Verbund karibischer Staaten), Cotonou, CARIFORUM u.a.). Mehrere wichtige Freihandelsabkommen sind in den letzten Jahren abgeschlossen worden (DR/CAFTA, DR/CARICOM, Zentralamerika, Panama). Im Oktober 2008 wurde das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA) zwischen der EU und CARIFORUM unterschrieben. Grundsätzlich gibt dieses Abkommen der DOM freien Zugang zum europäischen Markt. Damit ist die Dominikanische Republik eines von drei Ländern in Lateinamerika (Mexiko, Chile), die über freie Marktzugänge zu den europäischen und US-amerikanischen Märkte verfügt. Weitere Handelsabkommen sind in Verhandlung mit Kanada, Taiwan und Mexiko.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Santo Domingo
Manuel Saenger
Tel.: (001) 809/542 8949
Fax: (001) 809/542 8955 eMail
www.santo-domingo.diplo.de

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