Dominikanische Republik
Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland
Stand: Oktober 2009
Politische Beziehungen
Für die politischen Beziehungen zwischen der Dominikanischen Republik und Deutschland sind die Wirtschaft (insbesondere der Tourismus) sowie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wesentliche Faktoren. Im Lande leben über 10.000 Deutsche, die sich hauptsächlich an der Nordküste (Puerto Plata, Cabarete und Sosua) niedergelassen haben. Im April 2007 hat erstmalig der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier im Rahmen des regionalen Außenministertreffens der Europäischen Union mit der Rio-Gruppe die Dominikanische Republik besucht.
Wirtschaftsbeziehungen
Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und der Dominikanischen Republik hatten sich insbesondere in den Jahren des dominikanischen Wirtschaftsaufschwungs Ende der 90er Jahre stark intensiviert.
Eine Anzahl deutscher Firmen sind bereits in der Dominikanischen Republik tätig bzw. haben Projektverhandlungen geführt. Die dominikanische Regierung ist insbesondere auch an deutschen Produkten im Bereich alternative Energien interessiert, um die weiterhin bestehenden Probleme im Energiesektor zu lösen.
Der bilaterale Handel konnte vom starken dominikanischen Wachstum profitieren. Die deutschen Exporte in die Dominikanische Republik betrugen im Jahr 2008 185,7 Mio. EUR. Parallel sind die deutschen Importe aus der Dominikanischen Republik im Jahr 2008 auf 132,9 Mio. EUR angestiegen.
Deutschland ist für die Dominikanische Republik einer der wichtigsten europäischen Absatzmärkte für ökologische Produkte (Bananen, Kakao und Kaffee). Zur Produktkontrolle hat sich ein deutsches Unternehmen für Öko-Standards in der Dominikanischen Republik niedergelassen. Aus Deutschland werden hauptsächlich Kfz und -teile, Maschinen sowie chemische Produkte eingeführt.
Es bestehen ein Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrag vom 13.12.1957 sowie ein Luftverkehrsabkommen vom 23.07.1992. Seit 1994 gibt es eine deutsch-dominikanische Handelskammer, die über 150 Mitglieder umfasst und Mitglied der deutsch-regionalen Handelskammer für Zentralamerika und die Karibik ist. Sie ist außerdem Gründungsmitglied der Europäischen Handelskammer in der Dominikanischen Republik.
Entwicklungszusammenarbeit
Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit hat in den bilateralen Beziehungen besonderes Gewicht. Nach dem Weltentwicklungsbericht der Vereinten Nationen des Jahres 2007/2008 (UNDP, Human Development Report) rangiert die Dominikanische Republik mit Platz 79 etwa in der Mitte einer Rangliste von 177 Ländern. Die Dominikanische Republik bedarf trotz erfolgreicher Eigenanstrengungen (u.a. Tourismus, Privatwirtschaft) zur Verbesserung entwicklungsrelevanter Indikatoren weiter internationaler Unterstützung. Bei einigen armutsrelevanten Indikatoren liegt die Dominikanische Republik im regionalen Vergleich auf einem hinteren Rang. Nach Angaben des dominikanischen Planungsministeriums leben ca. 36% der Dominikaner in Armut. Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag mit technischer und finanzieller Hilfe. Schwerpunkt des deutschen Engagements ist die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen. Der Gesamtumfang der bisherigen Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands beträgt seit Beginn der Kooperation mehr als 226 Mio. EUR. Damit zählt Deutschland mit Spanien, Kanada und den USA zu den großen bilateralen Gebern. In Zukunft wird die Zusammenarbeit zunehmend auf regionale Programme verlagert. Die wichtigsten hiervon sind der HIV/Aids-Prävention, den Erneuerbaren Energien und der Umsetzung des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens zwischen der EU und dem Regionalverband CARIFORUM gewidmet.
Darüber hinaus spielt Deutschland eine tragende Rolle bei der Finanzierung der Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union, die zu den wichtigsten multilateralen Gebern der Dominikanischen Republik gehört. Das Finanzvolumen der im Rahmen des 10. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) mit der Dominikanischen Republik für den Zeitraum 2008-2013 vereinbarten Zusammenarbeit beläuft sich auf knapp 200 Mio. EUR. Ca. 20% dieser Summe werden durch Deutschland aufgebracht.
Kulturelle Beziehungen
Das Interesse an Deutschland, der deutschen Sprache und an kultureller Präsenz ist nicht zuletzt aufgrund des Tourismus spürbar gestiegen. Deutschland wird nicht nur als Wirtschafts- und Technologieland, sondern auch als Kulturnation wahrgenommen. Seit mehr als 50 Jahren erfreuen sich die von der Botschaft organisierten Sprachkurse großer Beliebtheit. Anfang 2001 hat die dominikanische Regierung dem deutsch-dominikanischen Kulturverein ein Haus in der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten kolonialen Altstadt zur Nutzung als deutsch-dominikanisches Kulturzentrum übergeben (c/Isabel La Católica Nr. 212, Zona Colonial, Santo Domingo). Es wurde mit Mitteln der Bundesregierung, des deutsch-dominikanischen Kulturvereins sowie mit Spenden deutscher Wirtschaftsvertreter restauriert. Das "Centro Dominico-Aléman" hat sich inzwischen insbesondere mit Ausstellungen und Konzerten einen Namen gemacht.
Hinweis
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