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Landesflagge Costa Rica
Wirtschaft

Stand: März 2010

Wirtschaftsstruktur

Costa Rica hat eine offene, exportorientierte Marktwirtschaft. Traditionelle Exportgüter wie Kaffee und Bananen haben zwar an Bedeutung verloren, die Landwirtschaft bleibt aber nach dem Tourismus und den Exporten in der Computerbranche wichtigster Devisenbringer des Landes. Costa Rica konnte zahlreiche ausländische, insbesondere US-amerikanische Investoren anziehen und damit seine Exportpalette diversifizieren. 

Mit den USA und den übrigen zentralamerikanischen Staaten sowie der Dominikanischen Republik wurde ein Freihandelsabkommen unterzeichnet (CAFTA), das am 1. Januar 2009 für Costa Rica in Kraft trat. Mit dem Abkommen soll in erster Linie der bereits bestehende privilegierte Zugang Costa Ricas zum US-amerikanischen Markt gesichert werden. Costa Rica hat bereits Gesetze zur Öffnung der staatlichen Monopole im Versicherungs- und Mobiltelefoniebereich verabschiedet.

Die costaricanische Wirtschaft schrumpfte im Jahr 2009 um 1,3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) nach einem Wachstum von 2,6% im Vorjahr. Für 2010 wird eine Erholung und erneutes Wachstum erwartet.

Nachdem 2008 die Exporte um 2,4% gewachsen waren, erlitten sie 2009 einen Einbruch um 7,64%.

2009 schloss mit einem Haushaltsdefizit von 4,9% zum BIP.

Die seit langem im Parlament anhängige Finanz- und Steuerreform (sog. planfiscal) liegt weiterhin auf Eis. Lediglich ein Gesetz zur Einführung einer Steuer auf Luxushäuser konnte verabschiedet werden.

Die Wettbewerbsfähigkeit wurde bis Ende 2006 durch tägliche, marginale Abwertungen der Landeswährung Colón gegenüber dem US-Dollar gesichert.

Um sich größeren Spielraum in der Geldpolitik zu verschaffen und die Inflation wirksam zu bekämpfen, führte die Zentralbank zum 17. Oktober 2006 einen Wechselkurskorridor ein. Dieser erlaubt dem Colón, innerhalb einer von der Zentralbank durch Interventionskäufe gestützten Bandbreite zu floaten. Nachdem 2008 die Inflationsrate 13,9% betragen hatte, erreichte sie 2009 nur noch eine Höhe von 4,05%.

Der Abwertungsdruck des Colón zwang die Zentralbank 2009 zu einer restriktiven Geldpolitik, die keinen oder nur einen geringen Spielraum für Zinssenkungen ließ.

Für 2010 strebt die Zentralbank ein Inflationsziel von 5%(+/- 1%) an.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die Strukturen der costaricanischen Wirtschaft haben sich innerhalb weniger Jahrzehnte dramatisch verändert: Costa Rica hat sich vom Agrarstaat zum Dienstleistungs- und Industriestaat gewandelt. Während die Landwirtschaft 1965 noch 23,5% zum BIP beitrug, waren es 2009 nur noch 8,8%, was dem Negativtrend der letzten Jahre entspricht; Dienstleistungen und Industrie haben hingegen einen Anteil von 61,1% bzw. 26%. Für den Arbeitsmarkt ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von 11,5% noch von größerer Bedeutung.

In den letzten Jahren bemühte sich Costa Rica erfolgreich um Investitionen ausländischer Firmen, vor allem auch im Hightech-Bereich. Der amerikanische Chiphersteller Intel, der 1996 seine Fabrik in Costa Rica errichtete, trug 2009 mit einem Exportwert von 2 Mrd. USD zu den Ausfuhren bei. Er steigerte seine Exporte damit gegenüber 2008 um 8% und bestritt 23% der Gesamtexporte Costa Ricas. Intel expandiert in Costa Rica weiter; im September 2009 verlagerte Intel seine Chip- und Chipsetproduktion von Malaysia und den Philippinen nach Costa Rica. Aber auch andere, vor allem US-Großfirmen, haben sich mit erheblichen Investitionen in den Freihandelszonen in Costa Rica niedergelassen. 

2003 erwarb die Deutsche Post AG den Logistik Dienstleister CORMAR, 2005 investierte die deutsche Firma Ristic AG in eine moderne Fabrikanlage für den Export von Garnelen in Puntarenas. Im Oktober 2007 begann das deutsche Unternehmen Continental AG den Bau einer Produktionsstätte für Autoelektronik im Gewerbegebiet von Alajuela, die sie 2009 fertigstellte, jedoch bisher noch nicht in Betrieb nahm.

Der Tourismus ist somit inzwischen, gefolgt von Chipexporten (Intel) und der Landwirtschaft (Bananen, Ananas, Kaffee), wichtigster Devisenbringer des Landes (2009: 7,5% Anteil am BIP). Im Jahr 2009 kamen 1,75 Mio. Touristen nach Costa Rica, was einem Rückgang von 9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Negativtrend des vorangegangenen Jahres setzte sich damit fort. Für 2010 wird eine Erholung des Tourismussektors erwartet. Insbesondere der so genannte „Ökotourismus“ bringt Gäste nach Costa Rica. Knapp 30% der Landfläche stehen unter Naturschutz.

Für die Stromerzeugung ist Wasserkraft besonders wichtig (ca. 90%). Bei Öl besteht volle Importabhängigkeit.

Außenwirtschaft

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar, die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Obwohl die traditonellen Agrarexportgüter (Bananen und Kaffee, in den letzten Jahren zunehmend Ananas und Melonen) Steigerungsraten verzeichnen, stellen sie nur noch rund 21,9% des Wertes der Gesamtausfuhren (2008).

Hauptexportgüter sind mitlerweile elektrische und elektronische Geräte (insbesondere integrierte Schaltkreise und Mikrochips), die ca. 30% der Exporte ausmachen, gefolgt von Nahrungsmitteln (knapp 11%) und medizinischer Ausrüstung (10,3%).

Trotz Einnahmen aus dem Tourismus bleibt ein Leistungsbilanzdefizit, das zu 90% durch direkte ausländische Investitionen (2009: ca. 1,3 Mrd. USD) finanziert wird.

Dominierender Handelspartner sind die USA, obwohl ihr Anteil seit 2000 von etwa 52% auf 40% gesunken ist. Stattdessen gewinnt der asiatische Markt zunehmend an Bedeutung für die costaricanische Wirtschaft. 2008 waren die Exporte zum wichtigsten Handelspartner in Asien, China, jedoch rückläufig bei weiter steigenden Importen und Costa Rica hatte gegenüber China erstmalig eine negative Handelsbilanz in Höhe von -207,8 Mio. US $. Deutschland gehört innerhalb der EU zu den wichtigsten Handelspartnern Costa Ricas.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano), dem auch Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua angehören. Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Die Verhandlungen mit China und Singapur sind abgeschlossen, die Unterzeichnung der Freihandelsabkommen steht noch aus.

Zudem verlangt das Freihandelsabkommen CAFTA die Öffnung des Telekommunikations- und Versicherungsmonopols im Jahr 2010 bzw. 2011.

Gespräche über das Assoziierungsabkommen zwischen Zentralamerika und der EU wurden nach einer Unterbrechung aufgrund der Honduraskrise inzwischen wieder aufgenommen.

Der Export von Gütern und Dienstleistungen stellt einen wichtigen Faktor der costaricanischen Wirtschaft dar, die Handelsbilanz ist allerdings traditionell negativ. Obwohl die traditonellen Agrarexportgüter (Bananen und Kaffee, in den letzten Jahren zunehmend Ananas und Melonen) Steigerungsraten verzeichnen, stellen sie nur noch rund 16,7% der Gesamtausfuhren (2006).

Hauptexportgüter sind mitlerweile integrierte Schaltkreise und Mikrochips (ca. 22%), gefolgt von medizinischer Ausrüstung und Medikamenten.

Trotz Einnahmen aus dem Tourismus bleibt ein Leistungsbilanzdefizit, das zu 90% durch direkte ausländische Investitionen (2009: ca. 1,3 Mrd. USD) finanziert wird.

Dominierender Handelspartner sind die USA, obwohl ihr Anteil seit 2000 von etwa 52% auf 39% gesunken ist. Stattdessen gewinnt der asiatische Markt zunehmend an Bedeutung für die costaricanische Wirtschaft (Exporte nach China: 2007 27%). Deutschland gehört innerhalb der EU zu den wichtigsten Handelspartnern Costa Ricas.

Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Costa Rica ist seit 1990 Mitglied des GATT und war 1995 Gründungsmitglied der WTO. Darüber hinaus ist Costa Rica Mitglied des zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes (Mercado Común Centroamericano), dem auch Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua angehören. Zu Beginn des Jahres 2009 trat das Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA) in Kraft. Die Verhandlungen mit China und Singapur laufen und könnten noch unter der Regierung Arias abgeschlossen werden.

Zudem verlangt das Freihandelsabkommen CAFTA die Öffnung des Telekommunikations- und Versicherungsmonopols im Jahr 2010 bzw. 2011.

Gespräche über das Assoziierungsabkommen zwischen Zentralamerika und der EU wurden aufgrund der Honduraskrise ausgesetzt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft San José
Botschafter Wolf Daerr
Tel.: (00506) 290 90 91
Fax: (00506) 231 6403 eMail
www.san-jose.diplo.de

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