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Landesflagge Brasilien
Beziehungen zwischen Brasilien und Deutschland

Stand: Februar 2010

Politische Beziehungen

Die deutsch-brasilianischen Beziehungen sind politisch, wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich breit verankert. Sie basieren auf gemeinsamen Werten und übereinstimmenden Auffassungen zur globalen Ordnung. Im Aktionsplan der deutsch-brasilianischen strategischen Partnerschaft (Mai 2008) vereinbarten beide Länder den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit im bilateralen und multilateralen Bereich.
Die bilateralen Beziehungen werden überwölbt von der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Brasilien.

In vielen Fragen der internationalen Agenda – vor allem der Reform der Vereinten Nationen, einschließlich der Sicherheitsratserweiterung um neue ständige Mitglieder, und der Reform der globalen Finanzordnung – arbeiten Brasilien und Deutschland eng zusammen.

Die bilaterale Zusammenarbeit ist vielfältig. Sie umfasst u. a. Themen wie Menschenrechte, Wirtschaft, Energie, Umwelt, Klima sowie Arbeit und Soziales. Die umfangreiche entwicklungspolitische Zusammenarbeit konzentriert sich stark auf die Schwerpunkte Tropenwaldschutz in Amazonien und erneuerbare Energien. Besondere Aufmerksamkeit widmen beide Länder auch dem wissenschaftlich-technologischen und kulturellen Austausch. Die historisch starke deutsche Einwanderung nach Brasilien wirkt positiv auf die Zusammenarbeit nach.

Es bestehen zahlreiche Kontakte zwischen Nicht-Regierungsorganisationen beider Länder.
Der Austausch politischer Besuche ist rege. Staatspräsident Lula besuchte Deutschland als erstes europäisches Land bereits vier Wochen nach seinem Amtsantritt im Januar 2003. Im November 2003 stattete Bundespräsident Rau Brasilien einen offiziellen Besuch ab. Es folgten Besuche von Bundesaußenministern 2004 und 2006. Bundespräsident Köhler stattete im März 2007 Brasilien einen Staatsbesuch ab. Bundeskanzlerin Merkel besuchte Brasilien im Mai 2008 (Unterzeichnung des Aktionsplans der Strategischen Partnerschaft sowie des Energieabkommens). Beim Staatsbesuch von Präsident Lula in Deutschland Anfang Dezember 2009 wurden weitere Vereinbarungen geschlossen (Rechtshilfe; Sozialversicherung; öffentliche Sicherheit; Wirtschaftliche Zusammenarbeit, vor allem im Bereich der Infrastruktur und der Sicherheit, im Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 und die XXXI. Olympischen Spiele und die XV. paraolympischen Spiele 2016 in Rio; Bekämpfung des Klimawandels; Deutsch-Brasilianisches Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11). Zahlreiche Reisen von Parlamentariern und Landespolitikern tragen zu einem dichten Dialog und zur deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit bei.

Wirtschaftsbeziehungen

Brasilien ist mit 8,547 Mio. qkm das fünftgrößte Land der Erde, mit der fünftgrößten Bevölkerung (194 Mio.). Es ist ein junges Land mit einer wachsenden Bevölkerung. Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika. Die deutschen Exporte nach Brasilien beliefen sich nach bras. Statistik 2009 auf 6,1 Mrd. USD (2008: 8,9 Mrd. USD); die Einfuhren Deutschlands aus Brasilien lagen 2009 bei 9,8 Mrd. USD (2008: 12 Mrd. USD). Brasilien liegt damit als Abnehmerland deutscher Waren auf Platz 22 und als Lieferland auf Platz 23. Die überdurchschnittlich positive Entwicklung bei den deutschen Ausfuhren nach Brasilien (2007: +15,7%); 2008 (+28,1%) wurde 2009 durch die globale Wirtschaftskrise gebremst. Deutschland nimmt aber weiterhin Platz 4 des brasilianischen Einfuhrrankings ein.

Brasilien exportiert nach Deutschland vor allem Eisenerz, Automobile, Kaffee und Kaffeeprodukte, Soja und Sojaprodukte, Fleisch und Fleischprodukte. Bei den brasilianischen Importen aus Deutschland dominieren Fahrzeugteile, chemische Grundstoffe, Kraftfahrzeuge und Maschinen.

Nach dem von der amerikanischen Beratungsfirma A.T. Kearny für 2010 veröffentlichten „FDI Confidence Index“ ist Brasilien nach China, den USA und Indien das Land mit der größten Attraktivitat für Direktinvestitionen. Brasilien wirbt um ausländische Investitionen. Im Infrastrukturbereich soll Privatkapital im Rahmen von Public-Private-Partnerships und für Betreibermodelle mobilisiert werden. Ein entsprechendes Gesetz ist seit 2004 in Kraft. Im Jahr 2009 erfolgten deutsche Direktinvestitionen in Höhe von 1,9 Mrd. USD; insgesamt beläuft sich der Bestand der deutschen Direktinvestitionen unter Einschluss von Reinvestitionen auf über 25 Mrd. EURO. In Brasilien beschäftigen 1.200 deutsch-brasilianische Unternehmen ca. 250.000 Menschen. Deutschland trägt so in erheblichem Maße zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes bei. São Paulo ist mit ca. 800 deutsch-brasilianischen Unternehmen der größte Standort der deutschen Wirtschaft weltweit; die brasilianischen Direktinvestitionen in Deutschland sind hingegen bisher gering.

Die deutsche Außenwirtschaft verfügt in Brasilien über drei Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammern mit Sitz in São Paulo, Rio de Janeiro und Porto Alegre (Südbrasilien) sowie über einen Korrespondenten der Germany Trade and Invest (gtai) in São Paulo. Die Außenhandelskammern stellen umfangreiches Informationsmaterial für deutsche Exporteure und Investoren bereit, u. a. die Broschüren "Exporthandbuch Brasilien", "Investitionshandbuch Brasilien" sowie „Fit4Brazil“ und stehen für jegliche investitionsbezogenen Auskünfte zur Verfügung.

Zur Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen finden jährlich Deutsch-Brasilianische Wirtschaftstage mit Unternehmertreffen statt. Sie werden durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und den Brasilianischen Industrieverband (Confederação Nacional da Indústria – CNI) organisiert. Damit verbunden tagt die Deutsch-Brasilianische Gemischte Kommission für Wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Die 27. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage (30.08.-01.09.2009) in Vitória, Bundesstaat Espirito Santo, standen unter dem Motto "Deutsch-Brasilianische Zusammenarbeit für Wachstum und Beschäftigung". Veranstaltungsort der 28. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage verbunden mit der 37. Sitzung der Gemischten Wirtschaftskommission wird München sein (30.05.-01.06.). Im Fokus des Treffens werden die FIFA-Fußballweltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 stehen. Von diesen beiden sportlichen Großereignissen wird eine besondere wirtschaftliche Dynamik in Brasilien erwartet.

Die positive Resonanz auf Auslandsmessen wie die vom 12. bis 15. März 2009 in Sao Paulo gemeinsam von der Deutschen Botschaft, dem Generalkonsulat Sao Paulo und der Mercosul-Allianz der Deutsch-Brasilianischen Handelskammern veranstaltete Nachhaltigkeitsmesse ECOGERMA 2009 belegt ebenfalls das besondere deutsche Interesse an Brasilien und das Entwicklungspotenzial umweltfreundlicher Technologien in Brasilien.

Kulturelle und bildungspolitische Zusammenarbeit

Auch im Kulturbereich ist Brasilien ein wichtiger Partner für Deutschland. Umgekehrt besteht auch in Brasilien traditionell ein großes Interesse an der Zusammenarbeit mit Deutschland. 1969 wurde ein Kulturabkommen abgeschlossen.

Der kulturelle Austausch zwischen Brasilien und Deutschland hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Das brasilianische Kulturministerium initiierte in Zusammenarbeit mit deutschen Partnern im WM-Jahr 2006 die erfolgreiche Veranstaltungsserie "Copa da Cultura" ("Kultur-WM"). 2007/2008 fand als deutsches Pendant das "Kulturfest" in Brasilien statt. Dabei wurden besonders junge deutsche Kunst und die Ausstellung "Die Tropen", die bisher größte Kunstausstellung deutscher Kuratoren in Brasilien, präsentiert. Brasilien war 2008 Schwerpunktland des deutschen Literaturprojektes LITRIX.

Das Goethe-Institut ist mit fünf Kulturinstituten in Brasilien vertreten: São Paulo, Curitiba, Porto Alegre, Rio de Janeiro und Salvador. Darüber hinaus fördert das Goethe-Institut das Goethe-Zentrum in Brasília und arbeitet mit den Kulturlektoraten in Belém, Fortaleza und Belo Horizonte zusammen. Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht die Spracharbeit, die durch eine umfangreiche Programmarbeit flankiert wird. Vor allem in den Siedlungsgebieten deutscher Einwanderer in Südbrasilien (Blumenau, Joinville), aber auch im Nordosten (Recife, Fortaleza) leisten Kulturgesellschaften einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Präsenz Deutschlands.

Die Stellung von Deutsch als Fremdsprache ist relativ stark. Allein in den drei südlichen Bundesstaaten leben über 40% aller Deutsch-Lernenden Lateinamerikas.

In Brasilien bestehen drei deutsche Begegnungsschulen, die zum deutschen Abitur führen (zwei in São Paulo und eine in Rio de Janeiro), sowie eine Schule mit verstärktem Deutschunterricht (Porto Alegre). Mit ca. 10.000 Schülerinnen und Schülern - weit überwiegend brasilianische Staatsangehörige - ist die Porto-Seguro-Schule in São Paulo die größte deutsche Schule weltweit.

Hinzu kommen etwa 20 Schulen, an denen im Rahmen der Bildungs-Kooperation schwerpunktmäßig Deutsch-Unterricht stattfindet. Außerdem konnten 23 Partnerschulen für die PASCH-Initiative gewonnen werden.

Die Zentralstelle für Auslandsschulwesen betreut mit Regionalbüros in São Paulo und Porto Alegre über hundert Munizipalschulen speziell in Südbrasilien, die auch Deutschunterricht anbieten. 

Die Bedeutung der deutsch-brasilianischen Hochschulzusammenarbeit wächst kontinuierlich. Brasilien ist heute wichtigster Partner des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) in Lateinamerika, Deutschland für Brasilien der drittwichtigste Partner nach den USA und Großbritannien. Der DAAD kooperiert auf Bundes- und Landesebene. Dabei sollen Doppelabschlüsse und -promotionen ermöglicht werden. Zu den wichtigsten Austauschprogrammen, die der DAAD gemeinsam mit seinen brasilianischen Partnern durchführt, zählt das Stipendienprogramm für brasilianische Doktoranden. Seit 1993 konnten über 16.000 Studenten und Wissenschaftler von zahlreichen Stipendienprogrammen profitieren.
Derzeit sind neun entsandte DAAD-Lektoren in Brasilien eingesetzt (in Belém, Fortaleza, Campinas, Curitiba, Porto Alegre, Belo Horizonte). Sie sind auch mit Studienberatung und Werbung für den Forschungs- und Hochschulstandort Deutschland betraut.

In der Arbeitsgruppe "Bildungszusammenarbeit" werden die Grundsätze und Schwerpunkte der Hochschulzusammenarbeit festgelegt und ständig angepasst. Viele deutsche Universitäten haben eigenständige Kooperationsabkommen mit brasilianischen Universitäten auf den unterschiedlichsten Fachgebieten. Es bestehen über 70 gemeinsame Projekte.

Forschungszusammenarbeit

Im August 2009 wurde die gemeinsame deutsch-brasilianische Wissenschafts- und Technologiekooperation 40 Jahre alt. Sie basiert auf einem Rahmenabkommen, das 1969 in Kraft trat und 1996 erneuert wurde.

Die Kooperation mit Brasilien ist eine besondere Priorität der deutschen Außenwissenschaftspolitik. Im Rahmen des Staatsbesuchs von Präsident Lulaim Dezember 2009 wurde eine Gemeinsame Absichtserklärung zur Durchführung eines deutsch-brasilianischen Jahres der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 unterzeichnet. Ziel des Jahres ist es, bestehende Kooperationen einer breiteren Fachöffentlichkeit bekannt zu machen und die Innovationssysteme beider Länder enger zu vernetzen.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit bilden die Bereiche Umweltforschung und Forschung zur nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen. Auf deutscher Seite sind u. a. die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) und die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) aktiv. Daneben existieren zahlreiche bilaterale Universitätspartnerschaften mit etwa hundert Einzelprojekten.
Im Forschungsprogramm "Mata Atlântica" wird seit 2002 ein integriertes Konzept zur Konservierung sowie land- und forstwirtschaftlichen Nutzung des besonders artenreichen brasilianischen Küstenregenwalds auf nachhaltiger Basis erarbeitet. Weitere Kooperationsprojekte laufen im Bereich Meeresforschung und nachhaltige Landnutzung.

Im Bereich Technologie und Innovation gibt es gemeinsame Projekte auf den Gebieten der Material- und Werkstoffforschung, Natur- und Wirkstoffchemie sowie Produktionstechnologien (Projekt BRAGECRIM). Die Themen erneuerbare Energie und Energieeffizienz sollen zukünftig stärker berücksichtigt werden.

Im Kooperationsprojekt Agua-DF arbeiten deutsche Umweltforscher mit der Universität von Brasília (UnB) und Wasserversorgungsunternehmen beider Länder zusammen, um ein integriertes, nachhaltiges Managementkonzept für Brasília und die umliegenden Orte im Hinblick auf Wasserversorgung und Brauchwasserreinigung zu erarbeiten.
Während des Besuches von Bundesforschungsministerin Prof. Schavan in Brasilien im März 2009 konnten weitere Kooperationsabkommen gezeichnet werden:

a) ein Memorandum of Understanding zwischen dem deutschen und dem brasilianischen Forschungsministerium für den gemeinsamen Bau eines etwa 300 m hohen Klimaturms in Amazonien, der wichtige Daten zur Bestimmung der CO2-Senken-/Quellenfunktion des Regenwaldes liefern soll,

b) eine Joint Declaration of Intent zwischen diesen beiden Ministerien für einen Dialog zu Nachhaltigkeit in der Forschung (D4S),

c) ein Abkommen zwischen dem DAAD und seiner brasilianischen Partnerinstitution (CAPES) für eine strategische Partnerschaft,

d) ein Memorandum of Understanding zwischen der FhG und dem Institut für technologische Forschung von São Paulo (IPT) für weitere Forschungskooperationen und einen intensiveren Wissenschaftleraustausch; zudem wurde vereinbart, am IPT ein FhG-Büro einzurichten, was zwischenzeitlich erfolgt ist.
Beide Forschungsminister eröffneten zudem die erste deutsch-brasilianische Messe für nachhaltige Technologien (ECOGERMA), die von einem sehr gut besuchten Kongress mit Veranstaltungen zu verschiedenen Technologiethemen begleitet wurde.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Brasilianische Forschungsrat (CNPq) fördern Forscher, die die Möglichkeiten für neue Kooperationen ausloten wollen, vor allem in technischen Bereichen wie der Bio-, Nano- und Informationstechnologie, Medizin, nachhaltige Energie- und Umwelttechnologien, Klimaschutz, Nutzung biologischer Ressourcen, Landnutzung und Produktionssysteme.

Traditionell etabliert ist die gemeinsame Forschung im Bereich der Luft- und Raumfahrt, vornehmlich zwischen dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der brasilianischen Raumfahrtbehörde AEB, dem brasilianischen Raumfahrttechnologiezentrum CTA und dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung INPE. Die Forschung konzentriert sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Komponenten für Umweltsatelliten wie z. B. Sensoren zur Überwachung der natürlichen Ressourcen des Amazonasgebietes.

In São Paulo entsteht ein Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus. Seine Aufgabewird es sein, dauerhaft und nachhaltig das fortzusetzen, was mit dem Wissenschaftsjahr 2010/11 initiiert und aufgebaut wird. Wissenschaft und Wirtschaft sollen enger miteinander verknüpft und die Pfeiler der wissenschaftlichen Brücke zwischen Brasilien und Deutschland auch in den Bereichen Technologietransfer und Innovation weiter gestärkt werden.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Brasilien konzentriert sich auf die beiden Schwerpunkte Schutz und nachhaltige Nutzung des Tropenwaldes in Amazonien und erneuerbare Energien/Energieeffizienz. Sie entfaltet damit unmittelbare Relevanz für die Bekämpfung des Klimawandels und den Schutz der Biodiversität. Deutschland ist auf diesen Gebieten der wichtigste bilaterale Partner des weltweit fünftgrößten CO²-Emittenten (60% Emissionen aus Entwaldung) und artenreichsten Landes der Erde.

Die Entwicklungszusammenarbeit umfasst politische und fachliche Beratung sowie Ausbildung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene (Technische Zusammenarbeit) sowie die Finanzierung von Investitionen für eine nachhaltige Entwicklung (Finanzielle Zusammenarbeit). Als Durchführungsorganisationen der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit sind in Brasilien die GTZ, die KfW Entwicklungsbank, der DED, InWEnt, die DEG und CIM aktiv.

Im Schwerpunkt Tropenwaldschutz ist die Zusammenarbeit seit 2007 auf das Amazonasbecken konzentriert, dessen Wälder eine äußerst hohe Artenvielfalt beheimaten und eine herausragende Rolle im globalen und nationalen Klimaschutz spielen. Die Zusammenarbeit umfasst konkret die Bereiche Ausweisung und nachhaltiges Management von Naturschutzgebieten, Ausweisung und Stärkung von Indianergebieten, Raumordnung sowie die Förderung von nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklungspfaden. Für den Erhalt der brasilianischen Regenwälder hat Deutschland seit 1992 rund 390 Mio. EURO zur Verfügung gestellt, u.a. für das PPG7-Programm und den 2008 geschaffenen Amazonasfonds. Deutschland ist der größte Geber in diesem Bereich und leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Unterstützung der fortschrittlichen Klimaschutzpolitik und -gesetzgebung Brasiliens sowie zum „Plan für ein nachhaltiges Amazonien“.

Im zweiten Schwerpunkt der Zusammenarbeit streben Deutschland und Brasilien die Förderung Erneuerbarer Energie und die Verbesserung der Energieeffizienz in Brasilien an. Hierzu unterstützt Deutschland beispielsweise die Errichtung und die Rehabilitierung von Kleinwasserkraftwerken, den Aufbau eines Windparks, Konzepte zur dezentralen Energieversorgung sowie den Ausbau der Solarenergie (u.a. Solardach für das WM-Stadion Belo Horizonte).

Seit einigen Jahren ist Brasilien bestrebt, seine Entwicklungserfahrungen – z.B. in der HIV/Aids-Bekämpfung, im Waldschutz oder in der Berufsbildung - an weniger entwickelte Länder vor allem in Afrika und Lateinamerika weiterzugeben. Deutschland mit seiner langjährigen Erfahrung als Geber unterstützt diese Bemühungen seit 2004 im Rahmen der sogenannten Dreieckskooperation.

Das aktuelle (02/2010) Projektportfolio setzt sich aus 28 Vorhaben der Finanziellen Zusammenarbeit in Höhe von 638,3 Mio. EURO (Durchführung und Vorbereitung) sowie 17 Vorhaben der Technischen Zusammenarbeit in Höhe von 61,9 Mio. EURO zusammen. Für den Zeitraum 2009/2010 hat Deutschland Mittel in Höhe von 264 Mio. EURO für die Entwicklungszusammenarbeit zugesagt (insgesamt seit 1963: 1,36 Mrd. EURO).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Aktuelles

Entwicklungszusammenarbeit

Brasilien ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind der Schutz des Tropenwaldes sowie die Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Brasilia
Dr. Manfred-Peter Emmes
Tel.: (0055) 61/3442 7000
Fax: (0055) 61/3443 7508 eMail
www.brasilia.diplo.de
Generalkonsulat Porto Alegre
Generalkonsul Norbert Kürstgens
Tel.: (0055) 51/3224-9255
Fax: (0055) 51/3226-4909 eMail
www.porto-alegre.diplo.de
Generalkonsulat Recife
Generalkonsul Thomas Wülfing
Tel.: (0055) 81/3463 5350
Fax: (0055) 81/3465 4084 eMail
www.recife.diplo.de
Generalkonsulat Rio de Janeiro
Marcus Haas
Tel.: (0055) 21/2554 0004
Fax: (0055) 21/2553 0184 eMail
www.rio-de-janeiro.diplo.de
Generalkonsulat Sao Paulo
Thomas Schmitt
Tel.: (0055) 11/3097 6644
Fax: (0055) 11/3815 7538 eMail
www.sao-paulo.diplo.de

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