Bolivien
Kultur- und Bildungspolitik
Stand: Oktober 2009
Bolivien hat eine facettenreiche Kulturlandschaft. Sie reicht von der klassischen indigenen Hochkultur und Einflüssen der spanischen Kolonialzeit bis hin zu modernen Kulturströmungen in Musik, bildenden Künsten, Malerei und Literatur.
Die Regierung von Präsident Evo Morales will mit einer umfassenden Bildungsreform den Analphabetismus bekämpfen und der Benachteiligung der indigenen Bevölkerung entgegenwirken. So werden z.B. indigene Sprachen im Schulsystem stärker gefördert. Die Regierung hat erkannt, dass nur ein modernes Bildungssystem die Zukunft des Landes nachhaltig verbessern kann. Allerdings gibt es auch starke Kräfte, die sozialistische Bildungsmodelle verwirklicht sehen wollen.
Trotz mehrerer Erziehungsreformen leiden die Schulen, besonders auf dem Lande, unter materiellen und personellen Defiziten. Qualifizierte Absolventen studieren bevorzugt in Europa oder benachbarten lateinamerikanischen Ländern (Argentinien, Chile, Mexiko).
In den größeren Städten Boliviens findet trotz aller Mittelknappheit ein reges Kulturleben statt. Dabei stehen Ausstellungen, Filmvorführungen, Konzerte und Folkloreveranstaltungen im Vordergrund. Stärker als vorherige Regierungen knüpft dabei die jetzige Staatsführung an die vorkolumbianische Zeit an – ein Tribut an den starken indigenen Bevölkerungsanteil Boliviens.
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