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Landesflagge Chile
Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2010

Kulturpolitik

Chile ist weitgehend von europäisch-spanischer Kulturtradition geprägt und nimmt am internationalen Kulturleben regen Anteil. Im Zuge der Demokratisierung hat sich eine gebildete Mittelschicht entwickelt, die für neuere kulturelle Strömungen empfänglich ist. Auch die Regierung bemüht sich mit Erfolg um eine Belebung und Modernisierung des kulturellen Lebens. Per Gesetz vom Juli 2003 entstand der Nationale Rat der Kultur und der Künste als ministerielles Ressort.

Consejo Nacional de la Cultura y las Artes

Ihm nachgeordnet sind der Rat des Buches, der Musikrat und der Rat für audiovisuelle Kunst. Der Nationale Kulturrat ist über Zweigstellen in allen 15 Regionen des Landes vertreten. Das Budget des Kulturrates (inkl. der vier Fonds für Buch, Musik, audiovisuelle Kunst sowie Kunst allgemein) ist seit 2006 um 60% auf 62,7 Mio. Pesos im Jahr 2010 angestiegen. Damit setzt Chile den Kurs der letzten Jahre fort, die kulturellen Aktivitäten zu stärken.

Förderschwerpunkte bleiben der Kulturaustausch, die kulturelle Infrastruktur, der gleichberechtigte Zugang zu Kulturgütern, der Schutz des kulturellen Erbes sowie die Förderung chilenischer Nachwuchskünstler.

Am 18. September 2010 wird Chile den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit begehen. Die Feierlichkeiten zum "Bicentenario", die Vergangenheit und Tradition mit Zukunftsperspektiven verbinden sollen, haben mit dem Eintritt in das 200. Jahr der Unabhängigkeit am 18. September 2009 begonnen. 

Die Regierung hat zahlreiche Bicentenario-Projekte der verschiedensten Ausformung (Bauwerke, neue Bildungseinrichtungen, Konzerte, etc.) angestoßen, unterstützt und organisiert.

Bildungspolitik

Die Modernisierung des Bildungssektors ist angesichts der Zunahme der Studentenzahlen, des sich verschärfenden internationalen Wettbewerbs sowie der fortschreitenden Wirtschaftsintegration eines der vordringlichsten Ziele der Regierung, um mittelfristig den Übergang zur Wissensgesellschaft sicherzustellen. 

Die Regierung möchte insbesondere das erhebliche Leistungsgefälle überwinden, das seit vielen Jahren zwischen öffentlichen – meist kommunalen - Schulen und staatlich subventionierten Privatschulen auf der einen und kostenpflichtigen Privatschulen auf der anderen Seite besteht. 

In einem ersten Schritt und nach einem sehr schwierigen Gesetzgebungsverfahren wurde im September 2009 ein neues Schulgesetz („Ley General de Educación“) verabschiedet. Es soll die Qualität des Unterrichts erhöhen. In einem nächsten Schritt sollen neue Einrichtungen („Superintendencia de Educación“, „Agencia de Calidad“) geschaffen werden, um die Qualität des Unterrichts sicherzustellen. Eine weitere Gesetzesinitiative („Ley de la Educación Pública“) zielt darauf ab, die kommunale Trägerschaft der Schulen zu beenden. Die Gemeinden sollen demnach die Möglichkeit haben, sich zu öffentlichen Körperschaften zusammenzuschließen, die ihrerseits zusätzliche Unterstützung vom Staat erhalten sollen. Das damit besiegelte Ende der kommunalen Trägerschaft war eine der zentralen Forderungen bei den Schülerprotesten.

Forderungen der Lehrerschaft auf Zahlung einer auf die Zeit der Militärdiktatur zurückgehenden historischen Geldschuld („deuda histórica“) sowie einer anderen Leistung („Bono Subvención Adicional Especial“) führten im Schuljahr 2009 zu langen und zum Teil landesweiten Lehrerstreiks in den staatlichen Schulen. Die Zahl der Schüler an kommunalen Schulen ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Während diese 2001 noch von 53,1% der Schüler besucht wurden, sind es 2010 voraussichtlich nur noch 40,4%.

Im Hochschulbereich hat Chile die Zahl der Auslandsstipendien für Postgraduierte in den letzten Jahren sukzessiv auf nunmehr 3.300 Stipendien im Jahr 2010 (2009: 2.500) erhöht. Auch für Studenten der „centros de formación técnica de nivel superior“ (entspricht in etwa den deutschen Berufsakademien) werden deutlich mehr Auslandsstipendien zur Verfügung gestellt. Zur Umsetzung dieser Bildungsinitaitive wurde ein mit 6 Mrd. USD ausgestatteter Fonds („Fondo Bicentenario“) eingerichtet. Die Stipendien werden über das zentrale Stipendienportal „Becas Chile“ vergeben.

Die Zahl der Studierenden an den rund 200 chilenischen Hochschulen (darunter: Universitäten, "Institutos Profesionales" und "Centros de Formacion Técnica“) ist 2009 auf die Rekordmarke von rd. 800.000 gestiegen. Wie bereits 2008 haben sich auch für das Studienjahr 2009 mehr als die Hälfte der Studenten an privaten Hochschulen eingeschrieben. Die insgesamt 61 Universitäten Chiles lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

  • die 36 privaten Universitäten

  • die 25 Mitglieder der chilenischen Rektorenkonferenz CRUCH („Consejo de Rectores de las Universidades Chilenas“), wobei in diesem 16 staatliche und 9 traditionelle Privatuniversitäten vertreten sind.

Der CRUCH ist für das chilenische Bildungsministerium ein wichtiger Ansprechpartner mit gewissen Privilegien. Aufgrund der vielen neu gegründeten Hochschulen und der stetig steigenden Zahl ihrer Studenten ist die Zusammensetzung des CRUCH ein wichtiges Reformthema. Gleichermaßen kontrovers diskutiert wird die Forderung der staatlichen Universitäten nach höheren finanziellen Zuschüssen („Un nuevo trato con el estado“).

Die Regierung möchte mit der anstehenden Reform vor allem
die Qualität der Hochschulausbildung verbessern und bestehende Ungleichgewichte (z.B. bei Aufnahmebedingungen und Leistungsfähigkeit) zwischen (halb)staatlichen und privaten Hochschulen beseitigen. Aufwendige Akkreditierungssysteme wurden eingerichtet, um das stetig wachsende Angebot in der Postgraduiertenausbildung (Magister, Promotion) und die zunehmenden Neugründungen im privaten Bildungssektor  zu regulieren. Die Einrichtung von Bachelor/Magister-Studiengängen, die Modularisierung des Studiums, der Aufbau internationaler Austauschprogramme sowie die Entwicklung interdisziplinärer Graduierten- und Doktorandenkollegs machen Fortschritte und  orientieren sich an US-amerikanischen und europäischen Erfahrungen.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

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