Benin
Beziehungen zu Deutschland
Stand: Oktober 2009
Politische Beziehungen
Die Bundesrepublik Deutschland unterhält seit 1960 diplomatische Beziehungen zu Benin (damals Dahomey). Das bilaterale Verhältnis ist seit dem Ende der Diktatur 1990 ausgezeichnet. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.
Im Dezember 2004 war Bundespräsident Köhler zu einem mehrtägigen Besuch in Benin. Im Oktober 2006 besuchte Präsident Boni Yayi Deutschland. Zuletzt besuchte Mitte Januar 2009 der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Erich Stather, Benin.
Entwicklungszusammenarbeit
Deutschland ist einer der wichtigsten bilateralen Geber. Deutschland und Benin konzentrieren sich auf die Zusammenarbeit in den drei Schwerpunktbereichen
Dezentralisierung und Kommunalentwicklung,
Umwelt, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im ländlichen Raum und
Wasserversorgung.
Hinzu kommen seit 2006 Budgethilfen (2007: 2 Millionen Euro allgemeine Budgethilfe und 16 Millionen Euro Sektorbudgethilfe Grundbildung). Deutschland unterstützt dabei Benin bei der Umsetzung seiner Wachstumstrategie zur Armutsverringerung («Stratégie de croissance pour la réduction de la pauvreté»). Basierend auf den Absprachen der G8-Staaten beim Gipfel in Heiligendamm stiegen bei den Regierungsverhandlungen im November 2008 die deutschen Zusagen um mehr als 25 Prozent, auf mehr als 50 Millionen Euro. Insgesamt erhielt Benin 2008 bilaterale Zusagen über rund 77 Millionen Euro.
Die Gesamtsumme der seit 1960 erfolgten bilateralen Zusagen beträgt damit Ende 2008 rund 815 Millionen Euro. (Technische Zusammenarbeit 270 Millionen Euro, Finanzielle Zusammenarbeit 420 Millionen Euro, 125 Millionen Euro Technischen Zusammenarbeit im weiteren Sinne: DED, CIM, InWEnt, Kirchen, politische Stiftungen und andere Träger). Technische und finanzielle Zusammenarbeit werden ergänzt durch die Arbeit des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED), der in Benin seit vielen Jahren über ein großes Kontingent von Entwicklungshelfern verfügt. Seit 2008 sind auch die ersten „Weltwärts“-Freiwilligen in Benin tätig. InWEnt bietet eine Vielzahl von Ausbildungsprogrammen an.
Die in Benin vertretenen deutschen politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung) genießen durch ihre Programmarbeit hohes Ansehen. Außerdem engagieren sich verschiedene deutsche Nichtregierungsorganisationen in Benin, wie die Deutsche Welthungerhilfe, Aktion pro Humanität (AIDS-Bekämpfung), das Bayerische Rote Kreuz und INTACT (Kampf gegen die Genitalverstümmelung bei Frauen). Im Rahmen der militärischen Ausbildungshilfe erhält Benin derzeit ein jährliches Ausbildungsangebot von acht Lehrgangsplätzen.
Wirtschaftliche Beziehungen
Die Wirtschaftsbeziehungen sind eher schwach ausgeprägt; nur wenige deutsche Unternehmen sind in Benin vertreten, darunter Heidelberger Zement, Allianz Versicherungen und DHL. Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen werden in Benin vertrieben. Das deutsche Bauunternehmen DYWIDAG erstellt seit Jahrzehnten in Benin Brückenbauwerke, darunter die im Jahr 2004 durch Bundespräsident Köhler eingeweihte Konrad-Adenauer-Brücke - die dritte Brücke über die Lagune, die Cotonou in zwei Teile trennt. Zuletzt wurde im Januar 2009 die Willy-Brandt-Überführung fertig gestellt, mit der ein weiterer Verkehrsengpass in der Innenstadt von Cotonou beseitigt wurde. Das Einkaufszentrum Xanadu mit dem Restaurant Berlin in Cotonoum, ein einfaches Hotel am Stand sowie ein Lager am Rand des Nationalparks Pendjari sind Beispiele der wenigen deutschen Privatinvestitionen in Benin.
Auch der Außenhandel mit Deutschland ist wenig intensiv. So exportierte Deutschland 2008 Waren im Werte von 55,5 Millionen Euro nach Benin; dem standen Importe aus Benin in Höhe von lediglich 3,3 Mio. Euro gegenüber. Der Anteil der Baumwolle an den deutschen Importen aus Benin beträgt ca. 20 Prozent; Deutschland exportiert vor allem Fahrzeuge und Fahrzeugersatzteile nach Benin.
Kulturelle Beziehungen
Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bestehen rege Kontakte im kulturellen Bereich. 1987 wurde ein Kulturabkommen zwischen Deutschland und Benin unterzeichnet. Das Goethe-Institut im benachbarten Lomé (Togo) ist für Benin zuständig. Die Deutsche Welle kooperiert mit beninischen Medien (Ko-Produktionen, Ausbildungsprogramme). Die deutsche Botschaft fördert durch die Vermittlung von Stipendien (besonders DAAD) und Gastprofessuren sowie die Organisation von Deutschkursen, Musikveranstaltungen, Filmvorführungen und Sportgerätespenden die bilateralen Kulturbeziehungen. Unter anderem unterstützt Deutschland das zweijährlich in Cotonou stattfindende internationale Dokumentarfilmfestival "Lagunimages". Mit deutscher Hilfe wurde das Museum für Geschichte und Ethnographie "Honme" in Porto-Novo restauriert, derzeit wird einer der Königspaläste in Abomey wieder aufgebaut - beide Projekte ein Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes in Benin.
2008 veranstaltete die Botschaft erstmals Deutsche Kulturwochen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen in Cotonou und in der Schwerpunktregion der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, den Departements Atakora und Donga (Nordbenin) gaben Tausenden von Beninern einen Einblick in die Vielfalt deutscher Kultur.
Wissenschaft
Das Bundesforschungsministerium unterstützt zwei Forschungsprogramme, die auch in Benin tätig sind: IMPETUS und BIOTA. IMPETUS ist ein Projekt zum integrativen Management für einen effizienten und tragfähigen Umgang mit Süßwasser, das von den Universitäten Bonn und Köln, dem Max-Planck-Institut in Hamburg und dem deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Benin und Marokko durchgeführt wird. Das Forschungsprogramm BIOTA befasst sich mit dem Thema der Biodiversität und arbeitet insbesondere im Nationalpark Pendjari, einem von der UNESCO geschützten Biosphärenreservat.
Deutsche Fachleute arbeiten des weiteren am Zweiginstitut Cotonou des Internationalen Instituts für tropische Landwirtschaft IITA, einem überregionalen Forschungsinstitut mit Sitz in Ibadan/Nigeria.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.