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Landesflagge Burkina Faso
Wirtschaft

Stand: Oktober 2009

Grundlagen

Burkina Faso zählt mit einem mittleren Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 204 Euro pro Kopf und Jahr zu den ärmsten Ländern der Welt. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt, trotz erheblicher eigener und internationaler Anstrengungen, unter der absoluten Armutsschwelle. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen liegt Burkina Faso auf dem Platz 177 der 182 bewerteten Staaten (HDI 2009).

Bei einem Bevölkerungswachstum von ca. 3,0 Prozent dürfte Burkina Faso (derzeit ca. 14,1 Mio Einwohner, 272.000 Quadratkilometer) schon in einigen Jahrzehnten an die Grenze seiner eigenen Möglichkeiten zur Ernährungssicherung stoßen.

Hinzukommen im internationalen Vergleich hohe Produktionsfaktoren: ungünstige Binnenlage, hohe Transportkosten, sehr hohe Energiekosten, geringes Ausbildungs- und Produktivitätsniveau und der schlechte Gesundheitszustand der produktiven Bevölkerung (durch z.B. Malaria, Meningitis, HIV/AIDS).

Ein reales Wirtschaftswachstum ist unter diesen Bedingungen nur schwer vorstellbar.

Die aus der EZ stammenden Gelder sind für Burkina Faso überlebensnotwendig. Zuschüsse und Auslandskredite machen rund 70 Prozent der Staatseinnahmen aus.

Wirtschaftsstruktur

Burkina Faso ist ein Agrarland: rund 80 Prozent der Bevölkerung leben im ländlichen Raum, die Landwirtschaft trägt mit etwa 35-39 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Die Standortnachteile sind erheblich: ungünstige Binnenlage mit hohen Transportkosten, Marktferne, Mangel an preisgünstigen Energiequellen, kaum Bodenschätze, geringes Ausbildungs- und Produktivitätsniveau und HIV-Infektionen in der produktiven Bevölkerung werden auch in absehbarer Zukunft die wirtschaftliche Entwicklung des Landes beeinträchtigen.

Hauptaufnahmeland für rund 3 Millionen burkinische Arbeitnehmer war bislang das Nachbarland Côte d'Ivoire, aus dem seit dem Ausbruch bürgerkriegsähnlicher Auseinandersetzungen im September 2002 zunehmend Burkiner zurückkehren. Angesichts der wirtschaftlichen Bedeutung der Côte d'Ivoire in der Region hat die Krise negative Auswirkungen (u.a. Preisanstieg durch gestiegene Transportkosten, ausbleibende Arbeitnehmerüberweisungen, reduziertes Wirtschaftswachstum) auf Burkina Faso. Diese werden allerdings durch den informellen Handel mit dem Norden der Côte d’Ivoire teilweise kompensiert.

Mehr als 80 Prozent der burkinischen Erwerbspersonen sind im primären Sektor (Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Forsten) beschäftigt. Wichtigstes Exportgut ist Baumwolle und Vieh. Bisher fehlt es allerdings an den Möglichkeiten, die landwirtschaftlichen Produkte weiterzuverarbeiten. Um diesem Problem zu begegnen zielt die künftige Ausrichtung der Landwirtschaft neben einer verstärkten Verbindung von Produktion und Marktanbindung auf eine Verstärkung der Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.

Das Land ist Mitglied der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft UEMOA sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Staatshaushalt und Entwicklungszusammenarbeit

Der Staatshaushalt wird zu einem wesentlichen Teil durch Entwickungsgelder finanziert. Dies gilt insbesondere für den Investitionsbereich, in dem ein großer Teil der Ausgaben von den Gebern finanziert wird. Burkina Faso gehört zu den Ländern, deren Schuldenlast durch die Entschuldungsinitiative der G-8-Staaten (HIPC) stark reduziert wurde. Die durch die Schuldenerleichterung freigesetzten Mittel kommen den sozialen Sektoren, vor allem der Grundbildung und dem Gesundheitswesen, zugute. Burkina Faso hat im Jahr 2000 als eines der ersten Länder in Afrika eine Armutsbekämpfungsstrategie entwickelt. Die Umsetzung erfolgt durch einen Aktionsplan, in dem die Prioritäten definiert sind. Beide Dokumente werden jährlich in einem partizipativen Prozess, in den die Zivilgesellschaft, der Privatsektor und die Geber einbezogen sind, überarbeitet. Zur Finanzierung leisten die multilateralen und bilateralen Geber einen erheblichen Beitrag. Größter bilateraler Geber ist Frankreich, auf multilateraler Ebene sind es die Weltbank und die Europäische Union.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Ouagadougou
N.N.
Tel.: (00226) 50 3067-31/-32
Fax: (00226) 50 3139 91 eMail

Nützliche Links

Entwicklungszusammenarbeit

Burkina Faso ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:



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