Startseite

Springe direkt zu: Seiteninhalt:, Zusatzinformationen:, Hauptmenü, Servicemenü, Suche


Landesflagge Costa Rica
Beziehungen zwischen Costa Rica und Deutschland

Stand: März 2010

Politische Beziehungen

Das Verhältnis zwischen Costa Rica und der Bundesrepublik Deutschland ist herzlich und vertrauensvoll; der Besuch von Präsident Arias im Juni 2006 und seine Gespräche mit Bundespräsident Köhler und Bundeskanzlerin Merkel haben dies eindrucksvoll bekräftigt. Die bilateralen Beziehungen sind vor allem geprägt durch den Handels- und Wirtschaftsaustausch, die langjährige, inzwischen allerdings rückläufige entwicklungspolitische Zusammenarbeit und die kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen. 

In der costaricanischen Öffentlichkeit genießt Deutschland viel Sympathie. Das Deutschlandbild profitiert außerdem von der nicht sehr großen, aber gut integrierten deutschen Kolonie. Von den deutschen Politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit eigenen Büros in Costa Rica vertreten. Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS) und Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) führen im Rahmen regionaler Projekte auch in Costa Rica Maßnahmen durch.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland zählt innerhalb der EU, nach den Niederlanden und Belgien, zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes. Im Jahr 2008 wurden gem. costaricanischen Statistiken costaricanische Waren im Wert von 210,3 Mio. USD nach Deutschland importiert; die deutschen Exporte beliefen sich auf 272 Mio. USD (Rotterdam-Effekt). Nach deutschen Statistiken von 2008 ist das Handelsvolumen dagegen mit ca. 580 Mio. EUR erheblich umfangreicher: Costa Rica importiert Waren im Wert von 157 Mio. EUR aus Deutschland und exportiert Produkte im Wert von 423,2 Mio. EUR zu uns, woraus sich ein seit längerem bestehendes Handelsbilanzdefizit (2008: 266,2 Mio. EUR ) mit Costa Rica ergibt. Wichtigste Importgüter aus Costa Rica sind Bananen, Kaffee und Zierpflanzen. Bei den deutschen Exporten handelt es sich vornehmlich um Maschinen, chemische sowie pharmazeutische Produkte.

Costa Rica ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen: 2009 kamen ca. 45.000 deutsche Touristen ins Land.

Seit 1998 ist ein bilaterales Investitionsschutz- und -förderungsabkommen in Kraft. Verhandlungen über ein Doppelbesteuerungsabkommen konnten erfolgreich abgeschlossen werden; das Abkommen ist jedoch noch nicht unterzeichnet.

Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Costa Rica ist trotz des bereits erreichten beachtlichen Entwicklungsstands noch Partnerland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Als Schwerpunkt der deutschen Kooperation wurde Ende 2002 in Abstimmung mit der costaricanischen Regierung das Thema "städtisch-industrieller Umweltschutz" mit der Ergänzung "partizipative, lokale Entwicklung" definiert. Im Februar 2004 einigten sich die Regierungen darauf, in diesem Schwerpunkt das Thema der städtischen Müll- und Abwasserentsorgung prioritär zu behandeln. Auf dieser Grundlage führt die GTZ das Programm "Wettbewerbsfähigkeit und Umwelt" durch, das im April 2006 bereits in seine zweite Phase eingetreten ist und noch andauert. Die entwicklungspolitischen Regierungsgespräche fanden zum letzten Mal im November 2006 in San José statt.

Realisiert wird die Entwicklungszusammenarbeit über bilaterale und regionale Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit, wobei die costaricanischen Partnerinstitutionen immer erhebliche Eigenbeiträge leisten.

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Auftrag der Bundesregierung z.Z. folgende Projekte:

  • Projekt zur Verbesserung des Kantonalstraßennetzes mit aktiver Beteiligung der Gemeinden und der lokalen Bevölkerung, gemeinsam mit dem Ministerium für öffentliche Bauten und Verkehr (MOPT)

  • Projekt zur Förderung der nachhaltigen Bewirtschaftung der Forstressourcen in der Region Huetar Norte, gemeinsam mit dem Umweltministerium (MINAET) und der staatlichen Forstbehörde (FONAFIFO)

  • Projekt zur Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in ländlichen Gebieten, gemeinsam mit dem staatlichen Wasserwerk AyA

Die GTZ führt das Projekt "Förderung der Kommunalentwicklung und Dezentralisation (PRODELO)" durch, das bis 2010 verlängert wurde. Im September 2009 wurde mit finanzieller Unterstützung der GTZ eine Konferenz von Klimaschutzexperten in San José ausgerichtet.

Ein weiteres Instrument der technischen Zusammenarbeit ist die Entsendung von sog. integrierten Fachkräften, welche 2-6 Jahre mit der Zielsetzung des Wissenstransfers für konkrete Projekte und Arbeitsbereiche in costaricanischen Institutionen und Einrichtungen tätig sind. Das der GTZ angeschlossene Centrum für Internationale Migration (CIM) vermittelt und finanziert gemeinsam mit der Aufnahmeorganisation diese Experten. Derzeit arbeiten deutsche Experten u.a. in den Bereichen betrieblicher Umweltschutz, Umwelttechnologien und Evaluierung von Projekten.

Auch der EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) entsendet Fachkräfte an costaricanische Nichtregierungsorganisationen und leistet finanzielle Unterstützung für deren Aktivitäten. Im November 2008 eröffnete der EED ein Regionalbüro in San José mit Zuständigkeit für alle Projekte in Mexiko und Zentralamerika.

InWent hat Costa Rica in den letzten Jahren zunehmend als regionale Plattform für Fortbildungsveranstaltungen mit Teilnehmern aus Zentralamerika genutzt. So fand im September 2009 eine unter anderem von InWent organisiertes einwöchiges Regionalseminar zur Grundschulbildung in Zentralamerika und zur diesbezüglichen Haushaltsplanung statt.

Kulturelle Beziehungen

Obwohl Costa Rica nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch kulturell vor allem nach Norden schaut, ist der Kultursektor ein wichtiger Bestandteil der deutsch-costaricanischen Beziehungen. Zum Teil auch als Reaktion auf den wachsenden nordamerikanischen Einfluss, besonders in den Massenmedien, besteht in Costa Rica nachhaltiges Interesse an europäischer Kultur. Die Botschaft fördert Aktivitäten, die den interkulturellen Austausch zwischen Costa Rica und Deutschland ermöglichen, aus Mitteln des sog. Kleinen Kulturfonds.

Wichtiger Teil der deutschen Kulturarbeit ist die Förderung der deutschen Humboldt-Schule "Colegio Humboldt", einer Begegnungsschule mit insgesamt ca. 900 Schülern und Kindern im Kindergarten, 10 entsandten Lehrern und 4 Bundesprogrammlehrkräften. Im Rahmen der vom Auswärtigen Amt und den Kulturmittlerorganisationen geförderte Partnerschulinitiative „Schulen, Partner der Zukunft“ wurden im Oktober 2008 vier Partnerschulen aufgenommen.

Der DAAD verfügt in San José über ein Informationszentrum, das bilaterale und regionale Programme zum Dozenten- und Studentenaustausch (insbesondere im Postgraduiertenbereich) sowie zur Hochschulkooperation für ganz Zentralamerika durchführt. Mit verschiedenen costaricanischen Institutionen (u.a. dem Rektorenverband CONARE und der staatlichen Universidad de Costa Rica) bestehen spezielle bilaterale Abkommen zum Wissenschaftler- und Studentenaustausch, ebenso wie mit dem zentralamerikanischen Hochschulverband CSUCA. Der DAAD verfügt über ein Netz von Kontaktpersonen und unterstützt die Ehemaligenvereinigungen in der Region. Jährlich werden insgesamt ca. 80 Austauschmaßnahmen mit und in der Region gefördert. Im März 2005 wurde an der staatlichen "Universidad de Costa Rica" der "Humboldt-Lehrstuhl" eingerichtet, mit dem der wissenschaftliche Austausch interdisziplinär weiter vertieft werden soll.

In Costa Rica gibt es ein Goethe-Zentrum, welches an zwei Standorten in San José Deutschkurse in allen Stufen und entsprechende Deutschzertifikate anbietet. Insgesamt schreiben sich jährlich über 1.400 Personen in seinen Sprachkursen ein.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links



Für diese Seite:


Impressum © 1995-2010 Auswärtiges Amt