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Landesflagge Benin
Wirtschaftspolitik

Stand: Oktober 2009

Grundlagen

Benin ist eines der ärmsten Länder der Erde. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen(UNDP) sieht Benin auf Position 161 des insgesamt 179 Staaten umfassenden Indikators der menschlichen Entwicklung. Die Armut des Landes spiegelt sich auch in dem niedrigen Pro-Kopf-Einkommen wider, das unterhalb von 500 Euro pro Jahr liegt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 59 Jahren und die Kindersterblichkeit ist hoch (198 per 1000). Gleichzeitig liegt das Bevölkerungswachstum bei über drei Prozent. Entsprechend stehen Armutsbekämpfung und Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung im Vordergrund der Regierungspolitik.

Strukturreformen

Das frühere sozialistische Benin (1972-1989) hat den Transformationsprozess zu einer Marktwirtschaft weitestgehend abgeschlossen. Die Privatisierung wichtiger Unternehmen im Infrastruktursektor (Elektrizität,Telekommunikation, Hafen etc.) ist allerdings noch nicht vollständig erfolgt. Wichtige Reformen müssen noch umgesetzt werden (darunter Verwaltungs- und Budgetreform, Liberalisierung weiterer Wirtschaftssektoren). Die makroökonomische Situation ist stabil. Seit einige Jahren wächst die Wirtschaft Benins jährlich um rund fünf Prozent, 2008 erreichte das Wachstum 5,1 Prozent, bei einer allerdings aufgrund der zu Jahresbeginn drastischgestiegenen Energiekosten und Lebensmittelpreise außergewöhnlich hohen Inflationsrate von 8,8 Prozent (2007: 1,3 Prozent).
Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise geht die Regierung für 2009 von einem Wirtschaftswachstum von 6,1 Prozent aus. Um dieses zu erreichen, hält sie in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Internationalen Währungsfonds an den in der mittelfristigen Finanz- sowie der Haushaltsplanung für 2009 vorgesehenen Investitionsausgaben fest. Im Haushalt 2009 wird daher voraussichtlich eine Finanzierungslücke von rund 45 Milliarden FCFA oder 68 Millionen Euro entstehen, die die Regierung durch zusätzliche ausländische Budgethilfe zu decken hofft.

Seit 2002 verfolgt die Regierung auf Grundlage eines Strategiepapiers ein Armutsbekämpfungsprogramm.

2007 hat die beninische Regierung auf dem Strategiepapier aufbauend, die Wachstumsstrategie zur Armutsreduzierung (Stratégie de Croissance pour la Réduction de la Pauvreté) vorgelegt. Diese unterscheidet fünf Entwicklungsbereiche (Achsen):

  • Förderung des Wachstums

  • Entwicklung der Infrastrukturen

  • Stärkung des Humankapitals

  • Förderung guter Regierungsführung

  • Ausgewogene und nachhaltige Landesentwicklung

Diese fünf Achsen werden in insgesamt 15 prioritäre Bereiche aufgeteilt. Das Programm läuft noch bis Ende 2009. Ein Nachfolgeprogramm für den Zeitraum von 2010-2012 wird vorbereitet. Trotz massiven Engagements der Geber ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, die Armut deutlich zu verringern. Angesichts des hohen Bevölkerungswachstums wäre dazu ein Wirtschaftswachstum von mindestens sieben Prozent erforderlich.

Wirtschaftssektoren

Die Wirtschaft Benins ist von der Landwirtschaft und dem Handel mit den Nachbarstaaten geprägt. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten noch in der Landwirtschaft, die ein Drittel zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beiträgt. Das wichtigste landwirtschaftliche Erzeugnis ist Baumwolle. Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet ungefähr die Hälfte des BIP; Benin ist - hauptsächlich über den Hafen in Cotonou - Transitland für Güter nach Nigeria, Burkina Faso, Niger und Tschad. In Cotonou hat sich in den letzten Jahren der größte Gebrauchtwagenmarkt Westafrikas gebildet. Die Fahrzeuge werden weitgehend nach Nigeria weiterverkauft. Die Industrie ist nur schwach entwickelt. Industriebetriebe sind vor allem in den Sektoren Zement und Baumwollentkörnung zu finden. Der informelle Sektor spielt eine sehr große Rolle in der beninischen Wirtschaft, besonders was den Handel mit Nigeria betrifft; über den Anteil an der Gesamtwirtschaft können jedoch keine verlässlichen Angaben gemacht werden (Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent des beninischen Wirtschaftsgeschehens dem informellen Sektor zugerechnet werden muss).

Außenhandel

Die Handelsbilanz Benins ist negativ. Im Jahr 2008 betrugen die Exporterlöse 281 Mio. Euro; der Wert der importierten Güter 933 Mio. Euro, das Defizit belief sich auf 14,3 Prozent des BIP. Benin exportiert in erster Linie Baumwolle und andere landwirtschaftliche Produkte (Erdnüsse, Palmöl). Importiert werden v.a. Maschinen/Investitionsgüter, Energie, chemische und pharmazeutische Produkte sowie Nahrungsmittel.

Zu den strukturellen Schwächen der beninischen Wirtschaft zählt die extreme Abhängigkeit des Außenhandels von der Baumwolle. Mit ihr werden über 40 Prozent der Exporterlöse erwirtschaftet; im Weltmarkt spielt der beninische Anteil an der Baumwollproduktion aber nur eine untergeordnete Rolle. Benin ist somit weitgehend vom Geschehen auf dem Baumwollweltmarkt abhängig, der durch erhebliche Subventionen in anderen Weltregionen geprägt wird. Besonders die US-Baumwollbauern exportierten in den vergangenen Jahren einen Großteil ihrer mit hohen Subventionen erzeugten Überschüsse auf dem Weltmarkt und trugen so zum Preisverfall bei. Benin ist zusammen mit Burkina Faso, Niger und Tschad im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO gegen diese Subventionspolitik vorgegangen. Diese so bezeichnete "Baumwollinitiative" hat nicht unwesentlich zum Scheitern der WTO-Konferenz in Cancun im Herbst 2003 beigetragen, da vor allem mit den USA kein Kompromiss erzielt werden konnte. 

Benin ist Mitglied sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA). Die gemeinsame westafrikanische Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 Euro entspricht ca. 656 CFA). Dies hat erheblich zur monetären Stabilität der Region beigetragen. Die Rahmenbedingungen für Investitionen sind allerdings nicht günstig. Besonders die auch von Beninern beklagte Korruption schreckt Investoren ab. Die Anstrengungen der Regierung, die das Problem erkannt hat, haben bisher noch keine durchgreifenden Erfolge erzielt. Ausländische Investoren beschweren sich angesichts des schwachen Justizsystems ferner über das Fehlen von Rechtssicherheit sowie eine langsame und wenig kompetente Verwaltung.

Ausländische Investitionen

Benin ist bestrebt, verstärkt ausländische Investoren ins Land zu locken. Es kann dabei auf die stabile politische Lage und die Integration des Landes in regionale Wirtschaftszonen verweisen. Benin ist Mitglied sowohl der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) als auch der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA). Die gemeinsame westafrikanische Währung Franc CFA ist fest an den Euro gebunden (1 Euro entspricht rund 656 CFA). Dies hat erheblich zur monetären Stabilität der Region beigetragen. Die Rahmenbedingungen für Investitionen sind allerdings nicht günstig. Besonders die auch von Beninern beklagte Korruption schreckt Investoren ab. Die Anstrengungen der Regierung, die das Problem erkannt hat, haben bisher noch keine durchgreifenden Erfolge erzielt. Ausländische Investoren beschweren sich angesichts des schwachen Justizsystems ferner über das Fehlen von Rechtssicherheit sowie eine langsame und wenig kompetente Verwaltung.

Umweltpolitik

Durch das hohe Bevölkerungswachstum verstärkt sich der Druck auf die Umwelt; der Industrie- und Dienstleitungssektor ist noch nicht in der Lage, außerhalb der Landwirtschaft genügend neue Arbeitsplätze bereitzustellen. Ökologische Probleme, wie der Rückgang des Waldes, die Überfischung in den Lagunengebieten, die Verarmung der landwirtschaftlich nutzbaren Böden, die zunehmende Luftverschmutzung in den Städten und die Küstenerosion nehmen daher zu. Deutschland hat deshalb den Umweltschutz sowie die ökologisch nachhaltige Entwicklung in den ländlichen Gebieten zu einem der drei Schwerpunkte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit gemacht.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Zusatzinformationen:

Nützliche Links

Ansprechpartner in den Wirtschaftsdiensten der deutschen Auslandsvertretungen

Botschaft Cotonou
Dr. Michael-Johannes Fernau
Tel.: (00229) 21 31 29 67/68
Fax: (00229) 21 31 29 62 eMail
www.cotonou.diplo.de

Entwicklungszusammenarbeit

Benin ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:



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